Der „Döhler Krug“ war einst Anziehungspunkt für die Jugendlichen auf dem Lande

Bei „Ojo“ spielten die angesagten Bands

Eine Schwarz-Weiß-Aufnahme der Band „Haze of Yellow“ aus dem Jahr 1980.
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„Haze of Yellow“ anno 1980: Holger Remde (Bass Gesang, Akkordeon und vieles mehr), Matthias Hoffmann (Schlagzeug und Gesang), Hans Döbelt (Keyboard und Gitarre), Michael Schwinger (Gitarre und Gesang) und Richard Kaupass (Gesang, Gitarre und Keyboard, v.l). Repro: Faß

Döhlen – In den 1960er-Jahren bis Mitte der 1990er-Jahre stellte mancher Gastwirt fest, dass sein Saal nicht nur für Familien-, Schützen- oder Dorffeste geeignet ist und – abgesehen von diesen Festivitäten – über gewisse Zeiträume ungenutzt blieb. In dieser Phasen kam den Gastronomen eine Entwicklung dieser Jahre entgegen: Es Musikbands schossen wie Pilze aus dem Boden, die bei den Jugendlichen gut ankamen.

Um im Rahmen einer Tanzveranstaltung auch die neuesten Hits nachzuspielen, wurden holländische Sender abgehört und der Sound nachgespielt. Im Landkreis Oldenburg fanden sich mehrere Lokale zum Beispiel in Oberlethe, Debiel in Westerburg oder Otte in Sage-Haast, die darin eine gute Einnahmequelle sahen. Eine Lokalität trat bei diesen Tanzveranstaltungen besonders hervor: der „Döhler Krug“ von Otto Johannes. Und so hieß es für viele Jugendliche, sonnabends treffen wir uns wieder bei „Ojo“ (Otto Johannes) im Döhler Krug.

Im Saal spielten über die Jahre verschiedene Bands mit klangvollem Namen: The Union Five, Missouris, The Flowerdalas, The New Midnights, The Four Kings, The Blue Boys und Haze of Yellow. Döhlen wurde über Jahre hinweg zu einem Magneten für Bands und Musikfreunde. Einen großen Parkplatz gab es nicht, die Autos standen in langen Reihen zu beiden Seiten der Straße „Im Dorf“ bis zum Ortsausgang. Wer kein Auto hatte, kam mit dem Fahrrad oder zu Fuß.

Bier, Sekt und „Charlie“

Und die Besucher kamen mehr als pünktlich: Um 20 Uhr bildete sich im Vorflur an der Kasse eine lange Schlange. Das Bier, wenn auch nicht immer sauber bis zum Rand gezapft, floss an der langen Theke in Strömen, dazu kam noch in der hinteren Thekenecke die Sektbar, auch für die „Charly“-Freunde. War der Saal auch nur für 120 Personen geeignet, waren es wohl doch 500 feiernde und tanzende Gäste, die sich an dem Abend dort vergnügten. Dichtes Gedränge und darunter die unzähligen Raucher machten die Luft heiß und stickig.

Waren es in den letzten Jahren weniger Live-Bands, die „einheizten“, so trat an ihre Stelle die „Disco International“. Zwischen Hardrock und Schlager kamen auch die ersehnten passenden Songs zum „Schmusen“. Und darin lag auch der Erfolg: Unzählige Paare haben sich über die Jahrzehnte im Döhler Krug kennengelernt und heirateten später. Damit übernahm die Gaststätte die wichtige Funktion des Kennenlernens, denn es wurde zu einem Heiratsvermittlungsinstitut.

Am Wochenende zog es viele Jugendliche zum Tanz in den „Döhler Krug“.

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