Bürgermeister informiert in Sage über die bevorstehende Aufnahme

Ehemaliges Bordell wird zur Flüchtlingsunterkunft

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Thorsten Schmidtke, Ines Botthof und Frauke Asche (v.l.) informierten über die Flüchtlingslage.

Sage - Von Jörg Beumelburg. Nachdem das Bordell im April zwangsgeräumt wurde, ist es eher ruhiger um das Haus mit der Nummer 10 an der Oldenburger Straße in Sage geworden. Seitdem die Bewohner das Gebäude verlassen haben, ist es im Besitz der Gemeinde Großenkneten. Was bislang damit geschehen sollte, war selbst der Verwaltung und den Politikern nicht klar. Nun jedoch wird das Haus ab 1. November bis zu elf syrischen Flüchtlingen als Unterkunft dienen.

Während eines Informationsabends am Donnerstag direkt in dem weißen Klinkerbau wollten Bürgermeister Thorsten Schmidtke und sein Team mit Ordnungsamtsleiterin Frauke Asche sowie Ines Botthof, die für die Flüchtlingskoordination zuständig ist, Bedenken hinsichtlich der Flüchtlinge ausräumen.

Neben viel Lob für die bisherige Hilfsbereitschaft der Bürger in seiner Gemeinde gab es allerdings auch klare Worte von Schmidtke über die kommenden Herausforderungen. So zum Beispiel die Erfüllung der aktuellen Quote bis Januar 2016. Ein großer Teil sei laut Bürgermeister zwar schon seit längerem erfüllt worden, doch für 36 Menschen müsste noch Platz gefunden werden. „Wir sind guter Dinge, dass uns die Flüchtlingshilfe gut gelingt. Trotz aller Schwierigkeiten, die vor allem in Ahlhorn herrschen“, sagte Schmidtke.

Während des Infoabends zeigte sich der Verwaltungs-chef erfreut über die enorme Hilfsbereitschaft in den vergangenen Wochen und Monaten. So können aufgrund vieler Spenden wie Kleidung oder Betten die Neuankömmlinge gut ausgestatten werden. Allerdings machte Schmidtke auch keinen Hehl daraus, dass die Gemeinde vor einer Herkulesaufgabe stehe. Denn es sei nicht zu erwarten, dass der Zustrom abebben werde. „Auch wenn wir natürlich bei dieser großen Zahl von ankommenden Menschen nicht wissen, wer genau zu uns kommt, so hat doch jeder dieser Menschen das Recht auf eine menschenwürdige Unterbringung und Betreuung“, betonte Asche. Auf die Frage eines Bürgers, ob die Flüchtlinge das Haus verlassen dürfen, antwortete Asche, dass es schließlich keine Gefangenen seien. „Denjenigen, der hier bei uns leben möchte, den sollte man auch in die Gesellschaft integrieren“, so der Bürgermeister. „Das gelingt ganz gut, immerhin hat die Gemeinde Großenkneten ihre Hausaufgaben gemacht“, führte er weiter aus. Denn durch die Arbeit mit Migranten, die bereits in Großenkneten leben, habe die Verwaltung schon positive Erfahrung gemacht, erklärte Asche. Die jungen Männer hätten sich inzwischen gut in dem Ort eingelebt.

In Sage sollen Männer, die ohne ihre Familien angereist sind, untergebracht werden. Sie kommen direkt aus dem zentralen Aufnahmelager und sind entsprechend ärztlich untersucht worden. Auch Heike Oltmann, Vorsitzende des Bürgervereins Sage, Haast und Bissel, hat ihre Unterstützung zugesagt. „Wir werden unsere neuen Mitbewohner willkommen heißen“, sagte sie. „Wir müssen aber die Hilfen irgendwie bündeln.“ Darum wird es einen Aufruf auf der Vereinshomepages geben. Auch telefonisch unter 0176/43011177 oder per E-Mail an info@bv-shb.de sind Anfragen jederzeit möglich.

www.bv-shb.de

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