Pflanzungen sollen Waldentwicklung stärken

Forstrevier ist in gutem Zustand

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Jede Buche macht Freude: Revierförster Hermann Boyer kann mit seinem Wald zufrieden sein.

Cloppenburg/Ahlhorn - Einen deutlichen Zuwachs hat der Gutachter des Niedersächsischen Forstplanungsamts dem Forstrevier Cloppenburg in das Arbeitsprogramm der kommenden zehn Jahre geschrieben. Die Experten für Waldinventur sind den Waldbestand im vergangenen Jahr zur Prüfung komplett abgelaufen. Der Gutachter bescheinigte dem 2 100 Hektar großen Revier Cloppenburg einen guten Pflegezustand und machte Vorschläge für die weitere Entwicklung aller Waldgebiete.

Fast die Hälfte des Reviers wurde nach dem verheerenden Sturm 1972 mit Kiefer, Douglasie und Eiche neu aufgeforstet. „Die damals gepflanzten Nadelbäume sind so wüchsig, dass hier und in den älteren Nadelwäldern deutlich mehr erntereife Bäume heranwachsen“, sagt Förster Hermann Boyer, der den Wald seit 37 Jahren betreut. „Wir steigern die Nutzung von 9 000 auf mehr als 12 000 Kubikmeter Holz pro Jahr und bleiben dabei nachhaltig, denn es wachsen 30 Prozent mehr Holz im Wald zu, als wir entnehmen.“

Mit der verstärkten Holznutzung wird auch der Waldumbau nach den ökologischen Waldentwicklungsrichtlinien der Niedersächsischen Landesforsten vorangetrieben. In den kommenden zehn Jahren sollen 50 Hektar Eichen- und 30 Hektar Buchenpflanzungen - überwiegend unter dem lockeren Schirm alter Kiefernwälder - angelegt werden. Im gesamten Revier säen sich viele Nadelbäume, vor allem Douglasien, von selbst aus. Dieser Prozess wird unter anderem durch gezielte Auflichtung und die Pflanzung von Buchen, aber auch von Douglasien und Tannen unterstützt, um schließlich einen Mischwald zu erhalten.

„Diese Entwicklung wird hauptsächlich zulasten der fast 40 Prozent Kiefern gehen“, prognostiziert Boyer. Auch die Fichtenbestände sollen an sogenannten Risikostandorten, wo sie dem Klimawandel mit trockenen Sommern nicht standhalten, durch Douglasien und Laubbäume ersetzt werden.

„Wir können mehr Holz ernten, und gleichzeitig werden die Wälder bunter und vielfältiger“, sagt Stefan Grußdorf, stellvertretender Leiter des zuständigen Forstamts Ahlhorn. „Im südlichen Teil des Dwergter Sandes erhalten wir allerdings auf den dünenreichen Wehsanden den typischen Charakter des dortigen Kiefernwaldes mit Birken und Eichen.“ Diese prägten das Landschaftsbild im touristisch stark besuchten Bereich rund um die Thülsfelder Talsperre. Damit werde auch die „kulturhistorische Leistung der Wiederbewaldung gewürdigt“, ist Grußdorf überzeugt.

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