Abgeordnete sehen beim Ahlhorner Gymnasium zurzeit keinen Handlungsbedarf

Schulträgerschaft: Rot-Grün will nichts überstürzen

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Die Gemeinde Großenkneten würde die Trägerschaft des Gymnasiums in Ahlhorn gerne an den Landkreis abgeben. SPD und Grüne im Kreistag sehen die Zeit für eine Entscheidung noch nicht gekommen.

Ahlhorn/Wildeshausen - Vor einer übereilten Entscheidung zur Trägerschaft des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (DGB) in Ahlhorn warnen die Kreistagsfraktionen von SPD und Grünen in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Der Antrag der FDP, wonach der Landkreis die Schulträgerschaft übernehmen solle, sei vorschnell und kontraproduktiv.

Hintergrund der Kritik ist die Anfang des Jahres ins Leben gerufene Arbeitsgruppe des Kreistages, die sich derzeit grundlegend mit der Schulstruktur im Landkreis und ihrer möglichen künftigen Gestaltung befasst. Um diese Gruppe nun nicht vor vollendete Tatsachen zu stellen, sei derzeit Zurückhaltung bei strukturellen Entscheidungen über die Schullandschaft im Landkreis Oldenburg angesagt. Anders hatte das offenbar die Kreistagsfraktion der FDP gesehen: Nach einem Vor-Ort-Termin im Mai hatte der Vorsitzende Ernst-August Bode angekündigt, sich für die Übernahme der Trägerschaft einzusetzen. Zuvor hatte sich auch schon die CDU-Kreistagsfraktion grundsätzlich positiv zu dem Thema geäußert.

SPD und Grüne haben nach eigener Aussage nun den Eindruck, die Liberalen wollten das Gymnasium in Ahlhorn ohne Rücksicht auf Verluste sichern. „Anders ist die plötzliche Eile der FDP nicht zu erklären, denn es gibt eine klare Vereinbarung zwischen der Kreisverwaltung und der Gemeinde Großenkneten, dass die Kreisgremien frühestens im ersten Halbjahr 2016 die Übernahme der Schulträgerschaft des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Ahlhorn beraten.“ Da die Kommune diese Vereinbarung bisher nicht infrage gestellt habe, gebe es diesbezüglich zurzeit keinen Handlungsbedarf, heißt es in der Stellungnahme.

Der Landkreis plane gerade enorme Investitionen im Bereich der Schulen. Auch das müsse in der künftigen Struktur berücksichtigt werden, damit nicht Millionen in den Sand gesetzt würden, so Sozialdemokraten und Grüne. Und deshalb sollte keine Entscheidung über die Schulträgerschaft in Ahlhorn fallen, bevor die Arbeitsgruppe ihre Arbeit abgeschlossen hat.

SPD und Grüne, die im Kreistag eine Gruppe bilden, weisen darauf hin, dass sie es waren, die den Anstoß für eine Neuausrichtung der Schulstruktur gaben. Ziel sei es gewesen, ein „ganzheitliches Konzept zu erarbeiten und kein Flickwerk zu präsentieren“, so die Sozialdemokraten und Grüne. Und genau das drohe bei unüberlegten Vorstößen wie dem der Liberalen.

Wie berichtet, ist das DGB das einzige öffentliche Gymnasium im Kreisgebiet, das sich in Trägerschaft einer Gemeinde (Großenkneten) und nicht in der des Landkreises befindet. Die Gemeindeverwaltung hatte schon vor langer Zeit den Wunsch geäußert, die Verantwortung an den Landkreis abzugeben. Vor fünf Jahren stellten die Kreisgremien eine Beratung über dieses Anliegen zurück.

Die von Sozialdemokraten und Grünen angeführte Vereinbarung beruht auf der Ankündigung des ehemaligen Landrates Frank Eger (SPD) im März 2013, die weitere Entwicklung der Einrichtung vor allem im Hinblick auf die Schülerzahlen abwarten zu wollen. Erst Anfang 2016 wolle er den politischen Gremien des Landkreises dann die Übernahme der Trägerschaft empfehlen.

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