Ahlhorner befürchten, dass der Zufluss durch die Lethe versiegt

Trocknen Fischteiche aus?

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Der Verkehrsverein Großenkneten hat Bedenken, dass die Teichwirtschaft Ahlhorn austrocknet.

Ahlhorn - Der Verkehrsverein Großenkneten befürchtet, dass die Lethe in Zukunft nicht mehr genug Wasser für die Ahlhorner Fischteiche mit sich führt. Der Fluss entspringt in der Gemeinde Emstek (Landkreis Cloppenburg). Dort plant der Unternehmer Hermann Kalvelage, Sand in der Nähe des Gewässers abzubauen.

Sollte es dazu kommen, „sehen wir für das Naturschutzgebiet Ahlhorner Fischteiche ‚schwarz‘“, teilt der Verein mit. Denn er hat Bedenken, dass der Sand tiefer abgebaut wird, als die Quelle der Lethe liegt. Dadurch könne diese versiegen. Wasser nimmt bekanntlich den Weg des geringsten Widerstands. Es könnte daher in die Grube beziehungsweise einen See fließen, befürchtet der Verein. Hintergrund sei, dass schon jetzt nicht mehr genügend Wasser aus dem Fluss bei der Teichwirtschaft ankomme.

Wegen dieses Problems wendeten sich die Großenkneter nun an die Gemeinde Emstek, auf deren Gebiet auch Teile der Teichwirtschaft liegen. Der Verkehrsverein ist aber nicht der erste, der Probleme mit dem geplanten Vorhaben hat. Wie der Landkreis Cloppenburg am Freitag auf Nachfrage mitteilte, haben das Forstamt Ahlhorn und eine anerkannte Naturschutzvereinigung erhebliche negative Auswirkungen des geplanten Nass-Aussandungsvorhabens auf den Wasserhaushalt des FFH- und Naturschutzgebietes „Ahlhorner Fischteiche“ geltend gemacht.

Dabei liegt ein hydrologisches Gutachten des Unternehmers vor. Doch der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) merkte an, dass es keine Aussagen auf etwaige Auswirkungen auf die Wasserführung in der benachbarten Lethe zulässt. Deswegen empfiehlt die Behörde eine Ergänzung des Experten-Papiers um eben diese Fragestellung.

Dies sei zwingend notwendig, heißt es aus dem Cloppenburger Kreishaus. Denn Projekte, die zu erheblichen Beeinträchtigungen eines Natura 2000-Gebiets führen können, sind unzulässig. Darüber habe die Verwaltung den Antragsteller auch informiert. Sollte es ein ergänztes Gutachten geben, ist eine erneute Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der anerkannten Naturschutzvereinigungen vorgesehen.

Die Geschäftsführerin des Verkehrsvereins, Christa Thöle, begrüßt die Forderung eines ergänzten Gutachtens. Sie hofft, dass der Unternehmer von seinem Vorhaben Abstand nimmt.

Kalvelage zeigte grundsätzlich die Bereitschaft, den Einfluss des Bauvorhabens auf den Fluss zu untersuchen. „Wenn der Landkreis das rechtmäßig verlangt, werde ich das Gutachten entsprechend erweitern“, sagte er. Eigentlich habe die erste Version dies schon zeigen sollen.

bor

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