Bürgerverein zu Flüchtlingsunterbringung

„Beunruhigend und nicht akzeptabel“

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Rolf Löschen, Vorsitzender des Bürgervereins Ahlhorn, vor den ehemaligen Kasernengebäuden, die als Flüchtlingsunterkünfte dienen könnten.

Landkreis - Der Bürgerverein Ahlhorn reagiert mit „ungläubigem Staunen“ und einem Brief an Entscheidungsträger auf die Nachricht, dass möglicherweise schon bald Flüchtlinge in den Liegenschaften der Firma Bunte (Metropolpark Hansalinie) in Ahlhorn untergebracht werden sollen. „Ohne jegliche Bürgerbeteiligung“ würden Vorhaben verfolgt, die tief in die „jetzt schon prekäre Bevölkerungsstruktur des Dorfes eingreifen werden“, heißt es. „Der Bürgerverein spricht sich eindringlich und voller Sorge um den Ort gegen die Verwirklichung dieser Pläne aus.“

In dem Schreiben wird angeführt, dass in Ahlhorn schon jetzt Menschen aus 61 Staaten leben. Von den knapp 8000 Einwohnern seien nur noch weniger als 60 Prozent Deutsche von Geburt. „Das dürfte, selbst deutschlandweit gesehen, für ein Dorf ziemlich einmalig sein“, stellt der Verein fest. „Es verwundert daher nicht, dass Alteingesessene sich zunehmend als Fremde in ihrem Heimatort fühlen und dies lebhaft beklagen.“

Da Ahlhorn mehr als siebzig Jahre ein Garnisonsstandort war, seien die Menschen an den Zuzug von Fremden gewöhnt und dementsprechend tolerant und liberal eingestellt. Integration von Neubürgern sei nie ein Problem gewesen. „In den vergangenen Jahrzehnten aber hat der Zuzug eine völlig andere Qualität bekommen“, so der Bürgerverein. „Immer mehr Menschen aus fremden Kulturkreisen und Religionen ziehen nach Ahlhorn. Kindergärten, Sportvereine, Kirche und Einzelpersonen unternehmen riesige Anstrengungen, um die Menschen zu integrieren, aber die Bereitschaft dazu ist nicht bei allen Neubürgern vorhanden und ihre große Zahl setzt allen Bemühungen sehr enge Grenzen.“ Somit lebten heute viele Menschen mit Migrationshintergrund zwar in Ahlhorn, aber nicht mit den Ahlhornern. Das sei eine „beunruhigende und gesellschaftspolitisch nicht akzeptable“ Entwicklung.

Sollte die zeitlich gar nicht absehbare Unterbringung von Flüchtlingen in den genannten Größenordnungen auf dem Gelände an der Kirchstraße, also mitten im Ort, verwirklich werden, dann entsteht nach Ansicht des Bürgervereins eine Situation, die von niemanden mehr beherrschbar ist. Die Ahlhorner fänden sich dann endgültig in der Rolle einer Minderheit in ihrem Ort wieder. In diesem Zusammenhang findet der Verein das Vorgehen der Firma Bunte als Käufer des ehemaligen Fliegerhorstes Ahlhorn empörend: „Die Verantwortlichen des Unternehmens kennen die Schieflage in der Bevölkerungsstruktur und die daraus resultierenden enormen sozialen Probleme an ihrem hiesigen Firmensitz ganz genau. Ungeachtet dessen bieten sie der Landesregierung – ohne Einvernehmen mit der Gemeinde hergestellt zu haben – ihre Gebäude an der Kirchstraße – also mitten im Ort – für die Unterbringung von Flüchtlingen an“, heißt es. Das vielfach gegebene Versprechen an die Ahlhorner, den ehemaligen Fliegerhorst als Wirtschaftsstandort zu entwickeln und die Bevölkerung dabei mitzunehmen, werde nicht eingelöst.

dr

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