Jugendpfleger der Gemeinde Großenkneten beraten Senioren am Telefon

Hilfe und Trost für nervöse Impfkandidaten

Die Jugendpfleger Thomas Schulz, Kerstin Korthe und Carina Kriekel im Jugendzentrum Ahlhorn.
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Nicht am „Impftelefon“ der Gemeinde Großenkneten, sondern wieder im Jugendzentrum Ahlhorn: die Jugendpfleger Thomas Schulz, Kerstin Korthe (M.) und Carina Kriekel.

Großenkneten – Aus der Not eine Tugend machen und dabei auch noch Menschen helfen und ihnen die Sorgen nehmen: So lässt sich zusammenfassen, was die „Impfhilfe“ der Gemeinde Großenkneten in den vergangenen Wochen geleistet hat. Per Telefon konnten Senioren aus der Gemeinde Rat bekommen: Am anderen Ende der Leitung saßen zwei Frauen und ein Mann, die sonst mit einer deutlich jüngeren Klientel zu tun haben, nämlich die Jugendpfleger der Gemeinde.

Da die Jugendzentren aber während des Lockdowns geschlossen waren, hatten sie genug Zeit, sich nun hilfesuchenden Senioren zu widmen. Und diese machten von dem Angebot rege Gebrauch, wie Gemeindejugendpflegerin Carina Kriekel im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet.

„Am Anfang waren viele aufgeregt, andere konnte es kaum abwarten, geimpft zu werden“, schildert Kriekel die ersten Tage der „Impfhilfe“ Ende Januar. „Manche konnte die Tage vor dem Beginn der Impfkampagne gar nicht schlafen und waren sehr nervös.“ Einige Senioren hätten nach vielen vergeblichen Versuchen, über die Hotline des Landes an einen Impftermin zu kommen, auch ihren Frust loswerden wollen – „das war anfangs eine Katastrophe“, schildert die Jugendpflegerin die Erfahrungen ihre Anrufer. Manche Senioren hätten sich sogar vom Land vorgeführt gefühlt. Dass sie ihren Frust loswerden wollten, sei jedoch völlig in Ordnung, befindet sie: „Man merkt, dass sie jemanden zum reden brauchten.“ Bis zu 50 Leute hätten zum Impfstart in Großenkneten angerufen. „Das war ziemlich heftig“, sagt Kriekel. Waren die Leitungen besetzt, konnte die Interessenten auf Band sprechen und erhielten dann einen Rückruf. Insgesamt rund 250 Anrufer seien bislang verzeichnet worden – eingedenk der infrage kommenden Altersstufe sei das relativ viel für eine ländliche Gemeinde.

90 Leute auf die Warteliste

Es sei allerdings nicht wenig Aufwand gewesen, stets über die aktuellen Infos rund um die Vakzinierung zu verfügen. Kriekel nimmt es mit Humor: „Wir sind jetzt Impfprofis“, sagt sie. Eine medizinische Beratung haben sie natürlich nicht erteilt. Wer wegen eines Termins angerufen hat, für den sei der Ablauf dann sehr einfach gewesen, so Kriekel weiter: Die Interessenten hätten ihren Daten angegeben, alles andere haben dann ihre Kollegen und sie übernommen. Die älteren Menschen seien „sehr, sehr dankbar“ gewesen ob der einfachen Abwicklung. Die Anrufe bei der Landes-Hotline oblagen dann Kriekel und ihren beiden Kollegen. „Wir haben rund 90 Personen auf die Liste bekommen“, freut sie sich über den Erfolg. Sei es am Anfang noch möglich gewesen, als Gemeinde 25 Personen auf einmal auf die Warteliste setzen zu können, nähme das Land inzwischen nur noch maximal vier Personen an. Die Telefonisten bei der Hotline dort seien durchweg „sehr kulant und sehr freundlich“, lobt Kriekel.

Die Abwicklung über das Internet oder das Smartphone sei für die Generation „80+“ zu umständlich, wenn denn überhaupt die Technik vorhanden sei. Mit der zweiten Gruppe riefen jetzt weniger Leute an, dafür etwa auch Erzieherinnen, die sich informieren wollen. Damit nicht genug der Hilfe: Wie auch schon der TSV Großenkneten hat die Gemeinde einen Fahrdienst zum Impfzentrum nach Wildeshausen angeboten. Aufgrund der eingesetztem Fahrzeuge sei dies aber nur für mobile Senioren geeignet. Mit der Eröffnung der Jugendzentren laufe jetzt ihre die eigentliche Arbeit wieder an, so Kriekel. Die „Impfberatung“ laufe vorerst nebenbei weiter.  fra

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