Der Großenkneter Thomas Bendfeldt kümmert sich täglich um Asylbewerber

Manchmal fängt Integration mit einem Bügeleisen an

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Thomas Bendfeldt (stehend, Fünfter von links) mit Kerstin Schnitger-Jebing (Dritte von links) und einigen syrischen Flüchtlingen in Großenkneten kurz vor der Abfahrt zu den Sixdays nach Bremen.

Grossenkneten - Von Jörg Beumelburg. Der Großenkneter Thomas Bendfeldt zeigt, wie die Integration von Flüchtlingen gelingen kann und wie schnell sich manchmal eine Brücke bauen lässt. Dabei beweist er viel zivilgesellschaftliches Engagement.

Große Freude herrschte am Dienstagabend unter einigen syrischen Flüchtlingen in Großenkneten – sie hatten die Chance, sich das Sechstagerennen in der Bremer ÖVB-Arena anzuschauen. Für die neun jungen Männer war es ein völlig neues Erlebnis. Möglich gemacht hatte es ihnen Thomas Bendfeldt aus Großenkneten, der überraschend 30 Eintrittskarten im Wert von rund 600 Euro von einem Spender, der jedoch nicht genannt werden möchte, erhalten hatte. Bereits am vergangenen Donnerstag hatte der 54-Jährige die erste Tour in die Hansestadt organisiert.

Für ihn bedeutet diese großzügige Spende viel. „Die jungen Männer staunten nicht schlecht. Die Augen waren weit aufgerissen“, berichtete Bendfeldt. Seit gut einem Jahr engagiert sich der pensionierte Berufssoldat für Menschen aus anderen Ländern. Damit folgte er einem Aufruf von Bürgermeister Thorsten Schmidtke, Patenschaften für Flüchtlinge zu übernehmen. Bendfeldt suchte gleich am nächsten Tag eine syrische Familie in Großenkneten auf. Inzwischen sei aus der Patenschaft eine Freundschaft geworden. „Die Menschen brauchen einfach viel Unterstützung“, meint er.

„Ich mag das viele und lange Gerede nicht.“ Vielmehr gehe es ihm um praktische Hilfe. Dass ihn dabei Überraschungen erwarten, merkte er schnell: Als er fragte, was dringend benötigt werde, wünschte sich die Mutter ein Bügeleisen – das hatte Bendfeldt nicht erwartet. „Die Gastfreundschaft und Freundlichkeit dieser Menschen haben mich überwältigt, überrascht und überzeugt“, erzählt der Großenkneter. Die Brücke war schnell gebaut. Kaum ein Tag vergehe seitdem, an dem der 54-Jährige nicht etwas für seine Schützlinge tue. „Es ist einfach eine tolle Erfahrung. Wenn mich die Kinder kommen sehen, sagen sie zu ihren Eltern: ‚Schau mal, der Thomas ist wieder da‘“, freut sich Bendfeldt.

Inzwischen sind es 30 Flüchtlinge, um die er sich kümmert. Doch damit nicht genug. Er stellte Aktionen wie Besuche bei der Feuerwehr, im Tierpark und ein Fußballturnier auf die Beine. Dabei sorgte er auch für die Trikots. Er betont jedoch, dass andere ihn beim Einsatz für eine lebendige Integrationsarbeit unterstützen. Damit bezieht er sich auch auf den Bürgerverein unter der Regie von Michael Feiner und vielen anderen ehrenamtlichen Helfern sowie den Integrationslotsen, die für eine ausgezeichnete Willkommenskultur in der Gemeinde sorgen würden.

Ein Beispiel für die Integrationsarbeit in der Kommune ist Mostafa Mohammad, der vor einem Jahr nach Großenkneten kam. Er ist ein Schützling von Bendfeldt und Kerstin Schnitger-Jebing. Die SPD-Rats- und Kreistagsabgeordnete hilft ebenfalls bei der Eingliederung von Migranten. Mostafa belegte einen Deutschkurs, machte seinen Führerschein und hat eine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker begonnen. „Thomas ist ein guter Freund, er setzt sich für uns ein, wo er nur kann. Er ist sehr beliebt“, lobte Mohammad den engagierten Bendfeldt, bevor es zu den Sixdays nach Bremen ging.

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