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Internationales Jugendtreffen: Neustart in die Normalität

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Von: Gero Franitza

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Eine große Gruppe Jugendlicher und einige Erwachsene.
Friedlicher Jugendaustausch in Zeiten des Krieges: die Schüler und ihre Gäste an den Ahlhorner Fischteichen (Ausschnitt). © Franitza

Ahlhorn – Es sei ein „ganz normaler“ Abend des internationalen Schülertreffens, sagte Niels-Christian Heins, neuer Geschäftsführer des Blockhauses Ahlhorns am Freitagabend. Doch waren die Begleitumstände, mit denen die Zusammenkunft von 130 Schülern der Graf-Anton-Günther-Schule (GAG) und ihrer Partnerschulen aus der Ukraine (Lwiw), Polen (Lublin), Italien, Frankreich und den Niederlanden zu Ende ging, denn doch eher ungewöhnlich. Das traditionelle Treffen der Schüler stand in diesem Jahr unter dem Titel „Die Ahlhorner Fischteiche: Ein von Menschen geschaffenes Naturschutzgebiet“ und war vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk sowie dem deutschen Außenministerium finanziell gefördert worden.

Die von der Oldenburgischen Landeskirche aus finanziellen Gründen abgestoßene Jugendbildungsstätte war in der vergangenen Woche erstmals wieder (nahezu) voll belegt gewesen: Denn neben den Schülern hatten sich noch 45 Studenten der Jade Hochschule Oldenburg an den Ahlhorner Fischteichen aufgehalten, die hier mit Vermessungen für die Landesforsten beschäftigt waren. Erst am Donnerstag hatte der Landkreis Oldenburg die Einrichtung offiziell übernommen (wir berichteten). 190 Betten stehen im Blockhausareal maximal zur Verfügung.

Ein Hinweis, dass der Freitagabend in diesem Kontext etwas Besonderes war, ließ sich an der Gästeliste ablesen: Neben GAG-Schulleiter Wolfgang Schoedel, Vertretern der Kreispolitik und -verwaltung, Landrat Christian Pundt und Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke sowie der Landesforsten war nicht zuletzt der Niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) mit von der Partie. Er hatte die Schirmherrschaft für den Abschiedsabend übernommen, an dem die Schüler traditionell gegenseitig Einladungen für ein neues Treffen aussprechen. Weitere Ehrengäste waren der Präsident der Jade Hochschule, Prof. Manfred Weißensee, sowie Bischof Thomas Adomeit, der mit allen Mitgliedern des gemeinsamen Kirchenausschusses erschienen war.

Dank an alle im Blockhaus Ahlhorn

Dieses Jugendtreffen sei ein wunderbarer Neuanfang, sagte Heins bei der Begrüßung der Gäste. In der vergangenen Woche sei bereits erlebbar gewesen, wofür die Einrichtung künftig stehen werde (unter anderem Jugendbegegnung, Demokratiebildung, Wissenschaft und Ökologie): Neben dem Austausch der Jugendlichen habe es konkret bereits eine Zusammenarbeit der Schüler mit den FH-Studenten bei den Vermessungen an den Teichen sowie Begegnungen von Politik und jungen Menschen gegeben. „Was kann Besseres passieren?“, fragte Heins rhetorisch.

Er dankte den vielen Beteiligten aller Seiten, die daran mitgewirkt hatten, die Zukunft des Blockhauses zu sichern. Ohne die „geschlossenen Unterstützung“ etwa aus dem Kreistag wäre der Neustart gar nicht möglich gewesen, unterstrich Heins. Die Entwicklung ins Rollen gebracht hätten seinerzeit die beiden Abgeordneten Axel Brammer (SPD) und Eduard Hüsers (Grüne), die einen ersten Antrag dahingehend geschrieben hatten. Auch Bischof Adomeit zeigte sich beeindruckt von diesem Neuanfang. Es sei richtig gewesen, die Einrichtung an den Landkreis abzugeben. Die Landeskirche wolle das Ihrige dazu beitragen, dass „das Leben hier weiter gestaltet wird“, sagte er. Und weiter: „Unsere Gruppen warten und freuen sich schon.“

Nach der Begrüßung stand das Treffen der Gäste mit den Schülern an. Nach einem Gruppenfoto ging es weiter zum traditionellen Abschlussabend des Jugendtreffens – mit einer Veranstaltung mit verschiedenen Darbietungen und Kleinkunst. In diesem Sinne ein ganz normaler, aber dennoch bemerkenswerter Abend am Blockhaus Ahlhorn.

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