Gemeinde gibt Info-Broschüre auf Arabisch, Englisch, Polnisch, Rumänisch und Russisch heraus

Großenkneten in fünf Fremdsprachen erklärt

Informieren mehrsprachig: Lena Witte, Carmen Engbrecht-Bley, Ann-Christin Gericks und Frauke Asche (v.l.). Foto: Maul

Großenkneten – Andere Länder, andere Sitten – und nicht zuletzt andere Sprachen oder sogar Schriftzeichen. Was banal klingt, ist für viele Zugewanderte oder Geflüchtete ein alltägliches Problem: Was erledige ich wo, wie lauten bestimmte Gesetze und Vorschriften, was wird von mir als Einwohner erwartet? Und was sind meine Rechte, wo bekomme ich Hilfe und wer kann mich mit Rat und Tat unterstützen? Mit einer „Willkommensbroschüre“, die in mehreren Sprachen erscheint, will die Gemeinde Großenkneten insbesondere allen Neubürgern auf 36 Seiten dieses Wissen kompakt vermitteln.

Das Heft ist in einer Auflage von zunächst 4 300 Exemplaren in den Sprachen Rumänisch, Polnisch, Englisch, sowie Russisch, Arabisch und Deutsch erschienen. Die Anzahl der jeweils gedruckten Exemplare richte sich nach der Anzahl der zu erwartenden Abnehmer, berichten die scheidende Integrationsbeauftragte der Gemeinde, Ann-Christin Gericks, und Ordnungsamtsleiterin Frauke Asche. Für die ersten drei zuerst genannten Sprachen seien jeweils 1 000 Exemplare gedruckt worden. 1971 rumänische Staatsangehörige sind in der Gemeinde aktuell gemeldet, berichtet Asche nach einem Blick in die Statistik. Stellen Bulgaren in der Kreisstadt die große Mehrheit der Migranten, wohnten hier lediglich 99. In der Gemeinde leben rund 17 000 Menschen, der Anteil der Migranten betrage 23 Prozent. „Wir haben uns als Gemeinde Gedanken darüber gemacht, wie wir Menschen willkommen heißen und ihnen gleichzeitig Infos an die Hand geben können“, erläutert Gericks.

Dazu gehörten auch Dinge, die für Einheimische bekannt und selbstverständlich sein dürften: etwa die Steueridentifikationsnummer oder die Art und Weise der Mülltrennung. Andere Punkte seien migranten-spezifischer, etwa, dass sich Arbeitnehmer während einer Heimreise bei der Krankenversicherung abmelden müssen – denn sonst drohe nach einer späteren Rückkehr eine hohe Nachforderung. Insgesamt finden sich die Themen Wohnen und Arbeiten in Deutschland, Beratungsstellen, Spracherwerb, Familie, Bildung und Soziales, Freizeit und Gesundheit in der Broschüre wieder.

Die Übersetzung sei durch ein Fachbüro erfolgt, so Gericks weiter. Doch damit nicht genug: „Dann haben wir uns Muttersprachler aus der Gemeinde gesucht, die noch einmal drübergelesen haben“, berichtet sie. „Wir haben zuerst gar nicht an eine deutsche Ausgabe gedacht“, räumt sie schmunzelnd ein. Doch sei diese sinnvoll, damit die Mitarbeiter die Stellen nachlesen können, auf die deren fremdsprachigen Klienten sich beziehen oder im späteren Beratungsgespräch hinweisen. „Aber wir geben diese natürlich auch gerne an unsere deutschsprachigen Bürger ab.“ Die Hefte werden sonst während der Anmeldung ausgegeben und sind nur im Rathaus erhältlich. Verteilt werden sie allerdings noch von der Beratung der Diakonie, im Dorfgemeinschaftshaus Ahlhorn oder im Quartierszentrum „Zeppelin“.

Rund ein Jahr ist von der ersten Idee bis zur Verteilung ins Land gegangen. Mit rund 20 000 Euro schlagen die Broschüren zu Buche, 20 Prozent davon – rund 4 000 Euro – trägt die Gemeinde. Der verbleibende Betrag stammt aus dem Landes-Förderprogramm „Teilhabe und Vielfalt“. Eine komplette Broschüre dieser Art habe es im Landkreis Oldenburg noch nicht gegeben. Gemeinden, die eine eigene planten, stehe man gern beratend zur Seite, so Asche und Gericks abschließend.  fra

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