Das Verlassen der Komfortzone

Wintercamping am Falkensteinsee in Ganderkesee bietet viel Ruhe und Natur

Rike Meiners hat den Campingplatz vor knapp zehn Jahren gemeinsam mit ihrem Mann Rik Geiger gekauft. Wer keinen Wohnwagen und kein Reisemobil hat, kann unter anderem eines der bunten Stelzenhäuser im Hintergrund mieten.
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Rike Meiners hat den Campingplatz vor knapp zehn Jahren gemeinsam mit ihrem Mann Rik Geiger gekauft. Wer keinen Wohnwagen und kein Reisemobil hat, kann unter anderem eines der bunten Stelzenhäuser im Hintergrund mieten.

Wintercamping - das klingt nach Schnee und Berge. Doch in Ganderkesee bietet sich dazu ebenfalls die Möglichkeit. Auf dem Campingplatz am Falkensteinsee sind auch jetzt zahlreiche Stellplätze belegt.

Ganderkesee – Genügend Platz hat Rike Meiners für die wenigen ankommenden Wohnmobile auf ihrem Campingplatz. Allerdings sind die meisten Flächen aufgeweicht. Die schweren Fahrzeuge fahren sich darauf sofort fest. Einige tiefe Reifenspuren zeugen von Befreiungsversuchen. „Die Bodenverhältnisse sind extrem schwierig. Eine solche Kombination von Frost und anschließendem Dauerregen hatten wir noch nie“, berichtet Meiners.Seit knapp zehn Jahren besitzt und betreibt sie zusammen mit ihrem Mann Rik Geiger den „Camping und Ferienpark Falkensteinsee“ in Ganderkesee. Geöffnet ist er das ganze Jahr über. 90 Camper haben sich aktuell über den Jahreswechsel auf dem 25 Hektar großen Areal angemeldet. Jeden Neuankömmling platziert Meiners so gut wie möglich auf ein paar Quadratmetern mit einigermaßen festem Untergrund.

Marina und Uwe Hachmeister aus Hannover genießen die Ruhe mitten in der Natur

Wintercamping stellt Urlauber und Campingplatzbetreiber in Norddeutschland vor besondere Herausforderungen. Das schreckt Marina und Uwe Hachmeister aber nicht ab. Das Paar ist mit seinen beiden Bostonterriern Molly und Chico im Wohnmobil aus Hannover angereist. „Wir genießen die Ruhe hier mitten in der Natur“, schwärmt Marina. „Der Winter ist die schönste Zeit. Dann ist es nirgends voll“, ergänzt ihr Mann. Regelmäßig sind die beiden selbst in der kalten Jahreszeit mit ihrem Wohnmobil unterwegs. Im Sommer auch in Norditalien, im Winter vor allem in Norddeutschland. Den Campingplatz am Falkensteinsee haben sie in einem Video der mobilen Hundeschule „Canis on the Road“ entdeckt. „Wir hatten schon lange geplant, hier einmal herzukommen“, erzählt Marina. Noch vor dem Jahreswechsel fahren beide schon wieder weiter nach Wiefelstede, um dort bei Freunden Silvester zu feiern. Später soll es noch an die Ostsee gehen.

„Den typischen Camper gibt es nicht mehr“

Die Gäste, die im Winter am Falkensteinsee campen, seien „sehr bunt gemischt“, erklärt Meiners. „Den typischen Camper gibt es nicht mehr.“ In der Zeit vor Corona seien einige gekommen, die von Ganderkesee aus viele Weihnachtsmärkte in der Region besucht hätten. Aktuell kämen eher Reisemobilisten, die aufgrund des Infektionsgeschehens nicht ins benachbarte Ausland reisen wollen. Es gebe auch einige Stammgäste, die regelmäßig im Winter anreisen, um den Jahreswechsel in Ruhe zu verbringen. „Einige Hundebesitzer flüchten über Silvester, um ihre Tiere vor der Knallerei zu schützen“, erzählt die Campingplatzinhaberin. Andere besuchen über die Festtage ihre Verwandtschaft in der Umgebung, möchten dort aber nicht übernachten. Es sei sogar schon einmal ein Mann gekommen, der sich nach einem weihnachtlichen Streit von seiner Frau getrennt habe und einen Unterschlupf benötigte, berichtet Meiners.

Stelzenhäuser, Campingfässer und Pods laden zum übernachten ein

Wer am Falkensteinsee den Reiz des Wintercampings kennenlernen möchte, muss keinen Wohnwagen und auch kein Wohnmobil besitzen. Neben Ferienhäusern gruppieren sich rund um das Gewässer auch kleine Stelzenhäuser, Campingfässer und Pods – einfache Holzunterkünfte. „Die Fässer und Pods sind zwar mit Infrarot- oder Elektroheizung und im Winter zusätzlich mit Heizdecken ausgestattet, trotzdem muss man seine Komfortzone schon etwas verlassen“, verdeutlicht Meiners. Insbesondere an den frostigen Tagen rund um die Weihnachtstage seien die Minustemperaturen schon zu spüren gewesen. „Sobald man aus dem Bett steigt, wird es dann kalt. Das ist eben Camping“, macht sie klar.

Auf die Annehmlichkeiten der beiden modernen Duschhäuser mit Mietbädern müssen die Gäste dagegen auch in der kalten Jahreszeit nicht verzichten. Am 20. Januar beendet zudem das Restaurant „Seehuus“ seine Betriebsferien und lädt nicht nur die Camper zu einem Besuch ein.

Marina und Uwe Hachmeister sind mit ihren beiden Hunden Molly und Chico aus Hannover mit dem Wohnmobil angereist.

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