Vertreterversammlung in Huntlosen 

Feuerwehr ärgert sich über anonyme Kritik

Die Geehrten und Teile des Vorstands: Peter Sparkuhl, Karl-Heinz Hartje, Werner Bahrs, Gerd Ulrich, Rolf Meyer, Horst-Dieter Meyer, Christel Zießler, Heiko Henjes (vordere Reihe, von links) und Friedrich Kahlen, Lars Hinrichs, Helmut Bruns, Rolf Meiners, Dieter Schnittjer, Ernst-August Bode, Andreas Tangemann (hintere Reihe von links). - Foto: Kreisfeuerwehrverband

Huntlosen - Der anonyme Vorwurf, bei einem Einsatz auf der Hunte in Wardenburg sei ein untaugliches Boot eingesetzt worden, beschäftigte die Kreisfeuerwehr während ihrer Vertreterversammlung am Sonnabend in Huntlosen. Dabei sicherte sich Landrat Carsten Harings tosenden Applaus.

Der Landrat verurteilte laut Mitteilung der Kreisfeuerwehr „aufs Schärfste, dass es Menschen gibt, die anonym Strafanzeige stellen, weil bei einem Einsatz ein vermeintlich falsches Boot benutzt wurde“. Zum Hintergrund: Am 12. Februar war ein treibendes Kanu auf der Hunte bei Wardenburg gesichtet worden (wir berichteten). Daraufhin hatten Feuerwehr und DLRG selbst Boote zu Wasser gelassen und nach eventuellen Passagieren gesucht. Das DLRG-Fahrzeug war von der Strömung unter eine Brücke gedrückt worden. Es hatte anonyme Vorwürfe gegeben, es sei nicht für diesen Einsatz geeignet gewesen.

Verbandsvorsitzender Peter Sparkuhl konnte ebenfalls nicht nachvollziehen, wie man Kameraden mit anonymen Briefen in der Öffentlichkeit dermaßen niedermachen kann. Aber er appellierte, „sich von solchen Schaumschlägern nicht niedermachen zu lassen“.

Sparkuhl kam auch auf das Thema Asylbewerber zu sprechen. Da die Flüchtlingsfrage noch lange nicht geklärt sei, sollte man sich in Integration üben und nicht die Möglichkeit außer Acht lassen, dass die neuen Mitbürger vielleicht auch in den Kinder-, Jugend- und Freiwilligen Feuerwehren aktiv werden könnten, gab er zu bedenken.

Im vergangenen Jahr rückten die Feuerwehren im Landkreis zu 1 371 Brand- und Hilfeleistungseinsätzen aus. Dabei verschiebe sich die Art des Einsatzes immer mehr in Richtung technische Hilfeleistungen. Es gebe immer mehr Verkehr auf den Straßen und immer öfter müssten verunfallte Personen von der Feuerwehr aus verunglückten Fahrzeugen befreit werden, heißt es in der Mitteilung der Kreisfeuerwehr. Dies gehe nicht nur an die physische, sondern auch an die mentale Substanz und sei nur durch guten kameradschaftlichen Zusammenhalt zu verarbeiten.

Größere Dimensionen nehmen auch die Brandeinsätze an – bei vielen Bränden könne nur noch unter Atemschutz gelöscht werden. Zum Jahreswechsel standen im Landkreis 588 Atemschutzgeräteträger zur Verfügung. Die Einsatzbereitschaft am Tage bereitet vielen Feuerwehren Sorge, da viele Kameraden nicht in ihrem Wohnort arbeiten oder aus betrieblichen Gründen nicht zu Einsätzen fahren dürfen. Sparkuhl appellierte an die Arbeitgeber, Feuerwehrleute für Einsätze am Tage frei zu stellen.

Im Verlauf der Versammlung wurde der Dötlinger Ortsbrandmeister Torsten Fischer zum neuen Kassenprüfer gewählt. Am 25. April geht in der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Ganderkesee die Wahl des Kreisbrandmeisters und seines zweiten Stellvertreters über die Bühne. Andreas Tangemann wird sich zur Wiederwahl stellen und für den Posten von Gerd Wiechmann, der aus Altersgründen ausscheiden muss, wird sich Frank Hattendorf zur Wahl stellen.

Der Kreisentscheid wird dieses Jahr von der Feuerwehr Prinzhöfte-Horstedt ausgerichtet. 2017 ist die Feuerwehr Schierbrok-Schönemoor dran und 2018 die Feuerwehr Harpstedt, die dann ihr 125-jähriges Bestehen feiert. Das Zeltlager des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes findet in diesem Jahr auf dem Stoppelmarktgelände in Vechta statt.

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