Autobahnpolizei Ahlhorn sorgt für Sicherheit

Mit der „bunten Kuh“ auf Streifenfahrt

Ein Polizist montiert eine Minikamera.
+
Albert Seegers montiert die unauffällige Mini-Videokamera auf dem VW Bus der Autobahnpolizei.

Ahlhorn/Landkreis – Der Nordwesten wird von zahlreichen Autobahnen durchzogen. Das ist vor allem für Reisende und nicht zuletzt den Warentransport von Vorteil. Doch bringt der Verkehr auf diesen nationalen und grenzüberschreitenden Verbindungswegen auch Probleme mit sich. Diese Autos, Transporter und Sattelzüge zu kontrollieren und den Verkehr am laufen zu halten, sind nur zwei der Aufgaben, die im Landkreis Oldenburg und umzu von der Autobahnpolizei Ahlhorn wahrgenommen werden.

Auf der A1 sind die Beamten zwischen Brinkum und den Dammer Bergen unterwegs, sowie auf der A28 und A29 von und bis Oldenburg und Delmenhorst. Dabei greifen die 74 Ordnungshüter – 68 von ihnen sind im Streifendienst im Einsatz – auch auf das ein oder andere ungewöhnliches Hilfsmittel zurück.

Ein besonders erfolgreiches ist ein unauffälliger grauer VW Transporter. Auf dem Dach ist – völlig unverdächtig – eine Aluleiter befestigt. Daran wiederum ist ein unscheinbares kleines Kästchen montiert, in dem eine Mini-Videokamera eingesetzt werden kann. Damit filmen die Beamten Lastwagenfahrer und das buchstäblich auf Augenhöhe. „Das ist ein Pilotprojekt der Polizeidirektion Oldenburg“, erläutert Albert Seegers im Gespräch mit unserer Zeitung. Es sei Anfang 2019 ins Leben gerufen worden, nachdem zuvor ein Lastwagen auf der A 28 im Bereich der Stadt ungebremst auf ein Stauende aufgefahren war und einen tödlichen Unfall verursacht hatte, berichtet der Beamte. Damals sei eine Frau in einem Auto verbrannt. Mit dem VW können seine Kollegen nun Trucker, die während der Fahrt etwa am Handy spielen, aufzeichnen und sie so leicht überführen. Doch so unscheinbar der zivile Transporter auch ist, erzählt der Polizist, sei der Wagen bei den Fernfahrern längst bekannt und werde – nicht zuletzt aufgrund einiger Fernsehreportagen – rasch erkannt. „Das ist eine bunte Kuh“, sagt er scherzhaft. Doch das sei nicht weiter schlimm, so Seegers. Allein die Anwesenheit des Bullis auf der Autobahn sorge dafür, dass so mancher Fahrer die Finger von seinem Smartphone lasse. „Dann haben wir das Ziel erreicht.“

Es gibt immer genug zu tun

Doch gebe es nach wie vor viel für seine Kollegen und ihn zu tun, so berichtet er aus dem Dienstalltag: „Wir sind sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag im Einsatz.“ Während einer sechsstündigen Tour auf der Autobahn habe er letztens zwölf Verstöße verzeichnet. Das klinge für den Laien vielleicht nicht nach viel, erläutert der Polizist. Doch rechne man die Zeit mit ein, die jeder einzelne Fall verschlinge – etwa das Fahrzeug bis zur nächsten Haltestelle begleiten oder auch der Papierkram – sei das sehr viel. Um die Verständigungsprobleme mit ausländischen Fahrern zu minimieren, verfügen die Einsatzkräfte über sogenannte „Ablenkungskarten“, die es neben Deutsch auch auf Russisch, Polnisch, Rumänisch, Bulgarisch und natürlich Englisch gibt. Und für andere Sprachen? Da gebe es den Google Übersetzer auf dem Smartphone, so Seegers – das funktioniere bestens.

Doch nicht nur der Berufskraftverkehr ist im Blick der Autobahnpolizei, sondern natürlich auch die vielen privaten Fahrzeuge. Bei jeder Verkehrskontrolle werde der Zustand des Autos stets mit überprüft, unterstreicht Seegers, „bei einem Unfall sowieso“. Das gelte jetzt im Winter nicht zuletzt mit Hinblick auf die richtige Bereifung. Allgemein wünsche er sich mehr Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer. Jeder sollte sich so verhalten, dass er anderen als Vorbild dienen könne, sagt der Polizist abschließend. „Wenn sich jeder so benimmt, dann sind alle sicherer – und wir haben weniger Einsätze.“

Die „Ablenkungskarten“ sind mehrsprachig verfügbar.
Albert Seegers mit der „bunten Kuh“.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Schwerer Unfall mit Kranwagen: 78-jähriger Wildeshauser lebensgefährlich verletzt

Schwerer Unfall mit Kranwagen: 78-jähriger Wildeshauser lebensgefährlich verletzt

Schwerer Unfall mit Kranwagen: 78-jähriger Wildeshauser lebensgefährlich verletzt
Existenzbedrohend für Hausbauer

Existenzbedrohend für Hausbauer

Existenzbedrohend für Hausbauer
Mittelfristiger Jobmotor? „Bloomify“ expandiert in Harpstedt

Mittelfristiger Jobmotor? „Bloomify“ expandiert in Harpstedt

Mittelfristiger Jobmotor? „Bloomify“ expandiert in Harpstedt
Maskierte Räuber erbeuten Geld in Colnrade

Maskierte Räuber erbeuten Geld in Colnrade

Maskierte Räuber erbeuten Geld in Colnrade

Kommentare