Gemeinde Großenkneten kauft und saniert erstes marodes Wohnhaus in Ahlhorn

Bauen und sanieren für den Zusammenhalt

Ein Wohnhaus an der Kapitän-Strasser-Straße in Ahlhorn.
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Die unsanierten Wohnhäuser an der Kapitän-Strasser-Straße in Ahlhorn haben einen schlechten Ruf.

Ahlhorn – In Ahlhorn haben sich über die Jahre Probleme angehäuft, die durch das Städtebauförderprojekt „Sozialer Zusammenhalt“ nach und nach gelöst werden sollen: Land und Bund haben zusammen mit der Gemeinde Großenkneten bereits einige Projekte angeschoben und mehrere Millionen Euro für Neubauten, Sanierungen und Umgestaltungen ausgegeben. Doch ist das Programm noch lange nicht abgeschlossen.

Die Gemeindeverwaltung hat jetzt einen Überblick über die in diesem Jahr geplanten Maßnahmen gegeben. Als einen elementaren Baustein in den Bereichen „Stärkung sozialer Aktivitäten und Infrastruktur“, „Gesundheitsförderung“ sowie „Sport und Freizeit“ sieht die Kommune den Neubau des Jugendzentrums: „Diese Maßnahme ist ein enorm wichtiger Part des Sanierungsprozesses und trägt zur städtebaulichen, sozialen und kulturellen Entwicklung des Ortsteils bei“, heißt es in dem Text. Die Arbeiten an dem neuen Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft zu Schulzentrum und Sportanlagen gehen seit einiger Zeit vonstatten. Die Finanzierung wird mit einer Förderung in Höhe von rund einer Million Euro aus dem Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“ finanziert. Die Fertigstellung ist für dieses Jahr geplant.

Wohnverhältnisse bereiten Probleme

Ein Vorzeigeprojekt in dem Programm soll in der – im Ort als verrufen geltenden – Kapitän-Strasser-Straße im Ortskern entstehen. Unter anderem hier manifestieren sich einige der Probleme, denen sich der Ort konfrontiert sieht: heruntergekommene Mietshäuser mit entsprechenden Wohnungen. Die Gemeinde hat, wie schon vor einiger Zeit angekündigt, dort ein Vierfamilienhaus erworben. Dieses soll nun instandgesetzt und saniert werden, um die Wohnverhältnisse der dort lebenden Menschen „weitgehend“ zu verbessern und die aktuell vorliegenden Missstände abgebaut werden, so die Gemeinde. Dort habe sich seit geraumer Zeit ein erheblicher Sanierungsbedarf gestaut, berichtet der Erste Gemeinderat Klaus Bigalke auf Nachfrage.

Diese Wohnungen seien jedoch nicht überbelegt gewesen – ein Problem das im Zusammenhang mit Vermietungen in Ahlhorn und in der Umgebung immer wieder auftritt. Derzeit sei die Verwaltung mit Fachplanern im Gespräch, die Vorgehensweise auszuarbeiten, so Bigalke. Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden. Im kommunalen Haushalt sind dafür 590 000 Euro vorgesehen, zwei Drittel der Summe kommen abermals durch Zuschüsse von Bund und Land zustande.

Vorkaufsrecht und Nutzungsuntersagungen

Die Gemeinde habe darüber hinaus ihr Vorkaufsrecht für 24 weitere Wohneinheiten an der Straße ausgeübt. Die dort notwendigen Sanierungsarbeiten sollen in den folgenden Jahren erfolgen. Das Städtebauprojekt ermöglicht der Kommune, als erste auf die Grundstücke und Gebäude im Ort zugreifen zu können.

Um die dortigen Wohnverhältnisse zu überprüfen, seien zusammen mit dem Landkreis einige Kontrollen erfolgt, so die Gemeinde in ihrer Übersicht weiter: „Die Eigentümer mussten Missstände beheben und es wurden auch Nutzungsuntersagungen ausgesprochen.“ Das Fazit aller Maßnahmen: „Die Stärkung der Wohn- und Lebensqualität wird auch weiterhin ein wichtiges Ziel bleiben.“ Auch der Spielplatz an der angrenzenden Katharinenstraße soll auf Grundlage des Beteiligungsverfahrens der Einwohner (wir berichteten) erneuert werden. In einem weiteren Zuge sollen dann südlich der Wildeshauser Straße Anliegerzufahrten entstehen.

Im Jahresverlauf sollen weitere Abstimmungsgespräche hinsichtlich des Knotenpunktes Visbeker Straße/Wildeshauser Straße/„Am Gaswerk“/Schulstraße geführt werden, um gegebenenfalls die Wünsche der Bürger aus der Ende 2019 erfolgten Beteiligung umsetzen zu können. Und die Bürgerbeteiligung geht weiter, so die Gemeinde abschließend: Aus dem Quartiersmanagement sollen vor allem zwei weitere Beteiligungsverfahren initiiert werden, die als Grundlage für Bauplanungen für 2022 dienen sollen: So ist vorgesehen, eine an der Mozartstraße erworbene Fläche der Gemeinde und die aktuell bestehende Jugendfreizeitanlage herzurichten.  fra

Trist: Spielplatz an der Katharinenstraße.
Die Gemeinde will in Ahlhorn Vorzeigeobjekte schaffen.
Spermüll sammelt sich vor einem Wohnhaus in Ahlhorn.

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