Rat der Gemeinde Großenkneten will keine weitere Trinkwasserförderung im Hegeler Wald

Einig in der klaren Ablehnung

Inhaltlich eng beieinander: Der Gemeinderat tagte unter Coronabedingungen.
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Inhaltlich eng beieinander: Der Gemeinderat tagte unter Coronabedingungen.

Großenkneten – Der Rat der Gemeinde Großenkneten ist immer für eine Diskussion gut – seien es grundlegende Differenzen, wie seinerzeit wegen der Regelung der Tierhaltungsanlagen, oder mehr oder minder feine Spitzen gegen politische Kontrahenten. Während seiner letzten Sitzung in diesem Jahr war sich das Gremium gleich zu Beginn in zwei Punkten einig. Der Ratsvorsitzende Torsten Deye (CDU) und die Fraktionen gratulierten zunächst dem amtierenden Bürgermeister Thorsten Schmidtke zu dessen Wiederwahl in der vergangenen Woche (wir berichteten) und lobten seinen einzigen Herausforderer, Carsten Grallert, für dessen fairen Wahlkampf.

Ein Lob, das auch Schmidtke seinerseits wiederholte. Das sei bei einer Wahl auf dieser Ebene sicherlich nicht selbstverständlich, meinte er. Die gute Zusammenarbeit mit den Fraktionen im Rat habe sicherlich zu dem Erfolg (79,3 Prozent der abgegebenen Stimmen) beigetragen. Er versprach, einen jeden Bürger in der Gemeinde Großenkneten „mitzunehmen“ und dabei auch „die, die nicht unbedingt auf meiner Seite sind“. Dies sei sicherlich wichtig, sagte Imke Haake für die FDP-Fraktion, bedenke man, dass die Wahlbeteiligung (42,45 Prozent), selbst in der aktuellen Lage gering gewesen sei.

Einig war sich der Gemeinderat auch bei einer Resolution an den Landkreis Oldenburg. Darin wendet sich das Lokalparlament geschlossen gegen die Pläne des Versorgungsunternehmens „Verkehr und Wasser“ (VWG) aus Oldenburg, im Hegeler Wald bei Huntlosen Trinkwasser zu fördern. Im Gespräch sind dabei rund eine Million Kubikmeter im Jahr. Das Unternehmen hatte unter anderem Mitte September dem Kneter Umweltausschuss seine Pläne vorgestellt und war bereits dort auf Kritik gestoßen. Seitens der Gemeinde vorgebrachte Einwände hätten die VWG-Geschäftsführung nicht von ihrem Vorhaben abgebracht, so Schmidtke. Auch die Gemeinde Wardenburg interessiere sich für die Pläne der Oldenburger. Das Rathaus habe ihre Informationen an die Verwaltung in der Nachbargemeinde weitergegeben, berichtete der Bürgermeister.

„Die Gemeinde Großenkneten ist bereits durch die Trinkwasserförderung des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes mit jährlich 19 Millionen Kubikmeter stark belastet. Diese Wasserförderungen, verbunden mit dem Klimawandel, sind verantwortlich für erhebliche negative Entwicklungen“, heißt es in der Resolution. Und weiter: „Aufgrund der klimatischen Veränderungen ist von einer Verknappung der Wasserressourcen auch in der hiesigen Region auszugehen. Durch eine weitere Wasserförderung sind schädliche Gewässerveränderungen zu erwarten.“

Die VWG beabsichtige, schnellstmöglich einen Bewilligungsantrag zu stellen. Doch solle der Landreis Oldenburg als Genehmigungsbehörde diesen „im pflichtgemäßen Bewirtschaftungssermessen zum Wohle der Allgemeinheit“ ablehnen, fordert der Gemeinderat in seinem Schreiben.

Redner aller Fraktionen lehnten die VWG-Planungen strikt ab. „Wir können uns nicht mehr erlauben, so viel Wasser in der Gemeinde Großenkneten zu entnehmen“, sagt Deye, der für seinen Redebeitrag den Ratsvorsitz abgegeben hatte. Der Landwirt nannte ein Beispiel aus Haschenbrok: Dort habe der Grundwasserspiegel 1994 noch bei 2,60 Meter gelegen. Aktuellen Messungen zufolge liege er jetzt bei nur noch elf Metern. „Was der OOWV an Wasser heraussaugt, ist ganz deutlich zu spüren“, befand er. In den 1980er-Jahren habe eine Bürgerinitiative schon einmal erfolgreich gegen ein solches Förder-Bestreben geklagt, deutete Deye Widerstand an, „die Argumente sind heute die Gleichen.“ Es sei an der Zeit, dass sich Versorger Gedanken über Alternativen machten, etwa Entsalzung oder die Aufbereitung von Abwasser.  fra

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