Historischer Schriftverkehr aus der Heimat

Alte Briefe erzählen spannende Geschichten

Die Vorderansicht eines Briefes aus dem Jahr 1869.
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Dieser Brief an den Großenkneter Dorflehrer wurde 1869 in Wildeshausen aufgegeben.

Großenkneten – Jörg Ebert begann ungefähr im Jahr 1990 damit, alte Briefe und Postkarten aus seiner Heimatgemeinde Großenkneten zu sammeln. Was zunächst ein Hobby war, sollte im Laufe der Zeit zu einer regelrechten Passion werden. Geweckt durch heimatliche Literatur der einzelnen Ortschaften, wollte Ebert mehr über frühere Lebensgewohnheiten erfahren.

Briefe, Postkarten und Dokumente erzählen oft Geschichten, aus denen persönliche Schicksale hervorgehen, wie zum Beispiel der familiäre Brief eines Luftschiffbesatzungsmitgliedes aus dem Ersten Weltkrieg, dessen Leben 14 Tage später durch einen Abschuss jäh endete. In Eberts Alben befindet sich unter anderem eine Feldpostkarte von Otto Meding aus Ahlhorn, der nicht nur den Beruf des Malers ausübte, sondern auch als Kunstmaler tätig war. Seine Feldpostbriefe zeigen, mit Buntstiften verziert, eine gezeichnete Hoflandschaft.

Eine besonders geschwungene Handschrift prägt ein Brief aus dem Jahre 1869 an den Küster Alves in Großenkneten. Auch hier möchte Ebert mehr in Erfahrung bringen und nimmt daher Einblick in die alten Kirchenbücher. Aus denen geht hervor, dass ein Johann Diedrich Alves in der Zeit von 1867 bis 1875 auch zugleich Organist und Lehrer des Ortes war.

Weitere Alben von Eberts enthalten, nach Ortschaften sortiert, handschriftliche postalische Quittungen, Stempelabdrucke, Personen-Scheine für die Benutzung der Postkutschenstrecken oder Geschäftsbriefe von Betrieben, die es schon lange nicht mehr gibt. Im Zusammenhang mit heimatlichen Schriften kann daraus laut Ebert ein aufschlussreiches Lebensbild der damaligen Zeit entstehen. Mittlerweile hat der heute 60-jährige Ingenieur in seinem Archiv mehr ais 300 Belege vor dem Ersten Weltkrieg und circa 500 alte Postkarten aus allen Teilen der Gemeinde gesammelt. Dazu kommen ehemalige Korrespondenzen, die 13 Firmen in verschiedenster Weise dokumentieren. Zu den besonderen Schmuckstücken seiner Sammelleidenschaft zählt ein Brief, der im Jahre 1740 in Wildeshausen aufgegeben worden war und dessen Empfänger in Großenkneten weilte.

Ebert ruft dazu auf, nicht aus Gründen der schnellen Entsorgung gleich alles „in die Tonne“ zu werfen, denn diese Arten von verschiedenen Dokumenten hätten zwar lediglich einen ideellen Wert, doch dahinter steht so manches Schicksal und so manches Stück an unbekannter Heimatgeschichte.

Jörg Ebert öffnet für unsere Zeitung sein Archiv.
Zeichnungen auf der Rückseite eines Feldpostbriefes von Otto Meding (1914).

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