Ausgleichsmaßnahmen für Bauprojekte: Ein 85 Hektar großes Gebiet bei Ahlhorn wird in Vorleistung aufgewertet

Forstamt vermarktet Kompensationsflächen

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Björn Staggenborg (rechts) erläuterte die Pläne des Forstamtes Ahlhorn zur Aufwertung des Gebiets.

Landkreis/Ahlhorn - Ein rund 85 Hektar großes Gebiet östlich der Ahlhorner Fischteiche wird sich in den kommenden Jahren gewaltig verändern. Das Forstamt Ahlhorn wird dort in Vorleistung verschiedene Kompensationsmaßnahmen vornehmen und diese anschließend vermarkten. Nicht nur die Natur profitiert, auch für Wanderer soll es attraktiver werden.

„In den Ruthenwiesen“ heißt der neue Kompensationsflächenpool. Es ist bereits der zweite, den das Forstamt Ahlhorn betreut. Bei Goldenstedt im Landkreis Vechta gibt es ein weiteres Waldgebiet, in dem die Landesforsten diese Art von Dienstleistung anbieten. Dort stehen rund 53 Hektar zur Verfügung, das Aufwertungspotenzial beläuft sich auf Rund 750000 Werteinheiten. „In den Ruthenwiesen“ werden mehr als eine Million dieser Werteinheiten entstehen. „Die Nachfrage wird da sein“, prophezeite Björn Staggenborg, der für das Projektmanagement solcher Naturdienstleistungen für das Forstamt Ahlhorn zuständig ist. Am Donnerstag stellten er und Eva-Maria Langfermann, Leiterin der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Oldenburg, das Projekt vor.

Derzeit besteht der Bereich zu knapp 68 Prozent aus Nadelwald, erläuterte Staggenborg. Diese Bäume sollen in den kommenden Jahren nach und nach eingeschlagen und durch Laubwälder ersetzt werden. Dadurch wird es zeitweilig ganz schön wüst aussehen in dem Gebiet. Um bei Waldbesuchern keinen falschen Eindruck zu erwecken, will das Forstamt Informationstafeln aufstellen – damit niemand denkt, dass es sich um einen Kahlschlag im rein wirtschaftlichen Interesse handelt. Letztlich soll die Umwandlung vom Forst mit Kiefern und Fichten in einen Laubwald viel mehr Tier- und Pflanzenarten einen neuen Lebensraum bieten.

Daneben sollen durch die gezielte Verfüllung von Gräben die natürlichen Bodenwasserstände wiederhergestellt werden. Damit werde in Teilen des Pool-Gebiets die einst gezielt vorgenommene Entwässerung rückgängig gemacht und ein ursprüngliches Moor – mit entsprechender Flora und Fauna – wiederhergestellt. Der Wasserhaushalt in diesem Bereich wird künftig durch den Einsatz spezieller Sonden täglich gemessen und dokumentiert.

Noch in diesem Jahr soll außerdem die vorhandene Heidefläche in dem Gebiet von momentan rund 3,3 auf dann 4,3 Hektar erweitert werden. Dafür müssten auf der zusätzlichen Fläche rund 700 Baumstümpfe entfernt und anschließend Heidematerial ausgesät werden, erläuterte Staggenborg. Denn auch die Heidelandschaft biete einen „hochwertigen Lebensraum“ für bestimmte Tier- und Pflanzenarten. Am Weg zur Heidefläche sollen zudem die Parkmöglichkeiten verbessert und eine überdachte Sitzgruppe errichtet werden. Darüber dürften sich vor allem Waldbesucher freuen. Auch Bereiche mit Grünland sollen mehr ihrer natürlichen Entwicklung überlassen und dadurch zu neuem Lebensraum werden. „Es bringt dem Kiebitz nichts, wenn nur dem Waldvogel geholfen wird“, brachte Langfermann die Notwendigkeit auch offener Flächen auf den Punkt.

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