Abnahme des Gewerbeaufsichtsamts Oldenburg ohne Beanstandungen

Deponie Haschenbrok ab sofort in Betrieb

Reifenwaschanlage an der Ausfahrt der Deponie.

Döhlen – Mit der Abnahme durch das Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg war die letzte Hürde genommen: Seit dem 15. Januar dieses Jahres hat die Firma „Bodenkontor Steinhöhe“ den Betrieb der Mineralstoffdeponie Haschenbrok aufgenommen. „Erfolgreich endet damit ein bisher beispielloses Zulassungsverfahren, das ein Jahrzehnt in Anspruch genommen hat“, beschreibt Anke Rüpke, von dem durch das Unternehmen beauftragten Ingenieurbüro diesen Schritt für den Betreiber. Damit stehe der Bauwirtschaft nun ein Deponievolumen von insgesamt rund 1,44 Millionen Kubikmetern – jährlich rund 80 000 Kubikmeter – zur Verfügung. Die Ablagerungsfläche von 11,05 Hektar ist auf vier Bauabschnitte aufgeteilt. Der Deponiebetrieb ist auf 18 Jahre ausgelegt, berichtet die Expertin.

Die Anfänge des Projekts reichen bis in das Jahr 2008 zurück, blickt das Bodenkontor auf die Geschichte der heutigen Deponie: „Bei den Grundstückseigentümern, Holger Cordes und Gerd Mohrmann kündigte sich das Ende des Sandabbaus an und mit ihm Verfüllung und Aufforstung der Sandgrube.“ Gerd Horstmann, Geschäftsführer bei „Umweltschutz Nord“ in Ganderkesee, habe seinerseits um den Bedarf an Deponiekapazitäten gewusst. Die drei Unternehmer gründeten das „Bodenkontor Steinhöhe“ und veranlassten die Planung. 2010 stelten sie den ersten Antrag auf Bau und Betrieb der Mineralstoffdeponie Haschenbrok. „Weder der Widerstand gegen das Vorhaben, noch die Dauer des Verfahrens ließen sich damals erahnen. Mehr als 800 Einwendungen gingen beim Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg gegen das Vorhaben ein“, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Antragsunterlagen hätten mehrfach überarbeitet, die Ausgleichsmaßnahmen ausgeweitet werden müssen. Schließlich erteilte das Gewerbeaufsichtsamt 2015 den Planfeststellungsbeschluss. Neben dem Naturschutzbund Deutschland erhoben auch der Landkreis Oldenburg und die Gemeinde Großenkneten rechtliche Einwände gegen das Vorhaben. Die Projektgegner konnten sich vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg aber nicht durchsetzen: Der Gerichtsbeschluss bestätigte am 31. Juli 2018 das Vorhaben und wies alle Klagepunkte zurück. Das Bodenkontor durfte bauen. Die Bürgerinitiative hatte nach der Niederlage vor Gericht vorerst auf weitere juristische Schritte verzichtet, jedoch angekündigt, den Betrieb der Deponie „kritisch“ weiter zu begleiten (wir berichteten).

„Die Sicherheitsstandards schließen eine Verfrachtung der Schadstoffe aus“, beschreibt Rüpke. Die Voraussetzung für den Deponiebetrieb sei ein Barrierensystem: Die Grubensohle sei mit einer einen Meter mächtigen Tonschicht ausgekleidet. Zur Basisabdichtung gehörten oberhalb dieser Barriere eine Sandschutzschicht (zehn Zentimeter), eine flüssigkeitsdichte Kunststoffdichtungsbahn (2,5 Millimeter) und eine Kiesschicht (30 Zentimeter). Das Sickerwasser werde auf der abgedichteten Fläche gefasst und dem Sickerwasserspeicherbecken zugeführt. Das System werde fortlaufend überwacht. Es dürften nur Mineralstoffe nach einem festgelegten Annahmekatalog angenommen werden, die sich nicht mehr verwerten lassen und zudem die zulässigen Grenzwerte einhalten. „Nur wenn laboranalytische Untersuchungen belegen, dass die Schadstoff-Gehalte der Deponieklasse I entsprechen, passieren die Lastwagen die Waage“, so Rüpke weiter. Der Deponiebetreiber führe regelmäßig Kontrolluntersuchungen durch, sodass Abfall bei widerrechtlicher Anlieferung wieder aufgenommen und zu einer geeigneten Entsorgungsanlage abgefahren werden kann. Ein „umfangreiches Monitoring“ belege, dass das Sicherungssystem hält, was es verspreche. Fünf dazu angelegte Brunnen erlauben die regelmäßige Beprobung des Grundwassers. Die Landwirtschaftskammer Oldenburg beprobe die Böden und den Aufwuchs im Einflussbereich der Deponie. Die Erstuntersuchungen seien zur Beweissicherung bereits 2019 – und damit vor Betriebsbeginn – erfolgt. Im Deponiebetrieb schließe sich die Überwachung der Staub-Emissionen an. Die Umweltbaubegleitung kontrolliere parallel die Umsetzung und Wirksamkeit der Ausgleichsmaßnahmen. Als Ersatzmaßnahme für den ehemaligen Sandabbau forstet der Vorhabenträger auf 13,5 Hektar Landwirtschaftsflächen auf. Außerhalb der Deponie seien zudem weitere 14,6 Hektar für Ausgleichsmaßnahmen beschafft worden, heißt es.

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