Holger Ortel (SPD) hält in Diskussionsveranstaltung mit Bürgern in Beckeln am ausgehandelten Atomausstieg fest

„Geschlossene Verträge sind einzuhalten“

Der HEA-Vorsitzende Cord Remke (2.v.l.) begrüßte den SPD-Bundestagsabgeordneten Holger Ortel (l.) in Beckeln.

Harpstedt - BECKELN n Die Harpstedter Energie-Agentur (HEA) fühlt vor der kommenden Bundestagswahl den Wahlkreiskandidaten in separaten Diskussionsveranstaltungen „auf den Zahn“. Die Gemeinde Beckeln geht den gleichen Weg.

Einer gemeinsamen Einladung des HEA-Vorsitzenden Cord Remke und des Beckelner Bürgermeisters Heinz Nienaber ist am Sonntag der SPD-Bundestagsabgeordnete Holger Ortel aus Delmenhorst gefolgt. Das erhoffte Echo fand der politische „Frühschoppen“  – wie schon vorangegangene energiepolitische Diskussionen in Harpstedt mit Astrid Grotelüschen (CDU) und Angelika Brunkhorst (FDP) – allerdings nicht: 16 Interessierte kamen ins Gasthaus Beneking. Ortel stimmte der Kritik an zu hohen Zuschüssen bei alternativen Energien nur mit Blick auf die Biogas-Anlagen zu. Dort müsse nachgesteuert werden. Die Union habe sich für Biogas besonders stark gemacht. Die Pachtpreise seien dadurch je Hektar von 300 auf 900 Euro gestiegen. Andere Landwirte, die Lebensmittel zu Weltmarktpreisen erzeugten, könnten derartige Pachtsätze nicht bezahlen. Es sei nicht hinnehmbar, dass sie dadurch verdrängt würden.

Das vorgebrachte Argument, Windkrafträder „verspargelten“ die Landschaft, wollte Ortel nicht überbewertet wissen: „Durch Verkabelung sind die Masten der regionalen Stromversorger verschwunden. Im Verhältnis zu den Windkrafträdern steht das Zehnfache an großen Masten der Höchstspannungsleitungen in der Landschaft. Die könnten die Energiekonzerne verkabeln.“ Von den Energieproduzenten wurde auch die Schaffung von Speicherkapazitäten erwartet, um Schwankungen bei Wind und Sonne ausgleichen zu können.

Die Atomkraft stieß in der fast zweistündigen Diskussion eindeutig auf Ablehnung. Im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern von CDU und FDP sprach sich der SPD-Abgeordnete klar für den ausgehandelten Atom-ausstieg aus: „Abgeschlossene Verträge müssen von Politik und Energiewirtschaft eingehalten werden. Das in meinem Wahlkreis liegende Kernkraftwerk Esenshamm wird 2012 abgeschaltet. Es gibt weltweit kein Endlager – in Deutschland schon lange nicht.“ Cord Remke hatte seine Meinung bereits vorher kundgetan: „Eine Änderung des Atom-Kompromisses wäre für mich der Niedergang der politischen Kultur.“

Ein örtliches Thema, das die Anwesenden unterschiedlich beurteilten, war der Schwarzstorch, der Beckeln als „Überflug-Gebiet“ nutzt und bisher bekanntlich den Bau eines Windparks verhindert hat.

Neben der Energiepolitik kamen weitere Themen zur Sprache. Auf die Frage nach der Wehrgerechtigkeit antwortete Ortel etwa: „Die gab es leider nie.“ Eine andere kritische Anmerkung aus dem Mund des Abgeordneten: „Neben den 600 Abgeordneten gibt es in Berlin allein 1 400 Lobbyisten, die einen Hausausweis zum Bundestag haben.“

Auf den Wunsch von Gastwirt Manfred Neundorf, die Mehrwertsteuer für die Gastronomie auf sieben Prozent zu senken, erwiderte Holger Ortel, das Thema müsse gründlich überprüft werden: „Es gibt so viele unverständliche Unterschiede zwischen Katzen- und Hundefutter, Blumensträußen, Windeln und noch mehr...“

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