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Arbeiten mit Gasbrenner haben Hausbrand mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verursacht

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Von: Dierk Rohdenburg, Jürgen Bohlken, Felix Busjaeger

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Rauchsäule
Der schwarze Rauch animierte die Polizei zu Aufforderungen per Lautsprecher an die Einwohner, Fenster und Türen geschlossen zu halten. © Ulf Malinowski

Harpstedt – Auf knapp 250.000 Euro wird die Höhe des Schadens an einem Wohnhaus in Harpstedt geschätzt, das ein Großfeuer am Sonnabend komplett zerstört hat. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sei das Feuer „durch handwerkliche Tätigkeiten des Eigentümers auf dem Dach des Gebäudes ausgelöst“ worden, teilt die Polizei mit. Nach Kenntnis unserer Zeitung war dabei ein Gasbrenner zum Einsatz gekommen. Einen technischen Defekt schließt die Polizei nach jetziger Lage der Dinge aus.

Die dunkle Rauchsäule, die am Samstagabend unentwegt über Harpstedt in den Himmel aufstieg und Hinweise der Polizei über Lautsprecher und Rundfunk an die Einwohnerschaft nach sich zog, Fenster und Türen doch bitte geschlossen zu halten, ließ nichts Gutes ahnen. Am Ende des Tages war ein Wohnhaus mitsamt Werkstatt neben der Harpstedter Windmühle an der Ecke Freistraße/Mühlenweg bis auf die Grundmauern abgebrannt.

Verbrannter Dachstuhl, Feuerwehr löscht.
Auch die Drehleiter aus Wildeshausen war im Einsatz. © Bohlken

Wohnungsbrand in Harpstedt: Arbeiten mit Gasbrenner ausgeführt?

Den urplötzlich obdachlos gewordenen Eigentümer nahm eine Seniorin aus Harpstedt mitsamt seinem Hund bei sich auf. Für eine längerfristige Übergangsbleibe soll gesorgt sein.

Feuerwehr in Harpstedt im Einsatz: Mitbürger wollen helfen

Bei allen schlechten gibt es zumindest drei gute Nachrichten: Menschen kamen nicht zu Schaden. Die denkmalgeschützte Windmühle blieb unversehrt. Und eine Welle der Hilfsbereitschaft scheint sich anzubahnen. Dem Vernehmen nach soll in Kürze ein Spendenkonto eingerichtet werden.

Völlig zerstörtes Haus.
Das ganze Ausmaß der Zerstörung offenbarte sich „am Morgen danach“. © Bohlken

Um 18.16 Uhr war der Brand am Sonnabend per Notruf gemeldet worden. Als die ersten Feuerwehrkräfte vor Ort eintrafen, stand der Dachstuhl schon lichterloh in Flammen. Verkehrsteilnehmer, die aus Richtung Wildeshausen in den Flecken Harpstedt fuhren, erschraken: Aus der Ferne sah es fast so aus, als stünde das neue Nahversorgungszentrum an der Wildeshauser Straße oder die Windmühle in Flammen, was aber beides nicht der Fall war.

Rund 130 Feuerwehrkräfte rücken zum Löschen an

Nahezu 130 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Harpstedt, Prinzhöfte, Beckeln, Wildeshausen (einschließlich Drehleiter), Colnrade, Bassum (mit Hubarbeitsbühne) und Groß Ippener bekämpften den Dachstuhlbrand. Sie verhinderten ein Übergreifen der Flammen auf umliegende Gebäude. Das Wohnhaus selbst nahm rasch starken Schaden. Einsturzgefahr bestand. Für die Brandbekämpfung war es daher nötig, dass die Firma Scheele mit einem Bagger Teile des Hauses einriss und den Dachstuhl abtrug.

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Das Ausmaß der Tragödie offenbarte sich der Brandwache am Morgen danach. Die Bausubstanz des Wohnhauses ist zerstört. Gleiches gilt für Unmengen von Inventar.

Das Grüne Warenhaus auf dem Mühlengrundstück soll schon am Montag wieder öffnen.

Weitere Blaulichtmeldungen aus Niedersachsen und Bremen

Eine Frau ist am Freitag von Polizisten in Cloppenburg aus dem Verkehr gezogen und kontrolliert worden. Die Beamten staunten vermutlich nicht schlecht, als das Atemalkohol-Gerät über 3,5 Promille anzeigte. Anwohner in Göttingen benötigen derzeit starke Nerven: Knapp 10.000 Menschen mussten wegen einer Bombenentschärfung evakuiert werden.

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