Mitarbeiter holen beim Abfischen tonnenweise Karpfen an Land

Ahlhorner Fischteiche zeigen sich von ungewohnter Seite

Wo sonst das Wasser bis zu den Bäumen reicht, ist nur noch eine kleine Pfütze übrig geblieben. Die Fischteiche werden trocken gelegt.

Ahlhorn - Von Ove Bornholt. Da können sie zappeln so viel sie wollen, die Speisekarpfen landen erst im Zugnetz, dann im Kescher und schließlich im Transportbehälter. In diesen Tagen läuft das Abfischen der Ahlhorner Fischteiche, und die trocken liegenden Flächen bieten einen ungewohnten Anblick.

Fischwirt Andre Albers hat für die Schönheiten der Landschaft allerdings gerade kein Auge frei. Der 45-Jährige koordiniert vier Mitarbeiter und bugsiert mit Kollege Gianluca Schröder (20) ein Zugnetz mit 300 bis 400 Kilogramm Fisch in die Abfischgrube. Die befindet sich am tiefsten Punkt des rund fünf Hektar großen Teiches, aus dem schon fast alles Nass abgeflossen ist. Aber in der Abfischgrube steht das Wasser noch 60 bis 70 Zentimeter tief, und mittendrin schleppen Albers und Schröder das Netz zum Ufer.

Dort übernimmt Praktikant Joost Böckmann (22) eine der beiden Netz-Stangen von Schröder. Albers hält die andere weiterhin fest. Schröder schnappt sich genau wie Azubi Tim Höche (19) einen Kescher und fängt die Speisekarpfen, Barsche, Hechte und andere Fische aus dem Netz ein. Azubi Felix Schnieders (19) leert die Kescher dann in einen Tank, der das neue Zuhause der Fische ist.

Das Wasser hat eine Temperatur von neun Grad, da kriecht die Kälte schon in die Knochen, aber Fischwirt Albers freut‘s. „Das sind perfekte Bedingungen“, erklärt er. Wenn das Wässer wärmer sei, „arbeiten die Fische mehr gegen an“. Für den Fachmann, der bereits seit 17 Jahren bei der Teichwirtschaft beschäftigt ist, ist die Arbeit größtenteils Routine. „Wir machen alles schön mit Bedacht“, sagt er. Beim Netzeinholen sei es zum Beispiel wichtig, nicht zu viele Fische zu fangen. Sonst würden die kleineren Exemplare zerrieben werden.

Dafür, dass Albers alles mit Bedacht angehen will, kommen er und seine Jungs aber gut voran. Gegen 9 Uhr haben sie angefangen, gegen 11 Uhr sind die meisten Fische schon raus. Es sei ja nur ein kleiner Teich, meint Albers, der die miteinander verbundenen Gewässer wie seine Westentasche kennt.

Einmal hätten sie Starkregen gehabt, erzählt der 45-Jährige. Da sei ihm der Teich gleich wieder voll gelaufen, während er trocken gelegt wurde. Die Maßnahme soll übrigens dazu dienen, dass Sauerstoff in den Boden eindringt. „Auch die Frostphase ist wichtig.“

Ende September ging das Abfischen los, etwa Anfang November soll es zu Ende sein. Die meisten Teiche werden im Frühjahr wieder verwässert, Albers und seine Kollegen setzen dann neue Fische ein. Dieses Jahr sei fast perfekt gelaufen, sagt er. Der warme und regenreiche Sommer sei den Tieren gut bekommen.

Aufs Abfischen haben auch die Reiher gewartet, die über die noch feuchten Flächen staksen und nach Beute Ausschau halten. Der ein oder andere Fisch ist Albers entkommen, aber ob es ihm angesichts der Vögel besser ergeht, darf bezweifelt werden.

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