Die Wurzeln der Kult-Band „Trio“ liegen in Sage in der Gemeinde Großenkneten

Eine „Dorfkapelle“ erlangt Weltruhm

Das unvergessene „Trio“: Peter Behrens, Karl Krawinkel und Stefan Remmler (von links). Repro: Fass

Sage/Großenkneten - Von Dirk Fass. „Ein Leckerbissen für alle Musikfreunde“ – so lautet die Überschrift eines Artikels aus unserer Zeitung vom 4. März 1981. Darin der Hinweis, dass am folgenden Abend um 20 Uhr im Hannoverschen Hof in Wildeshausen eine Band namens „Trio“ ihren Auftritt hat. Eine Gruppe, die ohne großen technischen Aufwand Musik machte. Diese Dreier-Combo sollte später nicht nur bundesweit, sondern auch international bekannt werden und Erfolge feiern. Doch stellen wir das „Trio“ zunächst einmal vor: Da war zunächst der Ex-Lehrer Stefan Remmler (Gesang), Ex-Clown und Schlagzeuger Peter Behrens und Gitarrist „Kralle“ Karl Krawinkel. Alle wohnten seinerzeit zusammen in dem Haus „Regenter Straße 10a“ in der Gemeinde Großenkneten, Ortsteil Sage.

Etwa Anfang 1980 steckten Remmler und Krawinkel mit ihrer Musikerkarriere in einer finanziellen Krise. Daher entschlossen sie sich, nur noch mit dem Schlagzeuger Behrens weiter zu musizieren. Auch auf einen Bassisten wollten die Künstler angesichts der Lage verzichten. Fest entschlossen, auf die in jener Zeit hochschwappende Neue Deutsche Welle (NDW) aufzuspringen, wollten sie mit Songs aus eigener Feder auftreten. Zusätzlich trainierten sie eine Showeinlage mit Klamauk ein.

Um ihr Musik- und Showprogramm der Öffentlichkeit vorzustellen, packten sie im Großenkneter Hotel Kempermann ihre simplen Instrumente aus, die seinerzeit allesamt im Warenhaus für insgesamt 2 500 DM zu haben waren – ein vergleichsweise geringer Betrag. Um im Jahr 1981 den Verkauf ihrer ersten Langspielplatte „Trio“ (LP) anzukurbeln, machten die drei eine „Ladentournee“ durch 180 deutsche Schallplattengeschäfte. „Das war nur möglich“, so Remmler damals, „weil wir uns als Dorfkapelle verstehen und so wenig Instrumente haben“. Die Verbundenheit zu ihrem Wohnort dokumentierte die Band auf dem Cover der Schallplatte: Dort prangte in großen Letter ihre Anschrift in „2907 Großenkneten 2“, inklusive Telefonnummer.

Während einer Tour bekam Stephan Remmler ein Spielzeug-Keyboard der Firma Casio geschenkt. Nach mehreren Testläufen komponierte er damit das Lied „Da Da Da ich lieb dich nicht du liebst mich nicht aha aha aha“. Dieser Song war selbst für NDW-Verhältnisse radikal anders und schlug sprichwörtlich wie eine Bombe ein: Als das Lied 1982 auf einer LP veröffentlicht wurde, brachte es „Trio“ unter anderem einen Auftritt in Dieter Thomas Hecks „ZDF Hitparade“ und anderen publikumswirksamen TV-Shows ein.

Die Platte eroberte die Hitparade: 2,1 Millionen Stück wurden in kurzer Zeit verkauft. International gingen 13 Millionen Exemplare weg. Dabei ist das Lied gerade einmal drei Minuten und zwanzig Sekunden lang. 168-mal wird darin „da, da, da“ und 27-mal als Refrain „aha, aha, aha“ gesungen – nur unterbrochen von der Feststellung: „Ich lieb dich nicht, du liebst mich nicht.“ Und doch: Das Lied war in seiner ganzen Abgedrehtheit einfach etwas Neues, man musste es hören. Oder besser noch: dem Trio aus Sage dabei zusehen.  fra

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