FDP-Bundestagskandidat in Sage

Christian Dürr macht sich für das Fracking stark

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Christian Dürr (4. von rechts) besichtigte die Exxon-Anlage mit der Großenkneter FDP.

Sage - Von Ove Bornholt. Der FDP-Bundestagskandidat Christian Dürr hat sich bei „ExxonMobil“ in Sage für das Fracking stark gemacht. Der 40-Jährige aus Ganderkesee besuchte den Standort am Dienstag mit Großenkneter Liberalen.

Wer ernsthaft glaube, dass Deutschland die Transformation der Energieerzeugung ohne Gas erreicht, „wird keine Grüne Energie hinbekommen“, betonte Dürr. Die durch Exxon geförderte Gasmenge sinkt seit Jahren. Deswegen legte die Firma dieses Jahr eine von drei Hauptanlagen in Sage still. 

An dem Standort wurden im vergangenen Jahr 3,2 Millionen Kubikmeter Gas ins Netz eingespeist. Von vielen Feldern in der Region Weser-Ems verlaufen Pipelines nach Sage, wo rund ein Drittel der deutschlandweiten Exxon-Produktion angesiedelt ist. „Auch wenn Erdgas endlich ist, wollen wir noch lange an diesem Standort tätig bleiben“, versicherte Betriebsleiter Thomas Enneking. 

Allerdings vermied er es, konkret zu werden. Es sei schwer zu sagen, wie sich die Förderung entwickelt. Zudem verwies er auf die derzeit niedrigen Preise für Gas. „Ich kann auch nur in die Glaskugel schauen“, sagte er den FDP-Mitgliedern. Zurzeit sind 140 Mitarbeiter in Sage beschäftigt. Hinzu kommen etwa 50 beauftragte Arbeiter, die zum Beispiel Gerüste errichten.

Exxon sucht neue Gasfelder

Wegen der sinkenden Erträge sucht Exxon derzeit unter anderem im Bereich Goldenstedt nach abgeschlossenen Räumen innerhalb von Gasfeldern, die noch viel von dem Rohstoff enthalten. Unter dem Gesichtspunkt zurückgehender Fördermengen ist die Fracking-Methode interessant für die Firma. 

Bei Tiefbohrungen wird dazu das Gestein in der Lagerstätte mit hohem Wasserdruck aufgebrochen, sodass das Gas mit Flüssigkeit vermischt über das Bohrloch an die Oberfläche gelangt, informiert das Umweltbundesamt. Das Verfahren ist umstritten. „Risiken bestehen vor allem für das Grundwasser“, schreibt die Behörde.

In Deutschland habe man bisher etwa 320 Mal gefrackt, und es sei nicht zu Grundwasserbeeinträchtigungen gekommen, so Kathrin Falk, die das Berliner Büro von Exxon leitet. „Es hat mich unheimlich gestört, wie unsachlich das Thema ,Fracking‘ in der Öffentlichkeit behandelt wurde“, ergänzte Betriebsleiter Enneking.

Konventionelles Fracking laufe gut

Damit rannte er offene Türen bei Dürr ein. „Ich kann das total nachvollziehen“, so der Ganderkeseer. Konventionelles Fracking laufe gut. Es gelte, die „unheimliche Kompetenz“ der deutschen Erdgasindustrie zu erhalten. „Wenn wir diese Fähigkeiten aufgeben, ist die Weiterentwicklung der Energienutzung nicht machbar. Dann werden es französische Kernkraftwerke sein, die deutsche Elektroautos antreiben.“ Dürr hob hervor, es sei an der Zeit, die Dinge ins rechte Licht zu rücken. Damit bezog er sich auf Medienberichte über „brennende Wasserhähne“ in den Vereinigten Staaten.

Im weiteren Verlauf des Besuchs ging es auch um die Pläne von Exxon, Lagerstättenwasser in die Bohrung Dötlingen T1 zwischen Glane und Moorbeck westlich von der Glaner Straße zu verfüllen. Das soll ab 2021 geschehen. Das Wasser enthalte viel Salz und Chloride, „es ist da unten ganz gut aufgehoben“, meinte Betriebsleiter Enneking. 

FDP-Ratsherr Michael Feiner meinte, viele Leute würden angesichts dessen an die Asse und den dort nur unzureichend gelagerten Atommüll denken. „Es ist schwierig zu vermitteln, dass man das eine nicht mit dem anderen verbinden sollte“, so der Großenkneter. „Die Debatte muss auf eine sachliche Ebene“, forderte sein Parteifreund Werner Knoop. „Eigentlich kann nichts passieren, was das Wasser angeht.“

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