Gemeinde Großenkneten schreitet mit Planungen für Gewerbegebiet bei Sannum voran

275 Seiten Einwendungen

Auf der 6,3 Hektar großen Fläche bei Sannum soll ein Gewerbegebiet entstehen.
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Auf der 6,3 Hektar großen Fläche bei Sannum soll ein Gewerbegebiet entstehen.

Sannum/Großenkneten – Es soll nach Vorstellung des Verwaltungsausschusses der Gemeinde Großenkneten das erste klimaneutrale Gewerbegebiet im Landkreis Oldenburg werden – und doch ist es bei Einwohnern umstritten. Der Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde Großenkneten teilt diese Bedenken jedoch weitestgehend nicht: Während einer Online-Sitzung mit zeitweilig mehr als 50 Teilnehmern (inklusive Zuhörern) votierte das Gremium am Donnerstag geschlossen für die Annahme eines Entwurfes des Flächennutzungsplanes „Sannum – Gewerbegebiet Sannumer Straße Nord“ sowie für den entsprechenden Bebauungsplan (bei einer Gegenstimme).

Insbesondere die Anwohner der bisherigen Ackerfläche an der Sannumer Straße, nördlich der Ortslage Huntlosen, befürchten Lärm und zunehmenden Verkehr. Andere Kritiker wollen das Feld als solches erhalten wissen und bringen vor, dass es in der Gemeinde genügend geeignete Flächen für Gewerbebetriebe gebe (wir berichten). Hintergrund ist der Wunsch der Firma „Kornkraft“, zu expandieren. An seinem jetzigen – Luftlinie nur wenige Hundert Meter entfernten – Standort in Hosüne steht dem überregional tätigen Biohändler kein Platz mehr zur Verfügung. Unter anderem soll auf der neuen Fläche ein Leergut- sowie ein Tiefkühllager entstehen. Nach der Auslegung der Planungsunterlagen waren insgesamt 275 Seiten an Einwendungen bei der Gemeinde eingegangen – 250 stammten von Bürgern, wie Joachim Mrotzek vom beauftragten Planungsbüro „Planforum Nord“ dem Fachausschuss berichtete. Der Rest stammt von öffentlichen Stellen, unter anderem dem Landkreis Oldenburg. Das Büro hatte die Eingaben geprüft und Unterlagen aktualisiert, um dadurch die Planungen nicht zuletzt „rechtssicherer“ zu machen, so Mrotzek, der dem Ausschuss rund eine Stunde lang vortrug.

Für die Bewertung wurde unter anderem der Entwurf des Landschaftsrahmenplanes des Landkreises herangezogen, der aber keine tief greifenden Änderungen oder gar Ausschlüsse mit sich brachte. Neu ist die Bewertung einer kleinen mit Bäumen bestandenen Fläche, so Mrotzek. Diese sei laut Aussage der Landesforsten kein einzelnes Feldgehölz, sondern Teil eines Waldes. Dort durch die Verkehrsanbindung notwendige Eingriffe könnten aber durch die Aufforstung eines Laubmischwaldes an anderer Stelle kompensiert werden. Auch lasse sich die ausgewählte Fläche für die Erweiterung des Unternehmens nicht infrage stellen, da es nicht nur keine anderen geeigneten Flächen in der Gemeinde gebe, sondern der geplante Standort die meisten Vorteile für den Biohändler bringe, etwa die Anbindung an die Autobahnen. Außerdem fielen dort weniger Fahrten durch Wohngebiete an. Auch habe die Straßenbaubehörde einem Wunsch der Einwohner nach einem Lärmschutzwall eine Absage erteilt, wie Mrotzeks Kollege Ferdi Plate ausführte. Dicht an die Strecke angrenzend dürfte dieser nicht aufgeschüttet werden. Daher gelten auch die strengen Emissionsgrenzen für das Gebiet. Falls „Kornkraft“ dies jedoch gesondert auf der eigenen Fläche nachholen wollte, stünde das der Firma natürlich frei, so Plate. Zu erwartender Mehrverkehr werde laut einem Gutachten nicht zu einer Erhöhung der Schallbelastung führen.

Ratsherr Michael Feiner (FDP) lobte die Arbeit des Planungsbüros. Die vielen Einwendungen der Einwohner seien ja auch berechtigt und hätten letztlich zu Änderungen geführt, das seien „kleine Erfolge“. Dennoch werde wohl mit weiteren Einsprüchen zu rechnen sein.  fra

Links der Baumgruppe an der Kreisstraße 242 soll den Planungen nach die Zufahrt zu dem Gewerbegebiet entstehen.

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