Die Hälfte des in Deutschland produzierten Energieträgers stammt aus dem Nordwesten

Erdgasförderung geht weiter zurück

Luftaufnahme der Erdgasaufbereitungsanlage in Sage.
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Das Rohgas wird in einer großen Anlage in Sage (Gemeinde Großenkneten) aufbereitet - es ist die größte Anlage dieser Art in Deutschland.

Landkreis/Nordwesten – Bei der Energienutzung geht der Trend weg von fossilen Brennstoffen und hin zu regenerativen Quellen. Doch ganz ohne Erdöl und Erdgas geht es auf absehbare Zeit noch nicht – und Letzteres wird in Deutschland vor allem im Nordwesten zwischen Weser und Ems abgebaut und nicht zuletzt auch gereinigt, als für Verbraucher nutzbar gemacht.

So kamen 96,62 Prozent des 2020 geförderten Energieträgers aus Niedersachsen, das waren rund 4,997 Millionen Kubikmeter. Und so verwundert es auch nicht, dass knapp die Hälfte des bundesweit geförderten Erdgases aus Weser-Ems stammt, 49,98 Prozent. Weit vorne liegt dabei der Landkreis Vechta – aber auch der Landkreis Oldenburg leistet einen großen Anteil am Gesamtaufkommen. Genaue Zahlen sind dem Jahresbericht zu entnehmen, den der Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) mit Sitz in Hannover vorgelegt hat. Im hiesigen Kreisgebiet ist das Fördergebiet „Hengstlage/Sage/Sagermeer“ mit Abstand das größte: 232,67 Millionen Kubikmeter wurden hier aus der Tiefe empor geholt – damit allerdings deutlich weniger als in den Jahren zuvor (2019: 289,06; 2018: 311,61). Die entsprechenden Daten für die weiteren Vorkommen im Landkreis Oldenburg lauten „Brettorf/Brinkholz/Neerstedt“ 108,7 Millionen Kubikmeter (2019: 139,97), Dötlingen 12,25 Millionen Kubikmeter (2019: 23,68) und Klosterseelte 21,71 Millionen Kubikmeter. Zum Vergleich: Das stärkste der sieben Felder im Landkreis Vechta, „Goldenstedt-Oythe“, kommt im vergangenen Jahr alleine auf eine Jahresproduktion von 541,12 Millionen Kubikmeter – es ist damit das zweitstärkste in Deutschland.

Produktion weiter rückläufig

Während die Erdölproduktion in Deutschland 2020 mit 1,9 Millionen Tonnen laut BVEG auf Vorjahresniveau blieb, sank die Erdgasproduktion um knapp 16 Prozent auf nunmehr rund 5,2 Milliarden Kubikmeter (2019: 6,1). Doch ist die gesamte Gasfördermenge in den vergangenen Jahren insgesamt erheblich zurückgegangen: Hat der Branchenverband 2012 noch rund zwölf Milliarden Kubikmeter ausgewiesen, sind es nun lediglich 5,1 Milliarden. Das entspreche immerhin noch mehr als fünf Prozent des deutschen Erdgasverbrauchs, so die BVEG. Neben dem natürlichen Rückgang der Produktion sei vor allem eine mehrmonatige Wartungsmaßnahme an der größten deutschen Erdgasaufbereitungsanlage des Konzerns Exxonmobil bei Sage (Gemeinde Großenkneten, wir berichteten) Ursache für die Reduktion der Produktionsmenge.

In seinem Jahresbericht geht der Verband unter anderem auf Umweltaspekte ein, etwa auf den Zwiespalt von Energieproduktion und Trinkwasserförderung. In diesem Zusammenhang weist BVEG-Hauptgeschäftsführer Ludwig Möhring auf eine Vereinbarung hin, die Ende März mit der niedersächsischen Landesregierung, Wasserverbänden und Sozialpartnern geschlossen worden ist. Demnach werde es keine neuen Bohrungen in Trinkwasserschutzgebieten in Niedersachsen mehr geben. Für Bestandsbohrungen, auch außerhalb von Trinkwasserschutzgebieten, sollen höhere Standards für mehr Sicherheit sorgen.  fra

Nahezu die Hälfte des deutschen Erdgases wird im Nordwesten der Republik (Ausschnitt) gefördert. Rote Markierung: Erdgaslagerstätte, grüne Markierung: Erdöllagerstätten.

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