Einwohner des Dorfes können als Brandschützer in drei Ortschaften aktiv werden

Die Döhler Feuerwehr wurde einst zu teuer

Ein kleines Häuschen in Dorf Döhlen in dem einst die Feuerwehrspritze untergestellt wurde.
+
Wo einst die Döhler Feuerspritze auf Einsätze wartete, können heute Wanderer eine Pause einlegen.

Döhlen – Im Ortskern des Dorfes Döhlen (Gemeinde Großenkneten) befindet sich ein kleines und liebevoll hergerichtetes offenes Gebäude, das heute als Rastplatz für den Rad- und Fußwanderer dient. An einer Wand befinden sich Fotos, die darauf schließen, dass hier einst die Feuerspritze untergebracht war und Döhlen eine eigene Ortswehr hatte. Ein Relikt aus der Vergangenheit also – denn seit mehr als 60 Jahren gibt es die nicht mehr.

Wenn es in den Orten brennt, eilt eine der Nachbarfeuerwehren zur Hilfe. Wie es einst dazu kam, lässt sich aus den Aufzeichnungen der Gemeinderatssitzungen entnehmen: Am 2. Februar 1950 wurde noch einstimmig beschlossen, dass für die freiwillige Feuerwehr in Döhlen zehn „Feuerwehrröcke“ zu beschaffen seien. Diese überplanmäßige Ausgabe schlug mit immerhin 380 DM zu Buche und wurde von den Ratsmitgliedern damit genehmigt. Auf der Sitzung vom 8. Februar 1954 gab der damalige Gemeindebrandmeister einen Bericht ab, dass auch in Döhlen ein Probealarm ausgelöst worden sei. Dabei wurde festgestellt, dass die als Vorspann für die Spritze verpflichteten Treckerbesitzer Erich Hibbeler und Wilhelm Meyer nicht rechtzeitig zur Stelle waren. Daraufhin wurde folgender Beschluss gefasst: „Die vorspannleistungspflichtigen Besitzer sind durch die Gemeindeverwaltung darauf hinzuweisen, dass sie auch bei Probealarm rechtzeitig zur Stelle sein müssen.“

Die kleine Feuerwehr war der Gemeinde zu teuer

Zwei Jahre später traf der Rat für die Döhler eine schwere Entscheidung. So heißt es wörtlich: „Seit längerer Zeit ist in Sitzungen der Gemeindevertretung wiederholt zum Ausdruck gekommen, dass fünf Feuerwehren der Gemeinde in Anschaffung und Unterhaltung zu viel Geld kosten.“ Es tauchte die Frage auf, ob man nicht eine Feuerwehreinheit einsparen könnte. Hierbei wurde zunächst an Döhlen gedacht, weil zum einen dort kein Fahrzeug steht und zum anderen die Nachbarwehren den Feuerschutz übernehmen könnten. Somit fasste der Rat einen einstimmigen Beschluss: „Die Freiwillige Feuerwehr Döhlen wird mit dem 31. März 1956 aufgelöst. Dieser Beschluss soll der freiwilligen Feuerwehr Döhlen in würdiger Form zur Kenntnis gebracht werden. Die noch brauchbaren Geräte und Sachen werden an die übrigen Feuerwehren verteilt.“

Am 31. Juli 1956 beschloss der Gemeinderat einstimmig, dass der Ortsbrandmeister Wilhelm zur Mühlen anlässlich der Auflösung der Döhler Feuerwehr, um deren Aufbau er sich besonders verdient gemacht hat, zum Ortsehrenbrandmeister mit dem Recht, die Uniform und die bisherigen Dienstgradabzeichen zu tragen, ernannt wird. Weiter heißt es: „Der Gemeinderat gibt der Erwartung Ausdruck, dass er den freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen und in Notfällen die aktiven Wehrführer vertreten wird.“

Von drei Feuerwehren umgeben

Heute werden die Aufgaben der Döhler Feuerwehr in aller Regel von Großenkneten aus übernommen, berichtet Gemeindebrandmeister Thorsten Schnitger aus Sage auf Anfrage. Dort versehen auch die meisten seiner Döhler Kameraden ihren Dienst, wenngleich es insgesamt nur eine Handvoll sind. Doch sei Döhlen dahingehend eine Besonderheit, so Schnitger: Denn wer aus dem Ort bei den Brandschützern aktiv werden will, kann sich aussuchen, ob er das in Großenkneten, Huntlosen oder Sage machen möchte. Döhlen liege inmitten der jeweiligen Grenzen der Zuständigkeitsbereiche der drei Ortsfeuerwehren. „Sie könne sich aussuchen, was für sie am besten zu erreichen ist oder wo sie ihre Freunde haben“, so Schnitger. Und das sei auch vollkommen gut so: „Kameradschaft und Freundschaft gehört in die Feuerwehr.“ Darüber hinaus sei er über jeden Interessierten froh, der bei der Feuerwehr hereinschauen will.

„Wir brauchen immer Nachwuchs – gerne und insbesondere auch aus Döhlen“, sagt der Gemeindebrandmeister Schnitger abschließend.  mit fra

Von Dirk Fass

Die Jugendfeuerwehr Döhlen im Jahr 1950/51.
Martialischer Eindruck: Döhler Feuerwehr anno 1948.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Sieg reicht nicht: Bayern-K.o. gegen Paris Saint-Germain

Sieg reicht nicht: Bayern-K.o. gegen Paris Saint-Germain

Antifa-Demo gegen rechte Gewalt zieht durch Syke

Antifa-Demo gegen rechte Gewalt zieht durch Syke

Blutiger Dornfelder: ein Krimi-Rotwein-Paket zum Genießen

Blutiger Dornfelder: ein Krimi-Rotwein-Paket zum Genießen

Trauerfeier für Prinz Philip am kommenden Samstag

Trauerfeier für Prinz Philip am kommenden Samstag

Meistgelesene Artikel

Corona im Landkreis: Zwei weitere Tote

Corona im Landkreis: Zwei weitere Tote

Corona im Landkreis: Zwei weitere Tote
Wie im mystischen Märchen: In Hude ist ein seltener weißer Rehbock zuhause ��

Wie im mystischen Märchen: In Hude ist ein seltener weißer Rehbock zuhause 🦌

Wie im mystischen Märchen: In Hude ist ein seltener weißer Rehbock zuhause 🦌
Viele neue Fälle in Wildeshausen und Dötlingen

Viele neue Fälle in Wildeshausen und Dötlingen

Viele neue Fälle in Wildeshausen und Dötlingen

Kommentare