Arbeiten sollen im Februar beginnen/Noch keine Entscheidung vom Landkreis

Maststall: Baufirma und Gegner in den Startlöchern

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Noch ist das Gelände an der Kreisstraße 242 keine Baustelle, aber im Februar sollen die Arbeiten beginnen.

Amelhausen - Von Karsten Tenbrink. Vier Monate sind vergangen, seitdem der Landkreis Oldenburg die Baugenehmigung für einen Hähnchenmaststall in Amelhausen (Gemeinde Großenkneten) erteilt hat. Das Bauunternehmen soll bereits in den Startlöchern stehen. Das gleiche gilt allerdings für die Gegner des Vorhabens, die zur Not auch vor Gericht ziehen wollen.

Noch ist nichts zu sehen von der geplanten 1800 Quadratmeter großen Anlage an der Kreisstraße 242. Auf Nachfrage erklärte der Landwirt Jürgen Seeger den Grund: „Nach der Genehmigung habe ich erst einmal neue Angebote von Baufirmen eingeholt, die alten stammten von 2011.“ Seeger, der auch Kreislandwirt und Vorsitzender des Kreislandvolks ist, hatte vier Jahre lang auf die Erlaubnis gewartet, seinen Antrag zwischenzeitlich aber auch verändert. Inzwischen habe er sich für ein Bauunternehmen entschieden, so Seeger, der Preis hätte sich gegenüber den früheren Kostenvoranschlägen nicht wesentlich verändert.

Wenn es nach dem 57-Jährigen geht, starten die Arbeiten schon im kommenden Monat – noch bevor im März die Brut- und Setzzeit beginnt. Aber selbst dann muss der Bau nicht zwangsläufig pausieren, erklärte Peter Nieslony, Leiter des Bauordnungsamtes des Landkreises: „Auch zwischen März und Juli darf weitergearbeitet werden, wenn es eine biologische Baubegleitung gibt.“

Derweil warten die Maststall-Gegner weiterhin auf eine Rückmeldung vom Landkreis: „Es ist etwa zwei Monate her, dass Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingereicht wurde“, sagte Wilfried Papenhusen, Sprecher des Bündnisses „Mensch, Umwelt, Tier“ (MUT). Und er fragt sich: „Wenn der Landkreis sich der Rechtmäßigkeit seiner Entscheidung so sicher ist, warum braucht er dann so lange?“

Wie berichtet, hat das Bündnis große Zweifel an der Aussage der Verwaltung, dass das Immissionsgutachten und die Verträglichkeitsprüfung im Hinblick auf das nahe gelegene Naturschutzgebiet „Poggenpohlsmoor“ unbedenklich ausgefallen seien. Papenhusen hatte im Falle einer Ablehnung des Widerspruchs juristische Schritte angekündigt. Mehrere Organisationen hatten daraufhin ihre Unterstützung bei der Klage zugesagt.

Dazu hieß es gestern aus dem Bauordnungsamt: „Über die Widersprüche ist noch nicht abschließend entschieden.“ Die Verfahren würden der Reihe nach abgearbeitet, ältere hätten also Vorrang. Es gebe darüber hinaus mehrere Widerspruchsführer, von denen bis auf einen jedoch alle von demselben Fachanwalt aus Berlin vertreten würden. In einem Fall warte der Kreis auch noch auf ein angekündigtes Schreiben zur Begründung des Widerspruchs. Auch darin soll es um den Immissionsschutz gehen. „Ich wage im Moment keine Prognose darüber, wann mit der Entscheidung zu rechnen ist“, sagte Nieslony.

Wenn der Streit um das Bauvorhaben anschließend auch noch vor Gericht geklärt werden muss, könnte er sich also noch ein Weilchen hinziehen. Als „spannend“ bezeichnete Papenhusen deshalb die Frage, was passiere, wenn Seeger mit dem Bau des Stalls beginnt und ein Richter die Genehmigung im Nachhinein für unrechtmäßig erklärt. „Ich bin kein Jurist, aber ich würde denken, dass Seeger dann den Landkreis für die entstandenen Kosten belangen wird“, so Papenhusen.

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