Bund wohl mit im Boot

Autobahnanschluss für Ahlhorn bleibt Thema

Großenkneten - Die Gemeinde Großenkneten führt weiterhin Verhandlungen, um einen Autobahnanschluss Ahlhorn an der A 1 zu schaffen. „Das ist ein wahnsinnig schwieriges Unterfangen für so eine kleine Kommune“, betonte Bürgermeister Thorsten Schmidtke am Donnerstagabend während der Sitzung des Infrastrukturausschusses. Gleichwohl erhofft er sich deutliche Vorteile von der Maßnahme.

„Es würde keine große verkehrliche Entlastung bringen, aber wäre für die wirtschaftliche Entwicklung wichtig“, sagte Schmidtke, der auch an die Ansiedlung eines Autohofs denkt. „So würde die Erschließung des Metropolparks richtig Fahrt aufnehmen“, hofft er. Derzeit führt Großenkneten Gespräche mit den Landkreisen Cloppenburg und Oldenburg sowie der Gemeinde Visbek. Diese Beteiligten hätten ein Interesse an einer Anschlussstelle Ahlhorn bekundet. Auch das Land habe seine Unterstützung zugesichert und empfohlen, den im Bundesverkehrswegeplan vorgesehenen Ausbau der A 1 im Bereich „Ahlhorner Heide“ auf sechs Spuren zum Anlass für die Maßnahme zu nehmen.

Doch nicht alle stellen sich voll und ganz hinter die Idee. „Der Staatssekretär beim Bund, Enak Ferlemann, sieht keine wirkliche Notwendigkeit, steht aber für Gespräche zur Verfügung“, informierte Schmidtke. Dennoch hofft er darauf, dass das Bundesministerium für Straßenbau und Verkehr „mit im Boot ist“.

Beim Metropolpark selbst ist das Interesse allerdings offenbar gering. „Man hält die Anschlussstelle dort nicht wirklich für bedeutsam“, sagte Schmidtke.

Und was kostet der Spaß? 2012 waren die Planungen schon weit gediehen, bevor sich Metropolpark und Landkreis Oldenburg überworfen hatten. Damals war die Rede von fünf Millionen Euro. „Das wird aktuell um einiges höher liegen“, schätzte der Bürgermeister.

Kein Geld für Arbeitslosenberatung

Gleich im Anschluss an den Infrastrukturausschuss kam es zu einem fliegenden Wechsel, und die Mitglieder des Jugend-, Ordnungs- und Sozialausschusses nahmen im Ratssaal der Gemeinde Platz. Sie hatten unter anderem den Antrag der Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg (Also) auf dem Tisch. Wie berichtet, bittet der Verein um 13.500 Euro pro Jahr von der Kommune für die Beratung von Bedürftigen im Dorfgemeinschaftshaus in Ahlhorn. Doch bis auf Carsten Grallert (Kommunale Alternative) verweigerten alle Politiker ihre Zustimmung. Damit folgten sie Bürgermeister Schmidtke, der immer wieder darauf hingewiesen hatte, dass die Gemeinde nicht zuständig ist, „auch wenn die Arbeit dort eine richtig gute ist“.

„Wir haben keine Pflicht, aber doch das Recht, die Arbeit zu bezuschussen“, hob Grallert hingegen hervor. Damit konnte er sich aber nicht durchsetzen.

Zudem stimmten die Ausschussmitglieder bis auf Grallert und Michael Feiner (FDP) dafür, die Jugendfeuerwehr ab 1. August in Ahlhorn und nicht wie gehabt in Großenkneten zu stationieren. Die Nachwuchsbrandschützer haben derzeit zu wenig Platz, und in Ahlhorn steht Raum zur Verfügung. Allerdings liegt dieser Ortsteil nicht so zentral wie Großenkneten. Die endgültige Entscheidung trifft der Verwaltungsausschuss am 15. Juni.

bor

Rubriklistenbild: © dpa

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