Der Abschiedswald bei Sandkrug ist eine letzte Ruhestätte für Hunde, Katzen und Kleintiere

Der Friedhof der Haustiere

Ruhestätte unter Kiefern: Im Abschiedswald in den Osenbergen finden Haustiere ihre letzte Ruhestätte. Foto: Städing

Ahlhorn/Sandkrug – Vor elf Jahren hat Revierförster Karl-Heinz Pelster den Abschiedswald Sandkrug eingerichtet. Seitdem sind in den Neu-Osenbergen nahe der Ortschaft – im Schutz von 80-jährigen Kiefern – rund 750 Haustiere beigesetzt worden. „Wir hatten in den ersten Jahren etwa fünfzig Haustierbestattungen und sind in 2019 bei fast hundert Bestattungen angelangt“, bestätigt Pelster den Bedarf nach einer naturnahen, derartigen Bestattungsmöglichkeit. „Wir beobachten auch eine sehr starke emotionale Bindung an die bestatteten Tiere,“ weiß Pelster zu berichten. Und weiter: „Der Abschiedswald wird von den Tierhaltern regelmäßig aufgesucht. Und obwohl er in unserem naturnahen Konzept nicht vorgesehen ist, gibt es ein zunehmendes Bedürfnis die Haustiergräber mit Blumen oder Ähnlichem zu schmücken.“

Schwerpunktmäßig kommen die Halter aus den umgebenden Gemeinden Hatten und Wardenburg sowie aus den Städten Oldenburg, Bremen und Delmenhorst. Das Einzugsgebiet reiche allerdings weiter – von Vechta bis Wilhelmshaven und von Löningen bis nach Bremen, berichtet der Förster in einem Bericht der Landesforsten weiter. „Die meisten zu bestattenden Haustiere sind Hunde und Katzen, aber auch Hamster, Meerschweinchen und Sittiche – oft Haustiere von Kindern – sind vertreten“, weiß Pelster.

Der Abschiedswald Sandkrug liegt in den Neu-Osenbergen in der Revierförsterei Sandkrug (Gemeinde Hatten) südlich von Oldenburg und wird vom Forstamt Ahlhorn betrieben. Die Anlage ist vom Landkreis Oldenburg genehmigt. Der Abschiedswald wurde 2008 als zweiter von derzeit fünf solcher Areale der Niedersächsischen Landesforsten eröffnet. Der Kiefernhain ist mehrere Hektar groß. „Abschiedswälder sind ein Angebot zur Bestattung von Haustieren im Wald und nicht zu verwechseln mit dem ,FriedWald‘-Konzept für Menschen“, legen die Landesforsten Wert auf eine Unterscheidung. Letzterer ermögliche einen Urnenbestattung im Wald, im Landkreis Oldenburg etwa im Hasbruch.

Bei der Begräbnisform Abschiedswald handele es sich zudem nicht um einen herkömmlichen Tierfriedhof, denn dieser bleibe weiterhin Wald im gesetzlichen Sinn: „Die Grabpflege übernimmt die Natur, und der Wald entwickelt sich nach den Grundsätzen naturnaher Forstwirtschaft der Niedersächsischen Landesforsten“, heißt es in dem Bericht weiter. Die Tierbestattung ist ohne Grabschmuck vorgesehen, höchstens ein unbehandeltes Holzschild markiert die Grabstelle. Abgelegter Schmuck der nicht aus dem Wald selbst stammt, werde rücksichtsvoll entfernt. Nach einem Jahr werden die Grabflächen im Rahmen eines Pflanztages mit Buchen bepflanzt. Dazu werden alle, die dort im vergangenen Jahr ihr lieb gewonnenes Haustier begraben haben, eingeladen.

Der Abschiedswald sei leicht zu erreichen und könne jederzeit im Rahmen des normalen Waldbetretungsrechtes aufgesucht werden. Bänke und ein überdachter Pavillon laden zum Verweilen ein. Menschen, die ihr verstorbenes Haustier beerdigen wollen, werden in den Tierarztpraxen der Region über Aushang und Flyer informiert.

Die Betreuer des Abschiedswaldes, Reinhard Mörking und Thorsten Krebs sorgen für die ständige Erreichbarkeit unter der dafür eingerichtete Telefonnummer 0170/2260522.

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