Lagerung von Lagerstättenwasser 

„ExxonMobil“ will Bedenken der Naturschützer ausräumen

Uwe Behrens (Bündnis „Mut“, links) und Marianne Steinkamp vom Nabu informierten sich über die Pläne von „ExxonMobil“. - Foto: jb

Großenkneten - Das Unternehmen „ExxonMobil“ hat rund 50 Anwohner und Naturschützer am Dienstagabend im Gasthaus Kempermann über seine Pläne für die Bohrung Dötlingen T1 in der Gemeinde Großenkneten informiert. Dort soll sogenanntes Lagerstättenwasser in einer Tiefe von 2 700 Metern gelagert werden.

Dies enthält Stoffe wie Benzol und Quecksilber. Die Freude darüber hält sich beim Nabu und den Grünen naturgemäß in Grenzen. Aber: „Ich gehe davon aus, dass wir die Bedenken ausräumen konnten“, sagte Pressesprecher Klaus Torp. Dem widerspricht Eduard Hüsers, Vorsitzender der Kreistagsfraktion der Grünen.

Zwar habe Exxon seine Pläne „smart vorgestellt“, aber „sie konnten nicht alle Bedenken ausräumen“, so Hüsers. „Seit dem Skandal um das Endlager Asse wissen wir, dass alles nach oben dringen kann. Exxon glaubt das in seinen Gutachten vielleicht nicht, aber ich schon“, stellt er fest. Er fordert eine strenge Überwachung, ein Monitoring der Einlagerung mit Blick auf gesundheitliche Folgen, chemische Reaktionen innerhalb der Flüssigkeit und seismische Aktivitäten. „Wir werden das Verfahren weiter kritisch begleiten“, kündigt der Huntloser an.

Bei Exxon überrascht das niemanden. „Wir freuen uns über das große Interesse, sich über das Projekt zu informieren“, sagt Dr. Thorsten Hinz, Leiter der Unternehmenskommunikation. „Unsere Fachleute schätzen das direkte Gespräch mit den Bürgern sehr, und wir nehmen die Anregungen in die Vorbereitung der Antragstellung gerne auf.“ Mehrere Experten waren im Gasthaus vertreten, um Fragen zu beantworten.

Sprecher Torp betont, das Wasser würde in Großenkneten sicher gelagert werden. „Es ist ausgeschlossen, dass etwas von unten in Richtung Grundwasser gelangt.“ Dieses befinde sich in einer Tiefe von 100 Metern. Auch mit Blick auf Erdbeben geht Torp davon aus, dass es kein Risiko gibt. Dabei unterstreicht er, dass im Raum Südoldenburg kein Fracking geplant sei.

Bei Lagerstättenwasser handelt es sich um Wasser, das bei der Förderung von Erdgas mit an die Oberfläche gelangt. Neben den gesundheitsschädlichen Inhalten Benzol und Quecksilber ist es auch leicht radioaktiv, informiert Exxon. „Man muss sorgsam damit umgehen“, sagt Sprecher Torp. Die Lagerung sei im Vergleich zu einer Aufbereitung ökologisch sinnvoller, da auf diese Weise keine Deponien für einen Teil der im Wasser enthaltenen Stoffe benötigt würden.

Lagerstätte 500 000 Kubikmeter groß

Der Hintergrund für Exxons Pläne ist eine Verschärfung der Gesetzeslage. Die Firma darf in ein paar Jahren kein Lagerstättenwasser mehr in einer Tiefe von 1 000 Metern lagern und sucht deshalb nach Alternativstandorten. In Großenkneten wurde sie fündig. Die 500 000 Kubikmeter große Lagerstätte soll 20 Jahre in Betrieb sein, wobei nicht geplant ist, das gesamte Volumen zu nutzen. Pro Tag sollen drei bis sechs Lastwagen das Wasser aus mehreren Förderstätten in die Wildeshauser Nachbargemeinde transportieren.

Exxon informiert auch auf seiner Internetseite über das Vorhaben. 

bor

www.erdgas-aus-deutschland.de

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