Fahrschule Dieter Spille will Asylbewerber mit einem Dolmetscher ausbilden

Führerscheinkurs auf Arabisch für Großenkneter Flüchtlinge

Fahrlehrerin Petra Spille-Kloft und ihr Mann Dieter bieten mithilfe von Mustava Mohammad, der ins Arabische übersetzt, und der Unterstützung des ehrenamtlichen Helfers Thomas Bendfeldt (von rechts) Führerscheinkurse für Flüchtlinge an. - Foto: Beumelburg

Großenkneten - Von Jörg Beumelburg. Damit Flüchtlinge Autofahren im Sinne der Straßenverkehrsordnung lernen können, bietet die Fahrschule Dieter Spille in Großenkneten bald Führerscheinkurse auf Arabisch an. Geplant ist, dass das Angebot in etwa zwei Wochen startet. Bedingung für Flüchtlinge ist allerdings die Anerkennung ihres Bleiberechts.

„Der Kurs ist sehr aufwendig, zumal wir hier mit einem Dolmetscher zusammenarbeiten müssen“, erklärt Fahrlehrerin Petra Spille-Kloft, die das Unternehmen gemeinsam mit ihrem Mann Dieter betreibt. Sie ist der Meinung, dass ausländische Mitbewohner die deutsche Sprache lernen müssen, doch Fachbegriffe wie Heckscheibenwischer oder Stoßdämpfer würden sie einfach nicht kennen.

Spille-Kloft erwartet, dass die Nachfrage nach Fahrstunden für Menschen mit Migrationshintergrund steigt. „Die Kosten für den Erwerb der Fahrerlaubnis müssen die Teilnehmer aber selbst tragen, denn einen Zuschuss gibt es nicht dafür“, fügt die Fahrlehrerin hinzu.

„Mit einem Führerschein in der Tasche hat man eben bessere Chancen, in das Berufsleben einzusteigen. Und wer auf dem Land lebt, kann sich nur schwer ohne Führerschein fortbewegen“, meint auch Thomas Bendfeldt, der ehrenamtlich viel für die Integration von Asylbewerbern in der Gemeinde Großenkneten unternimmt.

Der Übersetzer für den Kurs, Mustava Mohammad aus Syrien, hat mit finanzieller Hilfe seiner Familie bereits einen deutschen Führerschein erworben. Und das sogar mit null Fehlerpunkten. „Eine großartige Leistung“, lobt Spille-Kloft.

„Für meine Landsleute, mich eingeschlossen, ist der Führerschein sehr wichtig, ja sogar eine Lebensgrundlage, um langfristig in Deutschland Fuß zu fassen“, sagt der 21-Jährige. Allein um einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden, sei ein Führerschein unumgänglich. Derzeit absolviert er ein Langzeitpraktikum in einem Autohaus.

Fahren in der Heimat von Verwandten gelernt

Flüchtlinge wie Mohammad brauchten in ihrer Heimat keinen Führerschein. Oft lernten sie wie er das Fahren von Verwandten. Im Sinne der Straßenverkehrsordnung in Deutschland ist das nicht. Auch Verkehrsregeln gäbe es in Syrien nicht so ausgeprägt wie hierzulande, und selbst Verkehrsschilder dienten dort lediglich als Orientierung, erzählt Mohammad. Für ihn sei das Fahren in Deutschland anstrengend, weil viele Verkehrsregeln und Schilder nicht immer leicht zu verstehen seien.

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