Angeklagter wollte Bußgeld abwenden

Trickserei um Foto kostet 1200 Euro

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Mediengruppe Kreiszeitung

Grossenkneten - Weil er vergeblich versucht hat, den Landkreis Cloppenburg auszutricksen, ist ein 29-jähriger Großenkneter wegen falscher Verdächtigung zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt worden. Ein entsprechendes Urteil des Cloppenburger Amtsgerichtes hat das Oldenburger Landgericht am Montag in zweiter Instanz weitgehend bestätigt.

Der Angeklagte war am 26. Juni vergangenen Jahres auf der B 72 in der Nähe von Molbergen geblitzt worden. Statt 100 Kilometer pro Stunde war er 123 gefahren. Der Landkreis Cloppenburg schickte dem Angeklagten wenig später einen Anhörungsbogen zu, dem ein gestochen scharfes Radarfoto beilag. Dann begann der Betrug: Die Lebensgefährtin des Angeklagten trug als angeblichen Fahrer den Namen eines Bekannten aus Wildeshausen ein, und der Angeklagte unterschrieb.

Anfangs hatte er noch erklärt, sich das Radarfoto gar nicht angeschaut zu haben, das nahm er aber später wieder zurück. So oder so: Der Versuch, den Landkreis Cloppenburg auszutricksen, misslang. Der hatte nämlich sofort Kontakt mit der Stadt Wildeshausen aufgenommen und sich ein Foto von dem Bekannten des Angeklagten schicken lassen. Danach stand für alle fest, dass dieser nicht der Raser gewesen war. Fortan musste sich der Großenkneter wegen falscher Verdächtigung verantworten.

Schließlich räumte der 29-Jährige den äußeren Sachverhalt auch ein. In den Prozessen sollte dem Angeklagten aber die prompte Reaktion des Landkreises Cloppenburg zugute kommen. Weil gegen den Bekannten des Angeklagten noch kein Verfahren eingeleitet worden war, vertrat die Verteidigung die Ansicht, der 29-Jährige habe sich mit der falschen Namensnennung noch nicht strafbar gemacht. Der Anwalt sprach von einer „straflosen Selbstbegünstigung“. Doch die liege nicht vor, so die Oldenburger Berufungskammer. Der Angeklagte habe alles dafür getan, um seinen Schwindel durchzubekommen. Deswegen sei er auch wegen falscher Verdächtigung schuldig zu sprechen, so die Vorsitzende Richterin. Nun also muss der Angeklagte 1200 Euro zahlen. Hätte er den Bußgeldbescheid akzeptiert, wären es nur 70 Euro gewesen.

wz

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