OOWV stellt sich bei Probebohrungen in Damme quer: „Müssen an Genehmigung beteiligt werden“

Gegenwind für Exxon

Exxons Probeborhung im Borringhauser Moor ist dem OOWV ein Dorn im Auge.

Oldenburg - DAMME (dn) · Die Debatte um die Gewinnung unkonventioneller Erdgasvorkommen der Exxon Mobil Production im Oldenburger Land erhitzt weiter die Gemüter. Der Geschäftsführer des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV), Peter Kaufmann, erklärte gestern nach einem dreistündigen Schlichtungsgespräch in Brake, dass der OOWV die Probebohrungen, die das Unternehmen im Borringhauser Moor bei Damme durchführt, ablehnt und forderte eine Beteiligung des Verbandes an der Entscheidungsfindung. „Der OOWV ist der Auffassung, dass er als Körperschaft öffentlichen Rechts an Genehmigungsverfahren berücksichtigt werden muss“, so Kaufmann.

Zuvor hatte Exxon in Person von Norbert Stahlhut, Pressesprecher des Konzerns, der unter anderem auch eine Erdgas-Aufbearbeitungsanlage in Großenkneten betreibt, vergeblich versucht, bei den OOWV-Spitzen für Unterstützung der Probebohrungen nahe des Wasserwerks in Holdorf zu werben. „Wir bedauern, dass der Unmut über Bohrungen in Nordrhein-Westfalen sich auf Vechta und Damme ausgedehnt hat“, meinte Stahlhut und gab zu, „dass wir von der Heftigkeit der öffentlichen Diskussion in Südoldenburg überrascht worden sind“. Hintergrund ist der Einsatz des Fracturing-Verfahrens. Um an das bei Damme in einer Tiefe von ungefähr 1 100 bis 1 500 Metern eingeschlossene „Schiefergas“ heranzukommen, muss die feste Gesteinsschicht aufgebrochen werden. Dazu wird Wasser mit einem zweiprozentigen Zusatz von Quarzsand und 0,2 Prozent Anteil verschiedener Chemikalien unter hohem Druck in den Förderhorizont gepumpt, so dass sich die bisher geschlossenen Klüfte und Poren öffnen. „Wir verwenden das Verfahren seit 40 Jahren, und es hat noch keinen einzigen Zwischenfall gegeben“, so Stahlhut – was den OOWV jedoch nicht davon abhielt, Exxon ordentlich zu „rüffeln“. „Wir empfehlen Exxon, Bohranlagen nicht in den Schutzzonen rund um das Wasserwerk Holdorf zu bauen und in naher Zukunft Trinkwasser-Gewinnungsgebiete für die Exploration zu meiden oder zumindest die Bohrstandorte außerhalb dieser Gebiete zu platzieren“, so Kaufmann.

Auch der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), dessen Mitglied der OOWV ist, erklärte in einer Pressemitteilung, dass das Fracturing-Verfahren noch eine Menge Fragen offen lasse, die die Sicherheit der Trinkwasserversorgung berührten. „Die kommunale Wasserwirtschaft zeigt sich deshalb besorgt über die fehlende Beteiligung betroffener Wasserwerke und Wasserbehörden bei der Erteilung von Genehmigungen“, heißt es in der VKU-Mitteilung. OOWV und Exxon einigten sich darauf, die Interessen künftig besser abzustimmen.

Allerdings können weder OOWV noch VKU offiziell Einfluss auf die Bohrungen nehmen. Klaus Sönkerath, Abteilungsleiter des Bergamts Meppen, das für die Genehmingung zuständig ist, sprang Exxon schon einmal zur Seite: „Das Verfahren ist beherrschbar“, so Sönkerath: „Es ist von uns immer wieder kontrolliert worden.“

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