Totes Kalb und Reh bei Ahlhorn gefunden

Bauer vermutet Wolfsriss – Berater widerspricht

Das Kalb wurde am Freitagmorgen tot aufgefunden. - Foto: jb

Ahlhorn - Zwei tote Tiere – ein Kalb und ein Reh –, deren Körper Bissverletzungen aufweisen, wurden nun bei Ahlhorn gefunden. Doch der Vermutung, es sei ein Wolf gewesen, tritt der Diplom-Biologe Gerhard Frensel aus Ovelgönne, einer der zwei für den Landkreis Oldenburg zuständigen Berater, entgegen und warnt stattdessen vor einer Hysterie.

„Die Indizien sprechen nicht dafür, dass es ein Wolf war“, sagte Frensel am Montag auf Nachfrage unserer Zeitung zu dem Kalb, das erst am 17. Mai geboren und am Morgen des 20. Mai vom Landwirtsehepaar Kathrin und Gerold Pieper auf einer Wiese in der Nähe vom Feldmühlenweg tot gefunden wurde. Er verwies auf die Indizien, die er am Sonntag begutachtet habe. Es habe keine typischen Bissspuren am Bauch und auch keinen Kehlbiss gegeben.

„Es stellt sich überhaupt die Frage, ob das Tier durch äußere Einwirkungen gestorben ist“, meinte er. Die Verletzungen könnten durch Aasfresser verursacht worden sein. Ansonsten wäre er „der „Sache verschärft nachgegangen“. Wenn es sich um einen Wolfsriss handelt, kann der Besitzer des toten Tiers eine Entschädigung beim Land beantragen, auf die allerdings kein Rechtsanspruch besteht.

Im Fall des Rehs, das mitten auf einem Feld nördlich von Ahlhorn in der Nähe des jungen Kalbs lag, „kann ich nicht eindeutig auf einen Wolf als Verursacher schließen“, so Frensel. Das Tier sei erst spät entdeckt worden und die Ursache daher schwer zu klären. In beiden Fällen nahm er keine DNS-Proben. Beim Kalb habe es angesichts der Indizien keinen erhöhten Verdacht gegeben und beim Reh seien schon zu viele Fremdeinträge vorhanden gewesen.

Gerold Pieper, dem das Kalb gehörte und der den Wert auf etwa 400 Euro taxierte, vermutete, dass die Verletzungen von einem größeren Tier herrühren. „Füchse oder ein Dachs machen das nicht.“ Man müsse doch die Bevölkerung warnen, dass beim Spaziergang ein Wolf vor einem stehen könne. „Das hat mit Panikmache nichts zu tun“, sagte Gerold Pieper.

Garlich Grotelüschen, Jäger aus Ahlhorn, der das Kalb und Reh auch gesehen hat, sagte im Gegensatz zum Berater, es müsse ein Wolf sein, andere Tiere würden solche Verletzungen nicht zulassen. Er ist der Meinung, es sei ein gezielter Kehlbiss gewesen.

Frensel sieht das anders. Zwar breite sich der Wolf in Deutschland aus, aber die Chance, dass „tatsächlich einer für einen Riss verantwortlich ist, ist sehr gering“, sagte er. In diesem Zusammenhang macht der Berater auch „eine gewisse Hysterie“ aus. „In diesem Jahr haben wir im Landkreis noch keinen einzigen Wolfsriss dokumentiert.“ Oft würden Tiere aufgrund von natürlichen Ursachen sterben oder andere Raubtiere wie Füchse oder Marder sowie teilweise auch Hunde seien die Angreifer.

Grundsätzlich bittet er darum, beim Auffinden eines Kadavers in der Natur und Spuren von Gewalteinwirkung ihn (Tel. 0173/6758017) oder seinen Kollegen Carsten Sauerwein (Tel. 0157/36621396) anzurufen. „Es ist auch wichtig, nicht selbst nach der Todesursache suchen.“ Zudem sei es verheerend, wenn Passanten oder Hunde das Tier berühren.

Sollte aufgrund der Bissspuren ein Wolf der mögliche Verursacher sein, nimmt Frensel DNS-Proben. Diese würden aber viel zu lange bearbeitet, kritisiert der Biologe – es dauere mindestens vier Monate, bis das Referenzzentrum für Wölfe einen Befund analysiert habe.

bor/jb

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