Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Ahlhorn will noch mehr auf IT-Kenntnisse setzen

Ein „digitaler Führerschein“ für alle Schüler‘

Schülerinnen des Ahlhorner Gymnsiums zeigen während einer Online-Konferenz ihre Zertifikate.
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In Corona-Zeiten nur digital in einem Raum: Schülerinnen des Ahlhorner Gymnasiums mit ihren ECDL-Zertifikaten. Dafür haben sie zwei Jahre lange zusätzlich Unterricht und diverse Prüfungen absolviert.

Ahlhorn/Landkreis – Der Umgang mit Computern und Software bestimmt schon längst nicht mehr allein die Arbeitswelt, sondern ist ein fester Bestandteil von Schule, Studium und nicht zuletzt Alltag. Sicherer Umgang mit Programmen und Endgeräten wird immer wichtiger. Gut, wer sich dieses Wissen frühzeitig angeeignet hat und es nicht erst später noch erwerben muss.

Ein solches Angebot macht das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DBG) in Ahlhorn seinen Schülern mit dem Erwerb der „European Computer Driving Licence“ („Europäischer Computer Führerschein“, ECDL) – einer zweijährigen, modular aufgebauten Ausbildung, die nach Prüfungen mit einem international gültigen Zertifikat abschließt. Es wird von diversen Arbeitgebern und Behörden anerkannt. Ein Angebot, dass das DBG seinen Schüler in den Klassen acht und neun nun schon seit fast zwölf Jahren macht – länger als andere Schulen im Landkreis.

Eine Doppelstunde in der Woche - zusätzlich

In dieser Zeit haben 229 Schüler und fünf Lehrer diesen Leistungsnachweis erworben, berichtet Martin Neebuhr, der an dem Ahlhorner Gymnasium das Programm leitet. Das seien insgesamt 1 933 Prüfungen. Der wöchentliche, zweistündige Unterricht erfolge immer freiwillig „on top im Nachmittagsbereich“, erläutert der Pädagoge. Den teilnehmenden Schülern – aktuell seien es 47 – habe sich die Sinnhaftigkeit dieses Zusatzaufwandes erschlossen, so Neebuhr weiter. Nicht zuletzt wegen der Corona-Krise seien digitale Kernkompetenzen an Schulen stärker in den Fokus gerückt. Doch wandele sich die Bildungslandschaft allgemein in diese Richtung. Auch die Kultusministerkonferenz habe vor einiger Zeit die Wichtigkeit dieser Themen herausgestellt.

Elf Module sind im ECDL möglich, die Schule habe sich für sieben davon entschieden. Dabei gehe es zum einen darum, die Lebenswirklichkeit der Schüler zu treffen, so Neebuhr weiter. Zum anderen sei es das Ziel, mehr als nur Anwenderwissen zu vermitteln. Zu den Bausteinen gehörten Computergrundlagen, die Einrichtung und Nutzung von Möglichkeiten zur Online-Zusammenarbeit, oder der Umgang mit Office-Software, insbesondere in der „Cloud“ (über das Internet). Diese seien jedoch Kenntnisse, die im herkömmlichen Unterricht nicht zusätzlich vermittelt werden könnten, etwa der Umgang mit komplexen Tabellenkalkulationsprogrammen in Mathe oder Physik. Allerdings kämen den Schülern die Computerkenntnisse natürlich dort zugute, etwa, wenn sie Ergebnisse präsentieren oder eine Facharbeit schreiben müssen, so Neebuhr.

Neuer Name, mehr Inhalte

Das ECDL-Programm ist 2020 in ICDL („International Certification for Digital Literacy“) umbenannt worden. Dieses weiterreichende Konzept enthält wählbare Module wie etwa IT-Sicherheit, Bildbearbeitung, E-Health sowie Online-Zusammenarbeit. Und dies, so die Vorstellung der Schule, soll künftig ab den Jahrgängen neun und zehn ein verpflichtender Baustein im Unterricht des DBG werden. So weit ist es aber noch nicht: „Das muss erst verschiedene Schulgremien durchlaufen“, so Neebuhr. In der kommenden Woche seien beispielsweise erste Elterngespräche dazu geplant.

Die Einführung eines Pflicht-ICDL bedingte allerdings auch eine Veränderung des Schulstatus, erläutert der Lehrer weiter: von der jetzt offenen Ganztagsschule zu einer sogenannten teilgebundenen – also einer Mischform mit offenen und gebundenen Angeboten. Mit eben dieser Thematik wird sich unter anderem der Schul- und Kulturausschuss des Landkreises Oldenburg während seiner kommenden Sitzung am Montag, 2. März, beschäftigen.

Jugendliche sind nicht automatisch Computer-Experten

Aber warum müssen sich Jugendliche denn noch zusätzlich im Unterricht mit Computern abgeben, können junge Menschen heute nicht sowieso problemlos damit umgehen? „Nein, können sie nicht“, entkräftet Neebuhr eine landläufige Vorstellung. Wer etwa ein Smartphone benutzen kann, verstehe noch lange nicht die Technik dahinter – und wisse nicht zwangsläufig, worauf er bei der Benutzung achten muss. Sicherlich hätten die Schüler ein „natürliches Verständnis“ für den Umgang mit den Geräten, und sie gingen auch ohne Hemmungen damit um. Gleichwohl: „Es fehlt ihnen das Grundlagenwissen. Das merken wir immer wieder.“

Das DBG am Ahlhorner Schulzentrum.

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