Steinloge: Bauerschaft möchte an Johann Heinrich Cordes erinnern

Ein Gedenkstein für den Chaussee-Wärter

Auf dem Gedenkstein bei Steinloge soll bald eine Platte an den ehemaligen Chaussee-Wärter Johann Cordes erinnern. Foto/Repro: Faß

Steinloge - Von Dirk Fass. Die Einwohner der Bauerschaft Steinloge haben einen Sohn ihrer kleinen Ortschaft auch nach mehr als 100 Jahren nicht vergessen. Der Name Steinloge (plattdeutsch „Stehen-Löge“) bedeutet „Wald bei den Steinen“. Er beruht auf einer Flurbezeichnung der „Ahlhorner Gemeinheit“: Obwohl schon 1841 der Plan entstand, hier eine Ansiedlung zu gründen, kam es erst zwölf Jahre später zur Gründung der Kolonie Steinloge. Die heutige Bauerschaft liegt zu beiden Seiten der B 213, der früheren flämischen Heerstraße. Schaut man von diesem Standort auf die heute breit ausgebaute Teerstraße, so kann man sich kaum vorstellen, dass diese Verbindung schon um das Jahr 800 bestand. An der Stelle, wo sie die Hunte überquert, wurde die Stadt Wildeshausen gegründet.

Anfang des 18. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts gab es an der Straße noch den Beruf des Chausseewärters, der gewisse Streckenabschnitte zu betreuen hatte. Diese Aufgabe übernahm vor dem Ersten Weltkrieg zwischen Ahlhorn und Wildeshausen Johann Heinrich Cordes. Ihm sollte längst ein Gedenkstein, der sich über Jahrzehnte östlich des Radweges vor „Schnittgers Höhe“ befand, gewidmet worden sein. Doch wurde er nie mit einem Namenszug fertiggestellt, sodass niemand darin eine Bedeutung sehen konnte.

Neben dem Steinloger Ehrenmal, auf dessen Tafel unter den Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg auch Cordes’ Name mit aufgeführt ist, soll nach dem Wunsch der Steinloger Dorfgemeinschaft nun diese unvollendete Steinplatte umgesetzt werden und hier ihren endgültigen Standort bekommen.

Die heutige B 213 war einst eine der wichtigsten Wegeverbindungen zwischen den Beneluxstaaten und Skandinavien beziehungsweise zwischen Lübeck, Hamburg, Bremen, Lingen und Nordhorn. Das Verkehrsaufkommen lag um das Jahr 1800 bei sieben vierspännigen Wagen täglich, dazu kamen einige Postkutschen und die „Pickerwagen“ der örtlichen Händler. Durch die Fertigstellung der A 1  am 14. November 1968 („Hansalinie“) wurde die Bundesstraße, die vorher von einer Blechlawine nur so überrollt wurde, entlastet.

Johann Heinrich Cordes, geboren war am 28. August 1878 in Thölstedt als Sohn des Landwirts Heinrich Cordes in Steinloge geboren worden. Aktiv hat er 1898 bis 1900 bei der fünften Kompanie des Oldenburgischen Infanterie-Regiments Nr. 91 gedient. Am 26. August 1914 wurde er eingezogen und kam am 3. September ins Feld an die Westfront, wo er bereits am 13. September 1914 bei Reims schwer verwundet wurde. Er wurde nach Deutschland gebracht und kam ins Elisen-Hospital nach Dortmund, wo er am 10. Oktober seiner schweren Verwundung erlag. Seine sterblichen Überreste wurden in die Heimat überführt und am 15. Oktober 1914 auf dem Friedhof in Großenkneten zur letzten Ruhe gebettet.

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