Schritt zu mehr Unabhängigkeit

Flüchtlings- und Migrantenfrauen lernen in Ahlhorn Radfahren

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Rudi Czipull von der Kreisverkehrswacht zeigt Raushe Khero Abdelkarim (28) die richtige Haltung auf dem Fahrrad.

Ahlhorn - Mit einem verlegenen Lächeln erzählt Raushe Khero Abdelkarim (28) von ihrem Sturz. Sie ist eine von acht Frauen, die in diesen Tagen an einem Fahrradkurs für Migrantinnen und Flüchtlinge in Ahlhorn teilnehmen. Und einmal hat Abdelkarim einfach nicht gebremst und landete daraufhin unsanft auf dem Boden. Das ist aber eigentlich die Ausnahme, denn Rudi Czipull und Wolfgang Bertram von der Verkehrswacht achten auf ihre Schüler.

Die sind erst oft ein wenig zu vorsichtig. „So ein bisschen Angst hatte ich schon“, sagt Abdelkarim, die ihre Tochter gern mit dem Rad von der Kita abholen möchte. Oder mal auf dem Drahtesel zum Einkaufen. Bis jetzt schiebt sie mit einem Kinderwagen über die Straßen oder lässt sich von ihrem Bruder fahren. Selbst mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, würde für die 28-Jährige auch ein Stück mehr Unabhängigkeit bedeuten.

Ziel: Sicherheit gewinnen

Erstmals hat die Frau im „Café Kunterbunt“ von dem Fahrradkurs gehört. Hinter den regelmäßigen Treffen mit Flüchtlingen stehen Sylvia Varnhorn und Christa Thöle, die sich während des Kurses als „Omis“ um die Kinder der Teilnehmerinnen kümmern. Die beiden älteren Frauen haben ihre helle Freude daran, die Kleinen zu umsorgen.

Währenddessen schwingt sich Abdelkarim aufs Rad. Czipull informiert, wie der Sattel auf die richtige Höhe eingestellt wird, und gibt der 28-Jährigen Hilfestellung. Anschließend rollt sie ein paar Meter über den Dorfplatz an der Katharinenstraße.

„Zuerst steht eine sanfte Runde an“, erzählt Czipulls Kollege Bertram. Es geht darum, dass die Teilnehmer zu Anfang jedes Übungsnachmittags an Sicherheit gewinnen. Als nächstes steht eine Zielbremsung an, bei der die Radfahrerinnen in einem bestimmten Bereich zum Stillstand kommen sollen. Dass Bremsen wichtig ist, musste Abdelkarim ja schon am eigenen Leib erfahren.

bor

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