Senioren trainieren ihre Fahrsicherheit auf ehemaligem Fliegerhorst in Ahlhorn

„Auf der Bremse bleiben, auf der Bremse bleiben“

Die Senioren beim Gespräch auf der mit Wasser benetzten Fahrbahn. - Foto: Stransky

Ahlhorn - Beim Fahrsicherheitstraining testen Rentner auf dem ehemaligen Fliegerhorst in Ahlhorn ihre Grenzen aus.

Hans Hogeweg hält das Lenkrad fest in den Händen – die rechte Hand auf drei, die linke auf neun Uhr, so wie Fahrtrainer Thomas Stransky es ihm erklärt hat. Im Fahrzeug ist ein Funkgerät festgeklemmt, über das Stransky Anweisungen geben kann. Noch zwei Autos sind vor Hogeweg, dann ist er dran. „So kurz vorm Start wird einem schon ein bisschen mulmig“, sagt der Senior.

„Und los!“ Hogeweg drückt aufs Gaspedal, auf 70 Stundenkilometer soll er beschleunigen, dann, bei den zwei orangefarbenen Hütchen, eine Vollbremsung hinlegen. Die Bremsen greifen, Hogeweg wird in den Gurt gedrückt. „Auf der Bremse bleiben, auf der Bremse bleiben“, schallt Stranskys Stimme in den Innenraum.

Aus Wasserwerfern klatscht Wasser auf das Dach, das Auto schliddert und kommt mit einem letzten Ruck zum Stehen. Hogeweg hat alles richtig gemacht: Er hat hart gebremst und das Lenkrad festgehalten. Dann klappt auch eine Vollbremsung auf glattem, nassem Untergrund, der auf dem Übungsplatz des ehemaligen Fliegerhorstes in Ahlhorn die Eigenschaften von festgefahrenem Schnee simuliert.

Für Verwunderung sorgt der extrem lange Bremsweg mit Sommerreifen. Hogeweg und acht weitere Senioren nehmen am „Fit & Mobil-Fitnesstraining für Senioren“ der Kreisverkehrswacht Vechta teil. Vor der Vollbremsung auf nasser Straße haben sie schon das plötzliche Stoppen auf trockenem Asphalt geübt, sind Slalom gefahren und haben von Stransky ihre Sitzeinstellungen überprüfen lassen.

„Sie müssen hoch sitzen, zwischen Kopf und Decke darf nur eine Faust passen“, erläutert der Trainer. Für viele Teilnehmer eine ungewohnte Position, „Aber schauen Sie mal, wie viel Sie jetzt von der Straße sehen“, sagt Stransky. Auch das rückwärts Einparken und das Wenden in drei Zügen gehört zum Programm. „Bei dem Training geht es nicht darum, die Senioren zu überprüfen und ihnen danach zu sagen, ob sie noch fit genug für die Straße sind. Sie sollen ihr Auto und seine Technik besser kennen lernen und Extremsituationen ausprobieren“, sagt er.

Ihre Fahrtüchtigkeit können sie schon ganz gut alleine einschätzen“, sagt Stransky. „Wenn sie gar nicht mehr Auto fahren können, dann lassen sie es auch.“ In Ahlhorn steigen die Teilnehmer nach vier Stunden Training mit einem besseren Gefühl in ihre Autos. - kvh

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