Jacqueline Sendmeyer aus Harpstedt freut sich auf ein Jahr Kansas / 15-Jährige besucht riesige High School in den USA

Vom Gastvater schon zum Baseballspiel eingeladen

Sie folgt dem Beispiel ihrer großen Schwester Katharina und geht für ein Jahr als Gastschülerin in die USA: Jacqueline Sendmeyer aus Harpstedt.

Harpstedt - HARPSTEDT (boh) · Ihre ältere Schwester Katharina hatte 2008 nach dem Ende ihres Auslandsjahres in Oklahoma oft von ihren Erlebnissen in den Staaten geschwärmt.

Jacqueline Sendmeyer aus Harpstedt kam schnell auf den Geschmack, und mittlerweile steht fest, dass auch sie den „American Way of Life“ als Gastschülerin kennen lernt: Am 5. August bringt sie der Flieger in den Mittleren Westen – in den US-Bundesstaat Kansas. Die 15-Jährige wird in der 111 000-Einwohner-Stadt Olathe wohnen und dort eine riesige High School mit rund 2 800 Schülern besuchen. E-Mail-Kontakt mit ihrer vierköpfigen Gastfamilie hat sie schon aufgenommen: Mutter Maureen und Vater Walter leben zusammen mit den beiden Töchtern Victoria, die im August 13 wird, und Alexa (14) sowie zwei Hunden unter einem Dach. Jacqueline Sendmeyer freut sich darauf, ein Jahr lang eine andere Kultur und Lebensart zu erfahren. Gespannt blickt sie auch den großen Schulbällen „Homecoming“ und „Prom“ entgegen, von denen ihr ihre Schwester so viel erzählt hat. Der erste Termin in den Staaten steht bereits fest: „Im Oktober schaue ich mir ein Baseball-Spiel im Stadion an. Dazu hat mich mein Gastvater eingeladen.“ Hätte die 15-Jährige ihr Reiseziel ganz frei wählen können, wäre sie wohl in Florida gelandet, „aber, ich glaube dorthin will jeder Austauschschüler, der in die USA geht“, sagt sie schmunzelnd. Bei ihrer Gastfamilie, die schon einmal eine Schülerin aus Deutschland bei sich aufgenommen hat, bekommt die Harpstedterin ein eigenes Zimmer gestellt. Vor Sprachproblemen hat sie keine Angst: „Die wird es nicht geben“, sagt sie selbstbewusst.

Zahlreiche Hürden waren im Vorfeld des Auslandsjahres zu nehmen. Für Jacqueline Sendmeyer stand von vornherein fest, dass sie – wie ihre große Schwester – auf die Erfahrung der Austauschorganisation „Youth for Understanding“ (YfU) bauen würde. Also forderte die dort Unterlagen an, ebenso beim Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP), das je Wahlkreis jährlich ein Vollstipendium an einen Bewerber vergibt. „Die Bewerbungen schickte ich 2009 vor den Herbstferien ab. Gespannt wartete ich auf erste Rückmeldungen. YfU lud mich im November zum Auswahlgespräch ein. Schon eine Woche später erhielt ich die Zusage, dass ich in das Programm aufgenommen werde. Kurz darauf bekam ich auch vom PPP Post. Ich hätte mich qualifiziert, hieß es, und sei zu einem Auswahltest und -gespräch im Dezember eingeladen. Letzteres erfolgte in einem wesentlich größeren Kreis als das von YfU. Hier war ich mit meinen damals 14 Jahren die Jüngste. Die meisten Bewerber besuchten Klassen in um zwei Jahre höheren Jahrgangsstufen. Da fand ich es nicht so überraschend, dass ich eine Woche später eine Absage bekam“, erzählt die Harpstedterin. Sie habe sich dann „auf jeden weiteren Brief von YfU“ gefreut, „der mich meinem Austauschjahr etwas näher brachte und eine to-do-Liste enthielt – sowie Hinweise auf das, was mich in Kürze erwarten würde, als auch viele Unterlagen zum Ausfüllen“. Einen „Slep-Test“ in Englisch bestand die Harpstedterin im Februar ohne größere Probleme.

Mitte März fuhr sie mit dem Zug zu einer einwöchigen Vorbereitungstagung nach Lauenburg. Dabei lernte die Schülerin „viele Gleichgesinnte“ kennen, mit denen sie teilweise immer noch in Kontakt steht. „Hier wurden uns viele Tipps für unser Austauschjahr gegeben, mögliche Probleme erklärt und Lösungen aufgezeigt. Auch bekamen wir zahlreiche Informationen zu unserem Gastland vermittelt. Ergänzend zu der Vorbereitungstagung folgte im Juni ein freiwilliges Landesvorbereitungswochenende. Dort wurde auf die einzelnen Aspekte tiefer eingegangen. Ich sah auch viele bekannte Gesichter wieder“, erinnert sich die Gymnasiastin, die gerade das neunte Schuljahr absolviert hat.

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