Zweite Jobmesse der Graf-von-Zeppelin-Oberschule in Ahlhorn

„Deine Zukunft – dein Zuhause“

Die Zeiten wandeln sich: Heute müssen Unternehmen auf Jobmessen um Auszubildende werben. Symbolfoto: dpa/Schutt

Ahlhorn – Fachkräftemangel: Das ist nicht nur ein abstrakter Begriff, mit dem sich die Pressestellen großer Konzerne beschäftigen, sondern auch ein konkretes Problem für die Betriebe und Firmen vor Ort. In der Gemeinde Großenkneten gehen Firmen und Schulen vereint dagegen vor: Unter anderem mit der zweiten Bewerbermesse, die morgen in der Graf-von-Zeppelin-Schule in Ahlhorn über die Bühne gehen wird. Schüler der Jahrgänge sieben bis zehn können sich dann vormittags bei 31 lokalen und regionalen Ausstellern aus verschiedensten Branchen – vom Metallbauer über ein Kreditinstitut bis hin zu einer Zahnarztpraxis – umsehen, vorstellen und informieren. Das Motto der Hausmesse lautet „Deine Zukunft – Dein Zuhause“.

Ab 10 Uhr können sich die Oberschüler umsehen und müssen zudem Aufgaben erfüllen. Diese sind je nach Altersstufe verschieden und reichen von einer „Rallye“ durch die Hausmesse, über „Interviews zur Ausbildung“ bis hin zum „Speed Dating“ der ältesten Schüler mit den Firmen. Eine „Checkliste“ gibt den jungen Messebesuchern ein Reihe Verhaltensregeln an die Hand („Mein Handy ist ausgeschaltet“, „Ich achte auf eine angemessene Sitzhaltung“, „Ich bin aufmerksam und frage nach, wenn ich etwas nicht verstanden habe“). Ist der Vormittag den Schülern vorbehalten, steht der Nachmittag auch den Eltern und anderen Schulen offen.

Doch warum wenden Firmen Zeit und Geld auf, um an der Messe teilzunehmen? „Die Antwort haben bestimmt schon Viele gegeben: Fachkräftemangel“, sagt Henning Butt, geschäftsführender Gesellschafter des mittelständischen Unternehmens. Die Großenkneter haben sich auf unterschiedliche Arten von Verladerampen und Industrietoren spezialisiert und vertreiben diese weltweit. „Wir haben festgestellt, dass wir von uns aus den Kontakt suchen müssen“, berichtet Butt auf Anfrage unserer Zeitung. Wie sich gezeigt habe, wüssten die jungen Menschen größerenteils gar nicht mehr, welche Betriebe es in der Gemeinde überhaupt gibt. Lediglich die Namen der großen regionalen Firmen seien bekannt.

Das bedeute, dass Butt als Ausbildungsbetrieb aktiver sein muss als zuvor. „Dafür ist die Messe ideal“, befindet er. Es gehe vor allem um den Erstkontakt, erläutert er weiter, damit die Schüler den Namen kennenlernen und die Firma in Erinnerung bleibe. Dabei denke das Unternehmen langfristig: Die Siebtklässler von heute, seien die Bewerber von Übermorgen. Lokale Auszubildende hätten zudem den Vorteil, dass sie den Betrieb in Großenkneten leichter erreichen können, im Gegensatz zu Schülern aus Oldenburg. „Wir haben ein gutes Gefühl von der ersten Messe“, bewertet er die Veranstaltung. Er begrüßt, dass es in diesem Jahr mehr Kontakt mit den Eltern möglich sein werde, so Butt.

Die Nähe von potenziellen Bewerbern zum Unternehmen schätzt auch Michael Hanje, Geschäftsführer des Ahlhorner Transport- und Nutzfahrzeugunternehmens Brüning, das rund 170 Mitarbeiter beschäftigt. Die Ahlhorner setzen seit Jahren auf vergleichbare Messen und sind von dem Erfolg überzeugt. Butts Eindruck, dass nicht jeder die Betriebe in der Gemeinde kenne, könne er bestätigen, Hanje: „Es haben sich schon viele erschrocken, was es in dem dem Ort für Unternehmen gibt.“ Doch sei es nicht nur interessant, den Namen der Firma bekannt zu machen, sondern ebenso für bestimmte Berufe zu werben. Denn: „Viele Schüler wissen noch gar nicht, was sie werden wollen“, so Hanje.

Erst im Gespräch merkten manche, wie spannend eine bestimmte Ausbildung sei und welche Entwicklungsmöglichkeiten sich böten: „Viele denken, ein Lkw-Fahrer sitzt nur hinter dem Lenkrad“, nennt er ein Beispiel. Dabei könne er sich etwa zum Kraftverkehrsmeister weiterbilden.  fra

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