FDP Dötlingen machte sich ein Bild von Arbeiten an Kanalschächten in Aschenstedt / Geruchsproblem soll bald erledigt sein

„Gaswerte an manchen Stellen extrem“

Bauamtsleiter Uwe Kläner (l.) und Andi Lehmpfuhl von der Wehe GmbH (Vierter v.r.) erläuterten den FDP-Mitgliedern Sven Freese, Annett Bode, Dierk Garms, Ernst-August Bode (v.l.) und Claus Plate (r.) die Arbeiten am Kanal.

Doetlingen - ASCHENSTEDT (ts) · Die „unendliche Geschichte“ um das Geruchsproblem in Aschenstedt neigt sich tatsächlich einem Ende entgegen. „Hoffentlich“, so die Mitglieder der Dötlinger FDP, die sich gestern ein Bild von den seit etwa zwei Wochen laufenden Kanalarbeiten machten. Derzeit sanieren die Mitarbeiter der Wehe GmbH aus Neuenkirchen-Vörden 42 Schächte zwischen dem Brettorfer Kirchweg und dem Hauptpumpwerk. Anschließend baut die Firma Unitechnics die Formverschlüsse ein, die die Gase im Kanal halten und somit dem Gestank den Gar aus machen sollen.

„Momentan bereiten wir die Schächte für den Einsatz der Verschlüsse vor“, erklärte Andi Lehmpfuhl von der Wehe GmbH. „Sie werden gereinigt und je nach Korrosionsschäden mit Strahlsand behandelt, damit sich der marode Beton löst.“ Nach der Prüfung der Dichtigkeit geht es ans Verputzen. Unterhalb der Formverschlüsse, die in einer Höhe von etwa 60 Zentimetern eingesetzt werden, tragen die Kanalarbeiter dann eine CPS-Beschichtung auf, eine Art Kunststoffmantel. „Oberhalb wird keine Versiegelung benötigt, da die Gase hier nicht mehr hingelangen“, erläuterte Lehmpfuhl.

Dass die Schächte wesentlich stärker angegriffen sind als „normal“, bestätigte Bauamtsleiter Uwe Kläner. „In der Vergangenheit wurden auch nur die schlimmsten saniert“, sagte er. Die Kanalarbeiter stießen in den vergangenen Tagen aber nicht nur auf marode Schachtwände und gammelige Steigeisen, sondern auch auf Schwefelgase. An manchen Stellen wurden extreme Werte gemessen. „Hier in der Straße ‚In den Bergen‘ haben wir einen Schacht, den wir seit einer Woche täglich zwei Stunden lüften. Der steht so voll Gas, dass wir selbst mit Maske nur für zehn Minuten am Stück runter gehen könnten“, verdeutlichte Lehmpfuhl, der damit rechnet, dass noch diese Woche die ersten 14 Schächte fertig saniert sind.

Laut Kläner werden die Arbeiten, wenn die Wetterlage es zulässt, im November abgeschlossen. „Die Firma Unitechnics benötigt für den Einsatz der Verschlüsse auch nur rund eine Woche.“ Bei dem System handelt es sich um eine Art Klappdeckel, die in den Schacht eingelassen, dort auseinander gedrückt und eingeklickt werden. Die einzige undichte Stelle bildet ein Minifilter, der dafür sorgt, dass Wasser von oben abfließen kann. Befürchtungen, die Geruchsbelästigung könnte nur verlagert werden – und zwar zum Hauptpumpwerk Aschenstedt –, konnte Kläner ausräumen. „Die Gase bleiben im Rohrnetz, wo sie nach und nach abtropfen. Bei dem Rest, der noch beim Pumpwerk ankommt, soll ein amorphes System Abhilfe schaffen“, erklärte er. An Kosten hat die Gemeinde 152 000 Euro im Haushalt eingeplant.

Ob die Aschenstedter mit dem Einbau der Formverschlüsse ihr Geruchsproblem endgültig los sind, muss sich noch zeigen. „Da müssen wir wahrscheinlich den Sommer abwarten. Dann stinkt es immer besonders“, so der FDP-Ratsherr und Aschenstedter Dierk Garms. Dennoch sind die Liberalen zuversichtlich. „Wir hatten uns das System ja mit den Ratsmitgliedern Anfang Mai in Siek angeschaut, und die waren dort begeistert“, erinnerte Annett Bode.

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