67-jähriger Ahlhorner muss wegen Tankstellenbetrugs Geldstrafe zahlen

Eine falsche Zeitangabe führt zur Verurteilung

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Mediengruppe Kreiszeitung

Ahlhorn/Wildeshausen - Von Karsten Tenbrink. Wegen Betrugs in Tateinheit mit Urkundenfälschung hat das Wildeshauser Amtsgericht am Mittwoch einen 67-jährigen Ahlhorner zu einer Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro verurteilt. Obwohl ihn die Aussage einer Zeugin eigentlich entlasten sollte, sah das Gericht seine Schuld als erwiesen an. Der Verurteilte selbst sieht sich als Opfer einer Verschwörung.

Zur Last gelegt wurde dem Rentner ein Vorfall, der sich am 7. November des vergangenen Jahres ereignet hat. Ein Mann hatte damals einen Wagen der Marke Citroën an einer Ahlhorner Tankstelle mit Benzin befüllt und war ohne zu bezahlen davongefahren. An dem Fahrzeug waren gestohlene Cloppenburger Autokennzeichen befestigt, das Gesicht des Täters war aufgrund einer Kopfbedeckung auf den Bildern der Überwachungskamera nicht zu erkennen. Der entstandene Schaden belief sich auf rund 70 Euro. Der Angeklagte hatte erklärt, als Täter überhaupt nicht in Frage zu kommen, weil er seinen Wagen an dem fraglichen Tag an eine Bekannte verliehen gehabt hätte. Und noch etwas führte er zu seiner Verteidigung an: Warum solle er nach Cloppenburg fahren und Kennzeichen stehlen, um dann in seinem Wohnort an einer Tankstelle, bei der er als Kunde bekannt ist, einen Betrug zu begehen? „Da muss man doch bekloppt sein“, sagte der Ahlhorner.

Davon, dass ihm das Gericht Glauben schenken würde, war der 67-Jährige so überzeugt, dass er auf einen rechtlichen Beistand verzichtete und sich selbst verteidigte. Letztlich kam Strafrichterin Ann-Katrin von der Heide zu einem anderen Schluss: „Es spricht so vieles gegen Sie“, erklärte sie dem Angeklagten. Da waren zum einen die Kleidungsstücke, die im Rahmen einer Hausdurchsuchung bei dem Rentner gefunden wurden und denen sehr ähnelten, die der Tankbetrüger bei seiner Tat getragen hatte.

Hinzu kamen die Aussagen des Tankstellenbetreibers und zwei seiner Mitarbeiterinnen. Anhand der Körperstatur und -haltung wollen sie den Mann wiedererkannt haben, der schon öfter Zigaretten und Brötchen bei ihnen gekauft hatte. Außerdem besitzt der Beschuldigte als einer der ganz wenigen Menschen in der Region – sogar als einziger in Ahlhorn – ein Auto des Modells, mit dem die Tat verübt wurde.

„Das sind doch alles keine Beweise“, wetterte der Ahlhorner, „das ist zusammengebastelt.“ Er wittert vielmehr den Polizisten, der in diesem Fall gegen ihn ermittelt hat, als Drahtzieher einer Verschwörung gegen ihn. Der Beamte versuche nicht zum ersten Mal, ihm „etwas unterzujubeln“, hatte der Rentner erklärt. Anhaltspunkte für diese Theorie fanden sich jedoch nicht. Der Polizist hatte erklärt, mit dem 67-Jährigen zuvor noch nie bewusst etwas zu tun gehabt zu haben.

Entlasten sollte den Rentner seine Bekannte, die zum Tatzeitpunkt mit dem Auto in Bremen unterwegs gewesen sein soll. Im Prinzip bestätigte sie die Geschichte des Angeklagten auch: Sie sei am Tag vor der Tat mit ihren beiden Töchtern nach Bremen zu ihrer Mutter gefahren und erst zwei Tage später zurückgekehrt. Allerdings sprach sie davon, diese Reise direkt zu Beginn der Herbstferien unternommen zu haben – und das wäre zwei Wochen vor dem fraglichen Datum gewesen. Die Aussage der Zeugin sei durchaus glaubhaft gewesen, sagte die Richterin. Aber sie war überzeugt, dass sich die Frau bei dem Datum irrte: Man erinnere sich nun einmal eher an ein bestimmtes Ereignis wie etwa den Ferienbeginn, als an eine abstrakte Zahl.

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