Neujahrsempfang der Gemeinde Großenkneten

„Es gibt noch ganz viel Luft nach oben“

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Die Bürgermeister Schmidtke (l.) und Dobrowolski (r.) mit der Flagge und Delegation der polnischen Partnergemeinde.

Großenkneten – Nicht, dass einer der 170 geladenen Gäste Zweifel daran gehabt hätte – der Gemeinde Großenkneten geht es gut, insbesondere finanziell sogar sehr gut. Und Bürgermeister Thorsten Schmidtke brachte das während des Neujahrsempfanges der Kommune am Dienstagabend in seiner Ansprache so auf den Punkt: „Großenkneten ist eine Gemeinde, die alles kann, fast alles hat und die mit ganz viel Tempo unterwegs ist.“

Doch das komme nicht von ungefähr: „Ohne Sie geht es nicht“, wandte er sich an seine Zuhörer aus Politik, Verwaltung und allen Teilen der hiesigen Gesellschaft sowie aus der der polnischen Partnergemeinde Suprasl. Und damit es auch so weitergehe, wolle man „Schulter an Schulter durch dick und dünn marschieren.“

Dieser mehr als nur optimistische Ausblick entbehrt nicht den Grundlagen: „Gerade die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde könnte besser nicht sein“, stellte Schmidtke fest. „Neben einigen großen Unternehmen waren 2018 insgesamt 1345 Unternehmen und Betriebe in Großenkneten angemeldet: plus 2,5 Prozent zum Vorjahr. Und von denen haben im vergangenen Jahr 245 (plus elf Prozent zum Vorjahr) Gewerbesteuer in Höhe von sage und schreibe 14 Millionen Euro entrichtet.“ Zehn Millionen Euro werde die Gemeinde in diesem Jahr investieren.

Ein Ende dieser Entwicklung konnte der Verwaltungschef nicht ausmachen, ganz im Gegenteil: „Und da gibt es noch ganz viel Luft nach oben!“ Eine ganze Reihe von Unternehmen habe sich bereits erweitert, andere stehen kurz davor, andere planen das gegenwärtig.

Spektakuläres Spektakel: Reiter-Fanfarenzug Höven

„Mit der Exxon Mobile Produktion Germany steht uns ein Unternehmen zur Seite, um das uns viele Gemeinden beneiden. Seit Jahrzehnten hat die Exxon großen Anteil am hohen Gewerbesteueraufkommen unserer Gemeinde“, hielt er fest. Umso erfreulicher, dass das Unternehmen auch in den kommenden Jahren auf etwa dem gleichen Niveau am Standort Großenkneten tätig sein werde. Er wisse, dass der Trend gegenwärtig allgemein „ein anderer ist“, doch in Großenkneten werde das zumindest in den nächsten Jahren so bleiben. 

Ein weiteres Pfund, mit dem die Großenkneter wuchern können, sei der Metropolpark-Hansalinie: Mehr als 100 Hektar bereits überplanter Gewerbe- und Industrieflächen stehen dort noch bereit. „Das sucht in Niedersachsen und den Nachbarlandkreisen seinesgleichen“, rief Schmidtke aus. „Da sind Profis am Werke, für unser Wohl“, lobte er die Betreiber. Eine Gemeinde dieser Größe könne dies – auch mit Unterstützung des Landkreises – gar nicht selbst leisten.

Doch sind es nicht nur große Firmen, die spürbare Veränderungen mit sich bringen: So lobte Schmidtke das Engagement der Garreler Investorin Lucia von Aschwege. Diese sei dabei, „das stark heruntergekommene Gut Moorbeck“ von Grund auf zu sanieren. „Da ist unendlich viel Gutes geplant“, verriet Schmidtke. Und er könne sich vorstellen, dass einer der nächsten Neujahrsempfänge dort ausgerichtet werde. Und nicht nur für dieses Engagement hatte der Redner lobende Worte übrig: Ebenso für das Peter Nieslonys, der sich dafür eingesetzt hatte, dass das alte Stellwerk Ahlhorns als Bausatz für die Modelleisenbahn herausgegeben wurde. Nicht zuletzt jedoch für alle Ehrenamtlichen, die in der Gemeinde tätig sind, allen voran bei der Feuerwehr.

170 Gäste hatten sich im Gasthaus Kempermann in Großenkneten eingefunden.

Die Pro-Kopf-Verschuldung, gemessen am Haushaltsjahr 2018, liege bei 155 Euro je Einwohner. Das sei sicherlich ein vergleichsweise guter Wert, „aber im Vergleich zu Visbek und Dötlingen noch viel zu hoch“, scherzte Schmidtke – beide Kommunen sind schuldenfrei. Doch auch dieses Ziel habe Großenkneten im Blick: Die aktuelle Finanzplanung sehe vor, dass es 2022 dort ebenso sein wird.

Herzlich begrüßt hatte der Gastgeber die Delegation aus dem polnischen Suprasl. Eine 1 300 Kilometer lange Fahrt hatten Bürgermeister Radosław Dobrowolski und eine Delegation von Rat und Verwaltung der Partnergemeinde auf sich genommen, um mit ihren Freunden im Oldenburger Land zu feiern. Der Gast bedankte sich für die Einladung und beschwor die intensive Freundschaft zwischen beiden Kommunen. Wie Großenkneten in Deutschland gehöre auch Suprasl zu den prosperierenden Gemeinden des Landes. Der Haushalt habe in diesem Jahr ein Rekordniveau von 23,2 Millionen Euro erreicht.

Musikalisch recht gegensätzlich umrahmt wurde die Veranstaltung einerseits vom Reiter-Fanfarenzug Höven – lautstark und ehrfurchtgebietend – und andererseits mit Schlagern aus den 1960er-Jahren, vorgetragen von den drei einheimischen „Sahneschnitten“ (Gesa Wichmann, Regina Schneider und Sonja Grotelüschen-Tschorr).

Zum Abschluss der harmonischen Veranstaltung präsentierte die Gemeinde noch ihren ganz neuen Image-Film, der die Kommune als modern, engagiert und familienfreundlich anpreist. Und dann galt, was Gastgeber Schmidtke eingangs versprochen hatte: „Der Abend fängt erst dann richtig an, wenn das hier alles vorüber ist.“

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