Archäologen werten Funde aus der StEM aus / Kosten blieben im Rahmen

Grabungen abgeschlossen: Nun darf gebaut werden

Marvin Mädel mit einem Wetzstein und einer Scherbe, die im zukünftigen Baugebiet gefunden wurden. ·
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Marvin Mädel mit einem Wetzstein und einer Scherbe, die im zukünftigen Baugebiet gefunden wurden. ·

Wildeshausen - Die Arbeiten im Freien sind abgeschlossen, die Arbeiten in der Dokumentation haben erst begonnen: Die Archäologen werten jetzt aus, was sie auf der Fläche der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (StEM) „Beim grauen Immenthun“ in Wildeshausen gefunden haben. Möglicherweise kommen sie in den kommenden Jahren noch einmal zurück, um an anderen Stellen zu graben.

„Das kann gut sein, wenn die StEM fortgeführt wird“, sagt Bezirksarchäologin Jana Esther Fries. „Wir werden dann Teilbereiche prospektieren und sehen, ob Funde zu erwarten sind.“ Das ist in unmittelbar benachbarten Flächen wahrscheinlich. An anderen Stellen aber wohl nicht.

„Wir haben bereits am anderen Ende des Gebietes prospektiert und nichts gefunden“, so Fries mit Blick auf Areale an der Gutenberg- und der Buchbinderstraße.

Bei der archäologischen Prospektion handelt es sich um systematische Grabungen, die zum Ziel haben, mit relativ geringem Aufwand zu klären, ob eine Fläche genauer untersucht werden muss. Im Bereich der nun zur Erschließung freigegebenen Schmieden- und Weberstraße mit einer Grüße von 5,2 Hektar hatte die Prospektion 47 Befunde in den Suchschnitten ergeben. Bei genauerer Untersuchung zeigten sich mehr als 200 Befunde, darunter auch Grundrisse. Es konnten ein großes Wohnhaus und einige kleinere Grubenhäuser dokumentiert werden. Dazu kamen mehrere große Gruben mit Steinen und Tonscherben.

„Die Funde werden jetzt gewaschen und genau untersucht“, so Jana Esther Fries. Anschließend würden sie gekennzeichnet und ins Fundarchiv gebracht. „Mittelfristig kommen die Fundstücke ins Landesmuseum in Oldenburg“, erklärt die Archäologin. Selbstverständlich sei es möglich, einzelne Fundstücke als Leihgaben für Wildeshausen, zum Beispiel für ein Urgeschichtliches Zentrum“, auszugeben.

„Aber nicht jede Scherbe ist ausstellungsfähig“, warnt sie vor übertriebenen Erwartungen.

Mit dem Verlauf der Grabungen unter der Leitung von Archäologe Marvin Mädel zeigt sich Fries sehr zufrieden. „Wir konnten wie geplant zu Weihnachten die Arbeiten beenden.“ Von einem zweiten Feld nahe der Wohnbebauung habe man auch den Humus abheben können. „Dort haben wir aber deutlich weniger gefunden.“

Die Witterungsbedingungen seien für Herbst und Winter sehr gut gewesen. „Lieber wäre uns natürlich immer Frühling oder Sommer“, sagt sie. Das sei aber angesichts der Pläne der Stadt, das Gebiet schnell zu erschließen, nicht möglich gewesen. Auch die Kosten seien im Rahmen geblieben. Die Stadt hatte mit einem finanziellen Aufwand in Höhe von 150 000 Euro gerechnet. Der Abschlussbericht liegt in wenigen Monaten vor. · dr

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