26-jähriger behauptet, er sei angegriffen worden

Angeklagter will in Notwehr zugestochen haben

Oldenburg - Steckt das Geschacher um Arbeitsplätze hinter der Messerattacke vor einer rumänischen Arbeiterunterkunft in Ahlhorn? Diese Frage stand am Donnerstag während der Fortsetzung des Prozesses (wir berichteten) im Raum.

In dem Verfahren gegen einen 26 Jahre alten Rumänen, der am 13. März 2016 vor der Arbeiterunterkunft im Süden Ahlhorns in Tötungsabsicht auf zwei Landsleute eingestochen haben soll, hat der Angeklagte am Donnerstag eine Notwehrlage für sich geltend gemacht. Die beiden Männer hätten ihn mit einem Messer angegriffen, sagte er vor der Oldenburger Schwurgerichtskammer. Zuvor hätten sie gerufen: „Das ist der, der unser Geschäft vereitelt hat.“

Die Angreifer hätten 500 Euro von ihm haben wollen, weil er angeblich einen Arbeitsplatz besetzt habe, den seine Landsleute bereits für den gleichen Betrag an einen anderen verkauft hätten. Er habe das zunächst gar nicht verstanden. Zumindest habe er nicht eingesehen, 500 Euro zu bezahlen, so der Angeklagte. Nach der Schilderung des 26-Jährigen soll einer der beiden Landsleute ihn erst geohrfeigt und dann das Messer gezückt haben.

Der Angeklagte will dem vermeintlichen Angreifer das Messer entrissen und während eines Gerangels in Notwehr zugestochen haben. Das Opfer trug Stich- und Schnittverletzungen an Armen, Beinen, der Schulter und am Rücken davon. Außerdem war es zu einem lebensgefährlichen Schnitt durch den Hals gekommen. Die Tat ist als versuchter Totschlag angeklagt.

In der Ahlhorner Arbeiterunterkunft leben rund 1 200 Rumänen, die in erster Linie in einem Schlachthof in Emstek arbeiten. Ob das Geschacher um Arbeitsplätze tatsächlich Hintergrund des brutalen Geschehens ist, bleibt abzuwarten. Eines der Opfer bestritt die Version des Angeklagten. Er selbst habe gar kein Messer dabei gehabt und sei ohne Grund von dem Angeklagten angegriffen sowie durch die Stiche schwer verletzt worden, so der Rumäne.

Nach dem Geschehen auf einer Grasfläche vor der Unterkunft war der Angeklagte zu dem Mann gelaufen, der ihm den Job besorgt habe. Dort sei er aber von anderen Arbeitern zusammengeschlagen worden, schilderte der Angeklagte das weitere Geschehen. Nach den Ereignissen war der 26-Jährige untergetaucht. Erst Monate nach der Tat konnte er in den Niederlanden festgenommen werden. Das Verfahren wird fortgesetzt. - wz

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