Anbau der Wildeshauser Tafel in Ahlhorn fertiggestellt

Hölzerner Schutz vor Wind und Wetter

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Bauzäune regeln den Zustrom an Kunden der Wildeshauser Tafel in Ahlhorn. Damit vor allem die Kinder vor Regen und Wind geschützt sind, wurde nun ein hölzerner Anbau fertiggestellt. Die Ausgabe erfolgt im ehemaligen Mannschaftsraum des alten Feuerwehrhauses.

Ahlhorn - Von Sophie Filipiak. Vor der Ausgabestelle der Wildeshauser Tafel in Ahlhorn hatte sich gestern Morgen wieder eine Schlange gebildet. Bauzäune bildeten improvisierte Abgrenzungen, damit alles seinen geordneten Gang nehmen konnte. Erstmalig waren die Bedürftigen aber nicht mehr Wind und Wetter ausgesetzt. Dank großzügiger Spenden konnte beim Eingang des alten Feuerwehrhauses ein Unterstand aus Holz gebaut werden.

Peter Krönung, Vorsitzender der Tafel, war sichtlich zufrieden. Erst im Februar hatte der Verein die Räume an der Visbeker Straße bezogen. „Die Situation hier hat sich echt verbessert“, meinte er. Krönung ist froh, dass die Tafel aus den begrenzten Verhältnissen des Kellers im Dorfgemeinschaftshaus in Ahlhorn ausziehen konnte.

Die Gemeinde hatte die Organisation bei der Suche nach einer passenden Immobilie und dem Umzug tatkräftig unterstützt. „In der kommenden Woche haben wir wieder ein Gespräch mit Bürgermeister Thorsten Schmidtke“, kündigte Krönung an. Er möchte ihn fragen, ob sich die Verwaltung an den Betriebskosten für das Feuerwehrhaus beteiligen würde.

Der ehrenamtliche Verein hat zwar nun mehr Platz, trotzdem können die Kunden immer nur gruppenweise eingelassen werden, damit die Ausgabe reibungslos abläuft. Lange Schlangen vor der Eingangstür sind die Folge. „Vorher war hier noch nicht alles so geordnet in Reih und Glied“, erklärte Krönung. „Da gab‘s dann auch schon mal ein paar kleine Rangeleien, wer als nächster rein darf.“

Ein Anbau als Unterstand musste her, damit vor allem die Kinder vor Regen und Wind geschützt werden. Da sich die Tafel ausschließlich aus Spenden finanziert, begab sich der Vorsitzende auf Sponsorensuche. Einen Großteil der Kosten von 7000 Euro haben der Zimmereibetrieb „Grotelüschen & Hallo“ aus Neerstedt und Baustoffe Garms aus Aschenstedt übernommen.

Rund 700 Menschen in der Gemeinde Großenkneten sind berechtigt, bei der Tafel günstig einzukaufen. Auch die Flüchtlinge, die in Ahlhorn wohnen, beginnen langsam, die Dienste des Vereins in Anspruch zu nehmen. 35 Asylbewerber gehen derzeit regelmäßig zur Tafel, Tendenz steigend. „Wir erwarten mehr solcher Kunden, wenn die Menschen aus den Aufnahme-Unterkünften auf die Gemeinden verteilt werden“, so Krönung.

Die Kommunikation funktioniere sehr gut: Ausländer, die schon länger in Ahlhorn leben und Kunden der Tafel sind, übersetzen für die Flüchtlinge. Zudem weisen Schilder in verschiedenen Sprachen darauf hin, dass in manchen Süßigkeiten aus Alkohol enthalten ist. Genügend Geflügel- und Rindfleisch für die Muslime sei auch immer vorhanden, so Krönung.

An Vorräten für die Ausgabe, die freitags von 9 bis 12 Uhr erfolgt, mangelt es nicht. „Hier bleibt dann aber auch nichts mehr liegen“, erklärte der Tafel-Vorsitzende.

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