Großenkneter Rathaus in Ahlhorn?

Gemeinderat folgte Bürgermeinung

Schwarzeweiße Aufnahme eines kastenförmigen, schmucklosen Gebäudes-
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Das Rathaus in Großenkneten hat sich im Laufe der Jahre allein äußerlich sehr verändert.

Großenkneten – Auf einer Sitzung am 16. Oktober 1969 informierte der Großenkneter Gemeindedirektor Herbert Wolff den Gemeinderat darüber, dass es Notwendigkeit sei, ein neues Verwaltungsgebäude für die Gemeinde zu errichten. Das bisherige Gebäude am Bahnhofsweg war 1938 für 10 000 Mark gekauft worden und erfüllte auch nach mehreren Umbaumaßnahmen nicht mehr die nötigen Anforderungen.

Wolff erklärte: Die zumutbare Abfertigung des Publikums, die durch einen Neubau möglichen organisatorischen Maßnahmen und damit bessere Ausnutzung der Arbeitskraft sowie die Fürsorgepflicht der Gemeinde gegenüber den Bediensteten machten den Neubau eines Verwaltungsgebäudes notwendig. Vertreter der Ratsfraktionen sprachen sich für einen solchen Bau aus und stimmten darauf einstimmig dafür. Bei der Aussprache über die Standortfrage des geplanten Rathauses ging Wolff zunächst auf Ahlhorn ein: die geschlossene Ortschaft, die Bevölkerungszahl, die wirtschaftlichen und kommunalen Einrichtungen, die rasche Entwicklung und der weiteren Ausbau des Ortes sprächen für Ahlhorn.

Als Gegenargumente führte er die südliche Randlage an sowie die weite Anfahrt von einigen Ortsteilen aus. Für Großenkneten plädiere er, wegen seiner geografischen Mittelpunktlage, die auch eine wirtschaftliche Verwaltung gewährleiste, und dafür sorge, dass alle Gemeindegebiete eine gleichmäßige Entwicklung erfahren. Diese Meinung der Standortfrage ging quer durch alle Fraktionen. Die Befürworter von Ahlhorn sprachen von „Dummheit“ und von einer „Fehlplanung“ wenn man das Verwaltungsgebäude in Großenkneten baue. Die Befürworter führten die bessere Lage Großenknetens an und bezeichneten den Bau dort als sinnvoller. Elf Ratsmitglieder stimmten für Großenkneten und acht für Ahlhorn.

Knappe Mehrheit für Großenkneten

Dieser Beschluss wurde am 21. Mai 1970 wieder aufgehoben und es wurde mit Mehrheit beschlossen, den Sitz der Verwaltung nach Ahlhorn zu verlegen. Da sich innerhalb des Plenums die Fronten versteiften, beschloss es am 20. August 1970, die Meinung der wahlberechtigten Einwohner der Gemeinde durch eine Umfrage zu erforschen. 88,44 Prozent der Bevölkerung beteiligten sich an dieser Befragung. 51,21 Prozent sprachen sich für Großenkneten aus und 46,36 Prozent wünschten sich den Sitz der Verwaltung in Ahlhorn. Der Rat akzeptierte dieses Votum der Einwohner und bestimmte im September 1970 Großenkneten als endgültigen Standort.

Im folgenden Jahr wurde am 17. September über die Standortfrage in Großenkneten abgestimmt. Zur Debatte stand ein Grundstück Ecke Hauptstraße/Am Rieskamp gegenüber der Apotheke und das Grundstück, „Markt 1“, das sich letztlich mehrheitlich durchsetzte. Am 29. Juni 1971 erfolgte der symbolische erste Spatenstich. Am 21. September 1972 zog die Gemeindeverwaltung in das neuerbaute Rathaus ein, in das sich gleichzeitig für einige Jahre eine Geschäftsstelle der Landessparkasse zu Oldenburg eingemietet hatte. Diese zog Anfang der 1980er-Jahre in ein eigenes Gebäude. Das Rathaus wurde 1995 aufgestockt, und zuletzt 2009 erweitert.

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