Ann-Christin Gericks will Menschen zusammenbringen

Großenkneten hat mehr Zeit für Integration

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Ann-Christin Gericks (sitzend) mit Großenknetens Gemeinderat Klaus Bigalke und Frauke Asche, Leiterin des Amtes für Ordnung und Soziales. 

Großenkneten - Von Phillip Petzold. Die Gemeinde Großenkneten hat seit dem 26. Juni eine neue Integrationsbeauftragte. Ann-Christin Gericks kümmert sich seitdem um Migranten und Asylbewerber. Sie möchte den Dialog zwischen den Zugewanderten und Bürgern stärken. Ihre Vorgängerin hatte nach nur dreieinhalb Monaten wieder aufgehört.

Integration geht nicht von heute auf morgen. „Es ist ein langer Prozess“, erläuterte Gericks beim Pressegespräch am Montagvormittag im Großenkneter Rathaus. „Sein Erfolg ist nicht nur abhängig von den Migranten, sondern auch von der Gesellschaft und den Strukturen.“ Zugewanderte und Alt-Bürger seien also gleichermaßen gefordert, wenn es um Integration geht. Mit Sprachcafés sowie Bürger- und Diskussionsforen will Gericks die Menschen in engeren Kontakt miteinander bringen. Neben diesen langfristig angelegten Prozessen geht es bei ihrer Arbeit aber auch weiterhin darum, die Menschen in Arbeit zu bringen und im Alltag zu unterstützen.

Dafür hat die 25-jährige Sozialarbeiterin deutlich mehr Zeit als ihre Vorgängerinnen. Ihre Stelle ist auf 30 Wochenstunden angelegt – bislang waren es 19,5. „Das reichte bei Weitem nicht“, meinte Frauke Asche, Leiterin des Amtes für Ordnung und Soziales bei der Kommune.

Wohl auch, um die Stelle attraktiver zu machen, wurde die Stundenzahl erhöht. Gericks Vorgängerin hatte nach etwas mehr als einem Viertel Jahr den Posten wieder geräumt, weil eine andere Stelle bessere Bedingungen bot. Die Position der Integrationsbeauftragten ist Teil des Programms „Leben im Viertel“, das vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert wird. Allerdings läuft das Programm nur noch bis zum 31. August 2018. Bis dahin ist auch Gericks Stelle befristet.

Bis zu 191 Geflüchtete in Großenkneten

Auf dem Höhepunkt des Zuzuges von Geflüchteten waren 191 von ihnen nach Großenkneten gekommen. Etwa 70 alleinreisende Männer seien laut Asche in größere Städte abgewandert, doch Familien werden sesshaft. „Es sind erstaunlich viele geblieben“, berichtete Asche und schilderte den Fall eines alleinreisenden Mannes, der nach Düsseldorf weitergezogen war. Einige Zeit später rief er in seiner ehemaligen Großenkneter Wohngemeinschaft an und machte seinen Ex-Mitbewohnern deutlich, wie gut sie es in der Gemeinde hätten. Denn wenngleich die Stadt mehr Möglichkeiten biete, sei man dort viel eher allein.

In Großenkneten leben derzeit noch 83 Bewerber im Asylverfahren. Etliche seien bereits anerkannt. Doch Gericks kümmert sich nicht nur um Asylbewerber, sondern auch alle anderen Migranten. Die Sozialarbeiterin wird also genug zu tun haben. So gelten insgesamt 40 Prozent der Einwohner des Großenkneter Ortsteils Ahlhorn als Menschen, die noch „die sozialen Strukturen kennenlernen müssen“, so Asche.

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