Stewardess Verena Kleffner bietet zu speziellen Terminen Menüs am „Flying Table“

Gerichte aus der ganzen Welt

Übers Internet kann vorab schon mal ein Blick in Verena und Timo Kleffners Küche geworfen werden. ·

Wildeshausen - Von Anja NosthoffWas macht eine Stewardess auf einem zweitägigen Zwischenstopp in Bangkok? Verena Kleffner muss nicht lange überlegen. Egal, wo auf der Welt ihr Ziel liegt – ihr erster Blick geht in den Kochtopf und ihr erster Gang führt sie meist in ein ortstypisches Restaurant oder in einen Kochkurs.

„Fliegen und kochen – das sind meine Leidenschaften“, sagt die 44-jährige Wildeshauserin. Daraus entstand ihre Geschäftsidee: Ab August lädt sie regelmäßig an den „Flying Table“ zu sich nach Hause ein. Aus allen Küchen der Welt trägt die Stewardess Rezepte zusammen, die sie in ihren Menüfolgen am „Flying Table“ vereint. Die Termine legt sie vorher fest und postet sie auf ihrer Internetseite. Dort kann sich jeder anmelden, dem schon beim Lesen des von Kleffner zusammengestellten Mehr-Gänge-Menüs das Wasser im Mund zusammenläuft. Die Platzanzahl ist allerdings begrenzt. Kleffner hat die Lizenz, bis zu zehn Personen in ihrem Wintergarten zu bekochen.

„Das Angebot besteht für Gruppen genauso wie für Einzelpersonen, Pärchen oder kleinere Kreise“, sagt Kleffner. Als die Idee in ihren Gedanken Gestalt annahm, habe sie niemals gedacht, dass vor der Realisierung ein solch langer Weg von Behördengängen stünde, gibt sie zu. „Aber überall war man von der Idee angetan. Es hat nur seine Zeit gedauert, bis die Genehmigungen durch waren.“

Mittlerweile haben die ersten Passagiere beim kulinarischen Höhenflug in der Dr.-Klingenberg-Straße 23 abgehoben und sind sicher wieder gelandet. Ein Club von sieben Männern hatte bereits durch Mundpropaganda von Kleffners Projekt gehört. Obwohl keiner ihrer Gäste zuvor schon einmal Flusskrebse, Thai-Spargel, Wasserbüffel-Filet, Aprikosensenf oder Passionsfrucht-Coulis gegessen hatte, putzten sie ihre Teller alle ratzekahl leer. Kleffner lacht bei der Erinnerung an den Abend, an dem sie ihren Mann, der Pilot ist, zum Steward degradierte. Er musste ihre Gäste bewirten und „hat das auch ganz professionell hinbekommen“, versichert sie.

Während ihr Mann Timo Kleffner schon seit dem ersten Rendezvous alles gerne isst, was seine Frau kocht, muss Verena Kleffner lange überlegen, wenn man sie nach ihrem Lieblingsgericht fragt. Definitiv lägen Rinderfilet auf südafrikanische Art und Jakobsmuscheln unter den Favoriten. „Eins hasse ich allerdings: Innereien und rohen Fisch.“ Selbst diese Dinge würde sie auf Wunsch aber für Gäste zubereiten. Die ersten drei Flying-Table-Abende unter verschiedenen saison-typischen Mottos hat Kleffner für den 19. August, den 17. September und den 7. Oktober angesetzt. In der Zukunft möchte sie mehrmals pro Monat einladen. Neben den festgelegten Terminen werden für Gruppen Wunschtermine und -gerichte berücksichtigt.

Zwei Flüge absolviert die Stewardess noch pro Monat. Das sind acht bis neun Tage, die sie unterwegs ist. Die restliche Zeit bleibt ihr, um dem Kochen zu frönen. Das macht sie am liebsten in ihrer eigenen Küche. „Deshalb habe ich mich gegen einen Catering-Service und für diese eher ungewöhnliche Geschäftsidee entschlossen“, sagt Kleffner. „Anfangs dachte ich, damit hätte ich das Rad ganz neu erfunden. Nach einiger Recherche im Internet habe ich aber in England und Österreich zahlreiche solcher ‚Private-Dinner‘- und ‚Secret-Supper‘-Clubs entdeckt. In Niedersachsen gibt es so etwas allerdings noch nicht.“ Jetzt ist Kleffner gespannt, ob ihr Konzept in Wildeshausen Erfolg zeigt.

Wer sich für ein Dinner bei Kleffner entscheidet, kriegt eins ganz bestimmt nicht: Supermarkt-Ware oder geschmacksverstärkte Lebensmittel. Vom Brot über Soßen, Suppen und Desserts bis zum Hauptgericht ist alles hausgemacht. Davon können sich die Gäste selbst überzeugen. Der freistehende Herd liegt dem langen Gästetisch im Wintergarten direkt gegenüber. So hat die Runde am Tisch ungestört Gelegenheit zum Schlemmen und Plaudern, kann aber gleichzeitig der Köchin auf die Finger schauen. Wer einen Blick in Kleffners Küche werfen oder sich zum Dinner anmelden möchte, kann dies unter http://www.myflyingtable.de.

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