„HuGos“ begeisterten in Wildeshauser Alexanderkirche / Über 300 Zuhörer wurden zu Mitsängern

Gospel-Entertainment zum Mitgestalten

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Mit dem schwungvollen Song „Shackle“ schickten die Huder Gospelsinger die begeisterten Zuhörer schließlich nach Hause. ·

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff„Let me entertain you“ – die Aufforderung der Huder Gospelsingers an die über 300 Besucher in der Wildeshauser Alexanderkirche kam zum Auftakt des Konzerts am Montagabend gut an – vor allem, da dem Publikum schon beim ersten Lied klar wurde, dass die Sänger dem Versprechen, ihre Zuhörer gut zu unterhalten, mehr als nachkommen würden.

Während des knapp zweistündigen Konzerts übernahm Chorleiterin Uta Rose neben dem Dirigieren und Singen auch die Moderation und Liederansage zwischen den Gospelstücken. Gleich nach dem stimmgewaltigen Auftakt ihrer 36 Sänger schränkte sie das im ersten Song angekündigte Motto des Abends allerdings wieder etwas ein: „Wir wollen Sie heute unterhalten – aber wir sind auch froh, wenn von Ihnen etwas zurückkommt: Mitmachen, -klatschen und -singen ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht.“

Die Zuhörer ließen sich das nicht zweimal sagen, als die „HuGos“ passend zum Osterfest das mitreißende „Jesus is alive“ anstimmten – still sitzen war bei dem lebhaften Sound und schwungvollen Rhythmus sowieso völlig unmöglich. In derselben Art ging es mit mehreren englischsprachigen Gospels weiter, die ebenfalls auf die frohe Osterbotschaft bezogen werden konnten: „God‘s been good to me“, „I can‘t keep it to myself“ oder „Shining in the light of his glory“ ließen die Sänger in der voll besetzten und von Techniker Maurino Kudlorz mehrfarbig illuminierten Kirche erklingen. Begeistert wurde auch das erste und einzige deutschsprachige Lied der Gospelgruppe aufgenommen. Schon der Text von „Ein Leben mit offenen Armen“ berührte die Zuhörer. „Es geht um Liebe, Freundschaft und Freiheit“, hatte Rose zuvor angekündigt und sang dann gemeinsam mit ihrem Chor von der geliebten Blume, die man nicht zu fest drücken darf – denn sonst geht sie kaputt.

Richtiges Gänsehautfeeling kam dann aber bei Elton Johns berühmtem Musical-Hit „Can you feel the love tonight“ auf. Solist Terry Egan verzauberte dabei mit seinem tiefen, tragenden Bass. Niemanden wunderte es, dass Uta Rose im Anschluss verriet: „Das Lied ist einer unserer Dauerbrenner auf Hochzeiten.“

Den bekannten Gospelsong „Swing low, sweet chariot“ – ein Lied der Hoffnung über das Nachhausekommen nach langer Sklaverei – stimmten die Huder langsam und nachdenklich an. Doch plötzlich schlugen sie um: Mitten im Lied gaben sie mit einem überraschenden Rhythmuswechsel zu knackigem Rock‘n‘Roll der Hoffnung und unbändigen Freude neuen Ausdruck.

Ein weiteres Highlight genossen die Zuhörer mit dem modernen Song „Fly away“ von dem Bremer Komponisten Micha Keding, bei dem die Gospelsänger die Alexanderkirche in eine afrikanische Kultstätte verwandelten. Zwischendurch bekam das Publikum jedoch – wie zuvor schon angedroht – auch selbst eine Aufgabe. Die „HuGos“ hatten mehrere Strophen des Songs „We shall overcome“, der während der US-Bürgerrechtsbewegung die Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit ausdrückte, auf Zetteln in den Kirchenbänken verteilt. Mehr Aufforderung brauchten die Besucher auch gar nicht, um aufzustehen, sich an den Händen zu fassen und gemeinsam mit dem Chor für den Frieden auf der ganzen Welt zu singen.

So war es wenig überraschend, dass die Zuhörer die Sänger nach dem letzten Lied „Thankful“ – das die Chorleiterin für Dankesworte an ihren Gastgeber, den Wildeshauser Kantor Ralf Grössler, sowie an Pianistin Sabine Hermann nutzte – mit Standing Ovations und Zugaberufen belohnten. Die Gospelsingers waren vorbereitet: „Allerdings ist unsere erste Zugabe ein Stimmungskiller“, kündigte Rose schmunzelnd an, und stimmte mit ihrem Chor das Liebeslied „You raise me up“ an – ein weiteres Hochzeitshighlight, bei dem auch am Montagabend in der Alexanderkirche trotz fehlendem Brautpaar die ein oder andere Träne floss. Das Publikum antwortete mit Fußgetrampel, das jedem Stadion Ehre gemacht hätte. Mit dem schwungvollen „Shackle“, dem wirklich letzten Lied des Abends, wurde es dann schließlich nach Hause geschickt. Wer trotzdem noch nicht genug hatte, den konnte Rose vertrösten: Ende November startet zum zehnjährigen Jubiläum des Chors ein Wochenend-Workshop – mit unbegrenzter Teilnehmerzahl und Abschluss-Konzert. Weitere Infos gibt es unter http://www.huder-gospelsingers.de.

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